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Zahnersatz – Prothesen

Zahnlose Kiefer versorgt der Zahnarzt in der Regel mit Vollprothesen. Sie gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben für Zahnmediziner und Zahntechniker. Die Kieferverhältnisse beeinflussen Halt und Funktion des Zahnersatzes. Anfangs können die neuen Prothesen Probleme bereiten – auch wenn sie perfekt sitzen.

Zahnersatz Prothesen – guter Halt

Die künstlichen Zähne sollten auf dem Kiefer ruhig liegen bleiben und dürfen sich nicht lockern. So können Sie als Patienten gut kauen und sprechen. Damit die Prothesen gut sitzen, nimmt der Zahnarzt zunächst Abdrücke der Kiefer. Dann bestimmt er die Bisslage. Für einen optimalen Halt werden mehrere Proben durchgeführt. Nach diesen Vorgaben fertigt der Zahntechniker individuell auf den Patienten zugeschnittene Vollprothesen an. Da diese nur lose aufliegen, passt der Zahntechniker die Prothesenbasis exakt an die Kiefer an. So entsteht ein Saugeffekt, durch den „die Dritten“ halten. Darüber hinaus hängt der Halt der Prothese zusätzlich von Faktoren wie der Kieferform und der Art und Menge des Speichels ab.

Zahnersatz Prothesen – natürliches Aussehen

Eine gut aufgestellte Prothese stützt die Lippen und gibt dem Gesicht sein natürliches Aussehen zurück. Der Zahntechniker kann Form und Farbe der künstlichen Zähne so anpassen, dass sie altersgemäße Gebrauchsspuren zeigen. Damit gleichen sie natürlichen Zähnen.

Zahnersatz Prothesen – auch nachts tragen

Totalprothesen stützen den Unterkiefer gegenüber dem Oberkiefer ab. Somit unterstützen sie die natürliche Lage der Kiefer zueinander. Sie wirken zudem vorbeugend gegen nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe). Daher sollten Sie den Zahnersatz abends gründlich reinigen und in der Regel auch über Nacht einsetzen.

Zahnersatz Prothesen – das sollten Sie wissen

- Eine Eingewöhnungsphase mit neuen Prothesen von etwa einem Vierteljahr ist völlig normal.

- Tragen Sie Ihre Prothesen regelmäßig, auch wenn Sie diese anfangs möglicherweise trotz perfektem Sitz als Fremdkörper empfinden.

- Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt zeigen, wie Sie die Prothesen richtig einsetzen, herausnehmen und reinigen. Zu Beginn üben Sie am besten vor dem Spiegel.

- Entstehen Druckstellen und Entzündungen, zögern Sie nicht, zu Ihrem Zahnarzt zu gehen. Er kann in vielen Fällen helfen.

- Säubern Sie Vollprothesen zweimal am Tag gründlich mit einer Prothesenzahnbürste und Pflegeschaum oder flüssiger Seife. Anschließend gut abspülen.

- Reinigungstabletten können sinnvoll sein. Bitte beachten Sie die Anwendungsvorschriften.

- Kratzen Sie niemals harte Beläge mit Messern oder Ähnlichem vom Zahnersatz ab. Dies kann Schäden verursachen.

Zahnersatz Prothesen – Implantate als Anker

Bei flach ausgebildeten Kiefern kann der Halt der Prothese eingeschränkt sein. Hier prüft der Zahnarzt, ob der Zahnersatz mit Implantaten besser hält. Spezielle Verbindungen fixieren den Zahnersatz deutlich fester an den Kiefer. Ist der Kieferknochen sehr stark abgebaut, beteiligt sich die gesetzliche Krankenversicherung an den Kosten.

Zahnersatz Prothesen – zweimal jährlich zum Prothesen-Check

Die wenigsten Patienten wissen, dass sie zweimal jährlich Anspruch auf einen kostenlosen „Prothesen-Check“ durch ihren Zahnarzt haben. Er überprüft den Sitz der Prothese.

Gerade Vollprothesen sitzen mit der Zeit oft nicht mehr so richtig und sicher wie am Anfang. Mögliche Gründe: Verlust von Knochensubstanz, Abnutzung der Prothesenzähne, Gewichtszu- oder -abnahme sowie altersbedingte Veränderungen der Mundschleimhaut. Werden die Bissverhältnisse nicht korrigiert und wird eine schlecht sitzende Prothese nicht neu angepasst, sondern das Symptom lediglich mit Haftcremes behandelt, kann es langfristig zu Veränderungen am Zahnfleisch sowie zum Abbau des Kieferknochens und zu Kiefergelenkbeschwerden kommen.

Zahnersatz Prothesen – Prothesen unterfüttern

Der Zahnarzt kann solche schädlichen Folgen verhindern, indem er die Prothese vom Zahntechniker im Meisterlabor unterfüttern lässt. Sie haben einmal im Jahr Anspruch auf eine neue Unterfütterung mit anteiliger Kostenübernahme durch die Kasse. Je nach Bonus müssen gesetzlich Versicherte 35 bis 50 Prozent der Kosten selbst tragen. Private Versicherungen übernehmen je nach Vertragskonditionen anteilige Kosten.

Aber: Die Investition lohnt sich. Eine gut sitzende Prothese verhindert nicht nur Folgeschäden, sondern gibt Ihnen auch Sicherheit und Lebensqualität. Sie können wieder ganz normal essen, trinken und sprechen, ohne zu fürchten, die Prothese zu verlieren.