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Zahnersatz – Werkstoffe

Welches Material für den Zahnersatz im individuellen Fall das richtige ist, sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt gemeinsam bestimmen. Laborgefertigte Füllungen – auch Einlagefüllungen genannt – wie Inlays, Onlays oder Overlays und anderen Zahnersatz in Form von Teilkronen, Kronen, Brücken, Veneers oder Prothesen stellt der Zahntechniker passgenau im zahntechnischen Labor her.

„Die Versorgung muss immer exakt auf die individuelle Situation des Patienten zugeschnitten sein“, erklärt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. „Denn alle Werkstoffe besitzen Vor- und Nachteile. Diese sollten Zahnarzt und Patient in einem ausführlichen Gespräch immer genau abwägen, um die richtige Entscheidung zu treffen.“

Zahnersatz Material – Goldlegierungen

In der Zahnheilkunde kommt Gold schon seit Jahrhunderten zum Einsatz. Reines Gold ist für Zahnersatz zu weich. Daher verwenden Zahntechniker Goldlegierungen. Der Goldanteil beträgt etwa 75 Prozent. Hinzu kommen Werkstoffe wie Platin, Silber oder Kupfer, je nach Zweck und Anforderung. Diese schützen vor Korrosion, also vor der Zersetzung durch Oxidation, und verbessern Stabilität und Verarbeitung.

Zahnersatz aus Gold ist sehr gut verträglich. Er besitzt eine ähnliche Härte wie Zahnschmelz. Daher hält Gold auch im Backenzahnbereich dem enormen Kaudruck stand und schont die gegenüberliegenden Zähne. Die Haltbarkeit von Zahnersatz aus Gold beträgt zehn bis fünfzehn Jahre. Der Zahntechniker kann Gold sehr präzise verarbeiten und ersetzt die fehlende Zahnsubstanz exakt. So kommt es selten zu Karies am Übergang zwischen Zahnersatz und Zahn. Aus ästhetischen Gründen wird der goldfarbene Zahnersatz im sichtbaren Bereich der Zähne in der Regel zahnfarben verblendet.

Zahnersatz Material – Nicht-Edelmetall-Legierungen

Die Legierungen (Kobalt-Chrom) haben sich seit Jahrzehnten für den Patienten bewährt. Sie sind gut verträglich aber schwieriger in der Verarbeitung. Nicht-Edelmetall-Legierungen decken nahezu das komplette Spektrum an Zahnersatz ab. Auch sie werden standardmäßig im Bereich der sichtbaren Zähne zahnfarben verblendet. Wer die Kosten im Blick haben muss, bekommt mit einer Nicht-Edelmetall-Legierung eine gute Alternative.

Nicht-Edelmetall-Legierungen mit Molybdän eignen sich für die Modellgusstechnik bei herausnehmbarem Zahnersatz. Zahnersatz mit einem Molybdän-Anteil ist sehr elastisch und damit weniger bruchanfällig.

Zahnersatz Material – Keramik

Speziell entwickelte Dentalkeramiken sind sehr hart, widerstandsfähig und sehr gut verträglich. Zahnersatz aus Keramik hat eine lange Haltbarkeit von bis zu zehn Jahren. Bei der Präparation müssen die notwendigen Materialstärken genau beachtet werden, um Misserfolge zu vermeiden. Denn der Zahntechniker kann Keramik nicht so fein verarbeiten wie beispielsweise Gold. Das Material ist lichtdurchlässig und bietet eine sehr gute Ästhetik. Der Zahntechniker kann den natürlichen Zahn in Form und Farbe nahezu perfekt nachempfinden. Keramik ist insbesondere für Menschen gut geeignet, die eine nachgewiesene Unverträglichkeit gegen Metalle haben. Wer nachts jedoch mit den Zähnen knirscht, sollte auf Keramik verzichten. Denn die Keramiken sind härter als die natürlichen Zähne. Beim Reiben gegen keramischen Zahnersatz beschleunigt sich somit der Verschleiß der eigenen Zähne.

Zahnersatz Material – Kunststoff

Teil- und Totalprothesen kann der Zahntechniker aus zahnfarbenen Kunststoffen herstellen. Schleimhautfarbene Prothesenkunststoffe vervollständigen die Metallgerüste für Teilprothesen und bilden die zahntragende Basis von Totalprothesen.

Zahnersatz Material – Titan

Das Leichtmetall wird seit langem als dentaler Werkstoff verwendet. Aus Titan bestehen vor allem Implantate. Neben Keramik zählt Titan zu den am besten verträglichen Werkstoffen in der Zahnheilkunde.

Zahnersatz Material – das ist bei der Wahl entscheidend

Bei der Wahl des Materials spielen zahlreiche verschiedene Aspekte eine Rolle. Folgende Punkte sollten daher vor der Behandlung geklärt werden:

- Welche Alternativen kommen für die Behandlung in Frage?

- Welche Werkstoffe kommen für die Größe und Lage des Defekts in Frage?

- Wie ist die individuelle Situation im Mund des Patienten? Gibt es schon Füllungen oder Zahnersatz? Wenn ja, aus welchem Material bestehen diese?

- Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand? Liegt eine Schwangerschaft vor?

- Besteht eine nachgewiesene Allergie?

- Welches Material eignet sich im individuellen Fall, um möglichst lange zu halten?

- Welche Erwartungshaltung und ästhetischen Ansprüche hat der Patient?

- Welchen Zeit- und Kostenaufwand möchte der Patient investieren?

Zahnersatz Material – wo bei Allergie informieren?

Patienten, bei denen eine Allergie vorliegt, können sich beim Internationalen Beratungszentrum für die Verträglichkeit von Zahnmaterialien (BZVZ) der Ludwig-Maximilians-Universität München informieren. Mit verschiedenen anerkannten Testverfahren kann bereits vor der Behandlung festgestellt werden, welche Versorgung im individuellen Fall am verträglichsten ist.