Weist die Mundschleimhaut rote oder weiße Flecken auf, fällt das zu Beginn oft einem Zahnarzt auf. Besteht ein Verdacht auf Mundhöhlenkrebs, empfiehlt er eine weitergehende Diagnose. Je früher Krebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Was gehört zur Mundhöhle?

Zur Mundhöhle gehören die Innenseiten der Wangen und Lippen. Dazu die Zähne, das Zahnfleisch, die vordere Zunge, der Mundboden und der vordere Gaumen.

Was ist Mundhöhlenkrebs?

Mundhöhlenkrebs ist ein bösartiger Tumor. Das Gewebe der Mundschleimhaut verändert sich. Jeder Bereich der Mundhöhle, also zum Beispiel Wange, Gaumen oder Mundboden, kann betroffen sein. Auch an der Zunge kann ein Symptom auftreten.

Wie wird Mundhöhlenkrebs erkannt?

Gesunde Mundschleimhaut ist glatt, blass-rosa und weich. Weiße oder rote Flecken sind verdächtig. Ebenso raue, verdickte, verhärtete, eingezogene oder farblich veränderte Stellen, aber auch Geschwüre können auf eine Erkrankung hindeuten. Jede Veränderung, die länger als zwei Wochen besteht, sollte der Zahnarzt abklären. Das gilt gerade, wenn sie nicht schmerzt. Denn auch die schmerzfreien Veränderungen sind gefährlich. 

Kleine Plattenepithelkarzinome sind leicht zu übersehen. Daher entdecken oft Zahnärzte diese Veränderungen im Mund, wenn Patienten regelmäßig zur Vorsorge in die Zahnarztpraxis kommen. Entdeckt ein Zahnarzt ein Mundhöhlenkarzinom überweist er die Patienten zur weiteren Behandlung an einen Facharzt.

Wie häufig ist die Krebsart?

Mehr als 10.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an Mundhöhlenkrebs. Bei Männern steht der Mundhöhlenkrebs an siebter Stelle der erfassten Krebsarten. Etwa 95 von 100 bösartigen Tumoren in der Mundhöhle sind Plattenepithelkarzinome, das bedeutet, sie gehen von der Mundschleimhaut aus.

Wer erkrankt?

Die Erkrankung tritt meist nach dem 50. Lebensjahr auf. Zu Dreiviertel sind Männer erkranken Männer an einem Mundhöhlenkarzinom. Männer sind im Alter von 55 bis 65 Jahren am häufigsten betroffen. Frauen erkranken häufig zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr.

Ursache der Erkrankung

Eine einzige schlüssige Ursache für das Entstehen von Mundhöhlenkrebs gibt es nicht. Mehrere Faktoren begünstigen die Krankheit. Wer regelmäßig raucht und trinkt hat ein 30-fach erhöhtes Risiko einen derartigen Tumor zu bekommen. Aber nicht jeder Mensch, der raucht und trinkt erkrankt.

Auch humane Papillomviren, kurz HPV, sind ein Risikofaktor. Dementsprechend steigt das Risiko durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Auch eine schlechte Mundhygiene begünstigt die Entstehung eines Mundhöhlenkarzinoms.

Exakte Diagnose

Um Mundhöhlenkrebs exakt zu diagnostizieren, muss der Arzt aus der verdächtigen Stelle eine Gewebeprobe entnehmen. Im Labor wird das Gewebe untersucht. Erst nach der Analyse der Gewebeprobe kann eine Krebserkrankung ausgeschlossen oder festgestellt werden.

Zahnmedizinische Vorsorge hilft auch gegen Krebs

Zweimal jährlich empfohlene Besuche in der Zahnarztpraxis sind nicht nur für gesunde Zähne und Zahnfleisch wichtig, sondern auch für die Früherkennung von Mundhöhlenkrebs. Nach einer ausführlichen Befragung des Patienten untersucht der Zahnarzt die gesamte Mundhöhle mit einer hellen Lampe und einem Mundspiegel. Er achtet dabei nicht nur auf die Zähne und das Zahnfleisch, sondern auch auf die Zunge sowie die Wangen- und Rachenschleimhaut. Auffällige Stellen schaut der Zahnarzt besonders gründlich an und tastet sie ab. Dabei kann es sein, dass er auch den Hals abtastet, um zu prüfen, ob die Lymphknoten geschwollen sind. So kann der Zahnarzt bereits Vorstufen von Mundhöhlenkrebs erkennen.

Schnell mit der Therapie beginnen

Je früher Mundhöhlenkrebs behandelt wird, desto wahrscheinlicher kann er geheilt werden. Wie die Krankheit verläuft, hängt unter anderem von der Größe, Ausbreitung und Aggressivität des Tumors ab. Frühzeitig erkannte, kleine Tumore können operiert oder bestrahlt werden. Die Behandlung der Halslymphknoten ist fester Bestandteil in jeder Therapie.