Der Zahnarzt erstellt einen Heil- und Kostenplan, kurz HKP, für gesetzlich versicherte Patienten, die Zahnersatz benötigen. Auf der Grundlage der Therapie- und Kostenplanung bemisst die Krankenkasse ihre Zuschüsse.

Ein Heil- und Kostenplan ist schwer zu verstehen. Felder, Kürzel und Tabellen erkären wir hier Schritt für Schritt. Wählen Sie die Bereiche "Übersicht", "Befunde Gebiss", "Befunde Zuschüsse", "Kosten" oder klicken Sie auf die orangen Kästchen.

Interaktive Anwendung, Animation, Der Zahnarzt stellt einen Heil- und Kostenplan aus. Im Heil- und Kostenplan schreibt der Zahnarzt auf: welche Behandlungen er beim Patienten durchführt und wie viel Geld diese Behandlungen kosten Die Krankenkasse bezahlt meist einen Teil des Geldes für die Behandlung. Den Rest bezahlt der Patient. Deshalb ist es wichtig, den Heil- und Kostenplan zu verstehen. In diesem Informationsblatt erklären wir Schritt für Schritt, wie man einen Heil- und Kostenplan liest. Der Patient muss drei Dinge mit dem Heil- und Kostenplan tun: Lesen, unterschreiben und an seine Krankenkasse schicken. Verstehen leicht gemacht Der Heil- und Kostenplan im Überblick Jeder Zahn hat eine Nummer. Sie besteht aus zwei Zahlen. Die erste Zahl beschreibt die Lage des Zahns im Kiefer. Dazu unterteilt der Zahnarzt den Kiefer in vier Bereiche: 1 = Zähne oben rechts im Kiefer 2 = Zähne oben links im Kiefer 3 = Zähne unten links im Kiefer 4 = Zähne unten rechts im Kiefer Die zweite Zahl beschreibt die Lage des Zahns noch genauer: Man zählt die Zähne der Reihe nach durch. Vom Schneidezahn (vorne) bis zum Weisheitszahn (hinten). Und so zählt man: Der große Schneidezahn in der Mitte hat die Zahl 1. Der kleine Schneidezahn daneben hat die Zahl 2. Dann kommt der Eck-Zahn mit der Zahl 3. Es folgen die kleinen Backenzähne mit den Zahlen 4 und 5, sowie die großen Backenzähne mit den Zahlen 6 und 7. Bis hin zum Weisheitszahn ganz hinten im Kiefer. Er trägt die Zahl 8. Ein Beispiel: Der Zahnarzt möchte den ersten großen Backenzahn oben rechts behandeln. Die erste Zahl lautet 1. Denn der Zahn ist oben rechts im Kiefer. Die zweite Zahl lautet 6. Denn der erste große Backenzahn steht an sechster Stelle im rechten oberen Bereich des Kiefers. Beide Zahlen zusammen ergeben die Nummer 16. Das Gebiss – Nummerierung der Zähne Teil I: Befunde für des gesamte Gebisses Teil IV: Zuschussfestsetzung Diesen Teil füllt die Krankenkasse aus. Wichtig: Das „Bonusheft“. In diesem notiert der Zahnarzt die regelmäßigen Kontrolltermine einmal jährlich. Das Bonusheft muss mit dem Heil- und Kostenplan bei der Krankenkasse eingereicht werden. Das lohnt sich: Wer in den letzten fünf oder zehn Jahren bei allen Kontrollterminen war, erhält 20 oder 30 Prozent mehr Festzuschuss. Bei sogenannten „Härtefällen“ übernimmt die Krankenkasse alle Kosten (Härtefallregelung). Das alles wird durch Stempel und Unterschrift bestätigt. Grundsätzlich darf der Zahnarzt die Behandlung erst nach der Genehmigung des Heil- und Kostenplanes beginnen. Nach der Behandlung rechnet der Zahnarzt die Kosten zusammen. Die Kosten können von der Planung abweichen, da sie zu Beginn der Behandlung geschätzt werden. Das liegt in der Regel am Material, das im Labor benötigt wird. Weicht der Zahnarzt während der Behandlung vom Plan ab, weil eine neue Lage entstanden ist, muss der Zahnarzt den Patienten darüber aufklären und die Kosten erläutern. Eventuell muss die Krankenkasse den geänderten Plan erneut genehmigen. Teil V: Rechnungsbeträge Für jede Behandlung und jeden Befund gibt es eine Abkürzung. Alle diese Abkürzungen werden in dem Feld „Erläuterungen” erklärt. Auf der Rückseite dieses Informationsblattes gibt es ein TP Lexikon mit ausführlichen Erkärungen zu den Begriffen. R B Teil II: Befunde für die Fest-Zuschüsse Hier stehen die Einzelkosten In die erste Spalte schreibt der Arzt die Nummer des Befundes für die Krankenkasse. Sie sieht daran, welchen Festzuschuss sie zu zahlen hat. In der zweiten Spalte steht die Nummer des Zahns. Bei einer Brücke, die mehrere Zähne betrifft, heißt das: „Gebiet“. In der dritten Spalte steht die Anzahl der Befunde. Hier stehen die Gesamtkosten. Zahnarzthonorar bei der Regelversorgung (BEMA = Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen – Gebührenordnung für die gesetzlichen Krankenkassen) Zahnarzthonorar bei Zusatzleistungen (GOZ = Gebührenordnung für Zahnärzte – private Gebührenordnung) Kosten für Material Labor Teil III: Kostenplanung BEMA-Nummer Jede Behandlung hat eine BEMA-Nummer. Die BEMA-Nummer bestimmt das Honorar des Zahnarztes. Diese Nummer trägt der Zahnarzt ein. In der zweiten Spalte steht die Anzahl der Leistungen. Zahnärztliches Honorar BEMA Für jede BEMA-Nummer gibt es eine feste Punkt-Zahl. Die Punkt-Zahl wird mit dem Wert 0,7143 multipliziert. Das Ergebnis ist das Honorar für den Zahnarzt. Zahnärztliches Honorar GOZ Hier stehen die Kosten für individuelle Leistungen. Das sind Behandlungen, die über die Regelversorgung hinausgehen. Der Patient muss diese Behandlung selbst bezahlen. Dazu gibt es eine Anlage am Heil- und Kosten Plan. Material- und Laborkosten Hier stehen die Kosten für das Material und die zahntechnischen Laborleistungen. Behandlungskosten insgesamt Hier stehen die Gesamtkosten sowie das Datum. Was der Zahnarzt ausfüllt: = Befund Meint den Zustand der Zähne. Fehlt z.B. ein Zahn, steht dort ein „f“ = Regelversorgung Die Regelversorgung ist der Standard für die vorliegende Situation. Auf deren Grundlage wird der Zuschuss der Krankenkasse berechnet. So erkennt die Krankenkasse, wie viel Geld sie für die Behandlung bezahlen muss. Welche Kosten die Kasse letztendlich übernimmt, heißt „Festzuschuss“. = Therapieplanung Hier steht, welcher Zahnersatz wirklich angefertigt wird. Z.B. wenn der Patient Zahnersatz über die Regelversorgung hinaus wünscht. Dafür benutzt der Zahnarzt Abkürzungen. Alle diese Abkürzungen werden auf der Rückseite dieses Informationsblattes ausführlich in einem Lexikon erklärt. B R TP Zum Schluss unterschreibt der Zahnarzt. Wird ein Gutachter hinzugezogen, unterschreibt er ebenfalls. 1 oben rechts Oberkiefer Unterkiefer 4 unten rechts 2 oben links 3 unten links Hier stehen Name, Anschrift, Geburtstag und die Krankenkasse. Der Patient unterschreibt rechts daneben, dass er Mitglied dieser Krankenkasse ist, dass er über alle Alternativen der Behandlung aufgeklärt wurde und mit dem beantragten Zahnersatz einverstanden ist.  ZA-Honorar: Diese Zahl übernimmt der Zahnarzt aus dem Teil III ganz links.  ZA-Honorar zusätzliche Leistungen Hier notiert der Arzt die notwendig gewordenen zusätzlichen Leistungen.  ZA-Honorar GOZ Hier stehen die Kosten für individuelle Leistungen.  Material- und Laborkosten gewerblich Hier stehen die Material- und Laborkosten aus dem zahntechnischen Labor. Dafür wird dem Heil- und Kostenplan eine gesonderte Abrechnung beigefügt. Material- und Laborkosten Praxis Hier stehen die Material- und Laborkosten, die in der Zahnarzt-Praxisentstanden sind z. B. Abformungen. Dafür wird dem Heil- und Kostenplan eine gesonderte Abrechnung beigefügt.  Versand-Kosten Praxis Hier stehen die Versand-Kosten zum zahntechnischen Labor.  Gesamt-Summe Hier stehen die Gesamtkosten der Behandlung. Festzuschuss Kasse Hier notiert der Zahnarzt den Betrag, den die Krankenkasse zahlt.  Versicherten-Anteil – Die wichtigste Zeile für Patienten! Hier steht der Betrag, den der Patient für die Behandlung zahlen muss. Die Berechnung ist einfach: Gesamt-Summe – Festzuschuss (Krankenkassen-Anteil) = Kosten, die der Patient tragen muss. Befund a = Adhäsivbrücke (Anker, Spanne) Diese Brücke wird angeklebt. Die benachbarten Seiten werden kaum beschliffen. Die Brücke kann eine Alternative zu einem Implantat sein, wenn der Platz nicht ausreicht. b = Brückenglied Brückenglieder ersetzen die fehlenden Zähne fest. Die Nachbarzähne werden dabei als tragende Pfeiler genutzt. e = ersetzter Zahn Hier wurde ein Zahn ersetzt. ew = ersetzter, aber erneuerungsbedürftiger Zahn Bereits zu einem früheren Zeitpunkt ersetzter Zahn. Dieser muss erneuert werden. f = fehlender Zahn Ein Zahn fehlt. i = Implantat mit intakter Suprakonstruktion An dieser Stelle ist eine unbeschädigte Krone, Brücke oder Prothese auf dem Zahnimplantat befestigt. ix = zu entfernendes Implantat Das hier vorhandene Implantat muss entfernt werden, beispielsweise wegen eines Defekts. k = klinisch intakte Krone Diese Krone ist ohne Mängel. kw = erneuerungsbedürftige Krone Die Krone muss ersetzt werden. pw = erhaltungswürdiger Zahn mit partiellen Substanzdefekten Der Zahn muss nicht entfernt werden, jedoch sind vorhandene Schäden zu beheben (Füllung ö.ä.). r = Wurzelstiftkappe Funktioniert wie ein Druckknopf, der auf die Zahnwurzel geklebt oder zementiert ist und Prothesen Halt gibt. rw = erneuerungsbedürftige Wurzelstiftkappe Die Kappe weist einen Defekt auf und muss ersetzt werden. sw = erneuerungsbedürftige Suprakonstruktion Der auf dem Zahnimplantat sitzende Zahnersatz muss ersetzt werden. t = Teleskop Besteht aus einer Innen- und einer Außenkrone zur Befestigung von herausnehmbarem Zahnersatz. Auf dem Zahnstumpf sitzt eine dünne Metallhülse. Darauf steckt die Außenkrone, die mit dem herausnehmbaren Teil des Zahnersatzes fest verbunden ist. Wird oftmals bei nur wenigen noch vorhandenen, festen Zähnen eingesetzt. tw = erneuerungsbedürftiges Teleskop Die Teleskopkrone muss erneuert werden. ur = unzureichende Retention Ein Zahn ist auf Grund seiner Form und Größe nicht in der Lage, Zahnersatz (z.B. mit Hilfe einer Klammer) festzuhalten. ww = erhaltungswürdiger Zahn mit weitgehender Zerstörung Der Zahn kann erhalten werden, weist aber deutliche Defekte (z.B. durch Karies) auf. x = nicht erhaltungswürdiger Zahn Der Zahnarzt stuft den Zahn so ein, wenn er nicht mehr repariert werden kann. Er muss gezogen werden. )( = Lückenschluss Ein Zahn fehlt, doch die Lücke ist nicht mehr vorhanden, da die Nachbarzähne zusammengewachsen sind. Behandlungsplan A = Adhäsivbrücke (Anker, Spanne) Diese Brücke wird angeklebt. Die benachbarten Seiten werden kaum beschliffen. Die Brücke kann eine Alternative zu einem Implantat sein, wenn der Platz nicht ausreicht. B = Brückenglied Brückenglieder ersetzen die fehlenden Zähne fest. Die Nachbarzähne werden dabei als tragende Pfeiler genutzt. E = zu ersetzender Zahn Hier soll ein Zahn ersetzt werden H = gegossene Halte- und Stützvorrichtung Hier soll eine Haltefunktion für eine Prothese (z.B. durch eine gegossene Klammer) angebracht werden. K = Krone Zähne „überkronen“ bedeutet, die Zahnkrone des natürlichen Zahnes zu beschleifen, um Platz für die künstliche Krone zu schaffen. Kronen werden aus Metalllegierungen, aus Keramik oder aus einer Kombination von beiden vom Zahntechniker angefertigt. M = Vollkeramische oder keramisch voll verblendete Restauration Vollkeramisch bedeutet, dass der Zahnersatz ausschließlich aus Keramik gefertigt ist. Dieses wird vor allem im sichtbaren Bereich eingesetzt. Die Vollkeramikkrone sieht ganz natürlich aus. Keramisch voll verblendet weist darauf hin, dass der Zahnersatz (z.B. eine Krone oder Brücke aus Metall) komplett einen zahnfarbenen Überzug erhält . O = Geschiebe, Steg etc. Verankerungen bzw. Steckverbindungen. Dienen als Verbindungselemente zwischen den einzelnen überkronten Ankerzähnen sowie herausnehmbarem Zahnersatz. PK = Teilkrone Eine Krone, die nur einen Teil der natürlichen Zahnkrone bedeckt. Der Vorteil der Teilkrone besteht darin, dass mehr gesunde Zahnsubstanz erhalten werden kann. R = Wurzelstiftkappe Funktioniert wie ein Druckknopf, der auf die Zahnwurzel geklebt oder zementiert ist und Prothesen Halt gibt. S = implantatgetragene Suprakonstruktion An dieser Stelle soll eine Krone, Brücke oder Prothese auf einem Zahnimplantat befestigt werden. T = Teleskopkrone Besteht aus einer Innen- und einer Außenkrone zur Befestigung von herausnehmbarem Zahnersatz. Auf dem Zahnstumpf sitzt eine dünne Metallhülse. Darauf steckt die Außenkrone, die mit dem herausnehmbaren Teil des Zahnersatzes fest verbunden ist. Wird oftmals bei nur wenigen vorhandenen, festen Zähnen eingesetzt. V = Vestibuläre Verblendung Der Zahnersatz wird auf der sichtbaren Seite des Zahnes zahnfarben verblendet.

Heil- und Kostenplan: Befund und Behandlungsplan

Der Heil- und Kostenplan ist in fünf Bereiche gegliedert:

Jeder Zahn im menschlichen Gebiss ist nach dem so genannten einheitlichen Zahnschema mit einer zweistelligen Nummer versehen. Diese "Gebissformel" teilt unseren Kiefer mit der ersten Nummer in vier Quadranten. Vom Blickwinkel des Patienten aus, erhält:

  • der rechte Oberkieferquadrant die Ziffer 1,
  • der linke Oberkieferquadrant die Ziffer 2,
  • der linke Unterkiefer die Ziffer 3 und
  • der rechte Unterkiefer die Ziffer 4.

Die jeweils zweite Nummer benennt den einzelnen Zahn innerhalb des Quadranten von der Mitte nach hinten: Der mittlere Schneidezahn bekommt die Ziffer 1, der seitliche Schneidezahn die Ziffer 2, der Eckzahn die Ziffer 3 usw., bis hin zum Weisheitszahn mit der Ziffer 8. Die Kombination der beiden Nummern ergibt die genaue Position eines Zahns.

In der im HKP abgebildeten Tabelle sind alle Zähne des Gebisses mittels dieser Nummern in zwei Zeilen aufgeführt.

Zeile B (=Befund): Der Zahnarzt trägt den Befund mittels festgelegter Kürzel in die Zeile oberhalb oder unterhalb des jeweiligen Zahns ein. Damit beschreibt der Arzt den aktuellen Zustand der Zähne.

Zeile R (=Regelversorgung): Die Regelversorgung ist die Grundversorgung im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Die eingetragenen Kürzel stehen für die Behandlung, die für den Befund vorgesehen ist. Im Folgenden dient die Zeile R als Grundlage, um den Festzuschuss zu berechnen.

Zeile TP (=Therapieplanung): Im Beratungsgespräch entscheiden Zahnarzt und Patient gemeinsam, ob die Regelversorgung ausreicht. Wählt der Patient eine darüber hinausgehende Versorgung, trägt der Zahnarzt die jeweiligen Kürzel in die Zeile TP zur Therapieplanung ein.

Alle Kürzel sind in der Legende unter Erläuterungen erklärt.

Für zusätzliche Hinweise, wie die Angaben zum Alter einer vorhandenen Brücke oder zum gewählten Metall, gibt es weitere Felder zum Ankreuzen und Ausfüllen.

Heil- und Kostenplan: Festzuschüsse

In der Spalte R von Teil I hat der Zahnarzt die Regelversorgung angegeben. Alle diese Versorgungsleistungen haben Nummern, die der Zahnarzt in Spalte 1 unter Befundnummer einträgt. Die jeweilige Nummer entnimmt der Zahnarzt der so genannten „Festzuschuss-Richtlinie“.

In die Spalten 2 und 3 schreibt der Zahnarzt die Bezeichnung des zu behandelnden Zahns bzw. des Gebiets bei einer Brücke oder Prothese sowie die Anzahl der Befunde.

Heil- und Kostenplan: Kosten planen

In diesem Teil stehen die voraussichtlichen Gesamtkosten des Zahnersatzes. Die Kosten setzen sich zusammen aus:

  • dem Honorar des Zahnarztes für Leistungen im Rahmen der Regelversorgung (BEMA),
  • dem Honorar des Zahnarztes für individuell zusätzliche Leistungen (GOZ)
  • und den geschätzten Material- und Laborkosten.

    BEMA heißt Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung: Jede Leistung ist mit einer so genannten BEMA-Nummer versehen, die der Zahnarzt unter 1 in der ersten Spalte einträgt. So steht beispielsweise BEMA-Nr. 20a für „metallische Vollkrone“. Spalte 2 zeigt die Anzahl der Leistung.

    Das zahnärztliche Honorar BEMA unter 2: Den Betrag ermittelt der Zahnarzt mit einer bundeseinheitlichen Formel: Alle BEMA-Nummern haben Punktwerte, die der Zahnarzt zusammenrechnet und dann mit dem festgelegten Punktwert 0,8820 multipliziert.

    Zahnärztliches Honorar GOZ (geschätzt) unter 3: GOZ ist die private Gebührenordnung für Zahnärzte. Privatleistungen nach der GOZ fallen an, wenn der Patient eine über die Regelversorgung hinausgehende Leistung wünscht. Diese listet der Zahnarzt auf der zweiten Seite, der Anlage zum HKP, auf. Die Summe wird auf die erste Seite unter III/3 übertragen.

    Unter 4 führt der Zahnarzt alle geschätzten Kosten für Material und Labor auf. Die voraussichtlichen Gesamtkosten für die Behandlung unter 5 errechnen sich aus den oben angegebenen Beträgen. Der dritte Teil muss mit Datum und Unterschrift des Zahnarztes versehen sein, bevor die Krankenkasse den HKP erhält.

    Heil- und Kostenplan: Zuschuss festsetzen

    Die Krankenkasse trägt die jeweiligen Beträge der Festzuschüsse direkt neben den unter II. gelisteten Befunden ein. Am Ende der Spalte steht die vorläufige Summe. Wichtig: Die Krankenkasse setzt hier auch den Bonus ein, den das Bonusheft mit jährlichen Kontrollterminen belegt. Ist der Patient in den letzten fünf Jahren regelmäßig zur Kontrolle gegangen, erhöht sich der Festzuschuss um 20 Prozent, bei zehn Jahren sogar um 30 Prozent.

    Trifft bei Patienten die Härtefall-Regelung zu, d.h. gesetzlich liegt die volle Befreiung von den Zahnersatzkosten vor, übernimmt die Krankenkasse für die Regelversorgung den doppelten Festzuschuss und gibt das in dem hier vorgesehenen Feld an.

    Der vierte Teil wird von der Krankenkasse mit Datum, Unterschrift und Stempel bestätigt, bevor sie den HKP an den Patienten zurücksendet.

    Heil- und Kostenplan: Rechnung

    Der Zahnarzt trägt hier die tatsächlich angefallenen Kosten ein: Eventuell während der Behandlung entstandene, zusätzliche BEMA-Leistungen weist er unter 2 aus. Dazu gehören beispielsweise die Neuanfertigung eines Provisoriums oder nachträgliche Befunde. Versandkosten fallen an, wenn die Praxis Abformungen und weitere Arbeitsunterlagen an das gewerbliche Labor verschickt hat. Unter 7 steht die Summe aller angegebenen Beträge, also die Gesamtkosten für die Behandlung. In 8 können auch Festzuschüsse für nachträgliche Befunde enthalten sein. Wird der Betrag von der Gesamtsumme abgezogen, ergibt sich der Versichertenanteil unter 9 – für den Patienten das wichtigste Feld, da es ausweist, wie viel er selbst bezahlen muss. Darüber erhält der Patient eine gesonderte Rechnung.

    Für die Abrechnung des Festzuschusses gegenüber der Krankenkasse sendet der Zahnarzt den HKP an die Kassenzahnärztliche Vereinigung seines Bundeslandes.

    Heil- und Kostenplan: Patient und Zahnarzt

    Im oberen Teil überträgt der Zahnarzt Patientendaten, die auf der Versichertenkarte des Patienten gespeichert sind. Weiterhin notiert er seine Vertragszahnarzt-Nummer und versieht den Plan mit dem Erstellungsdatum sowie seinem Stempel. Der Patient unterschreibt den HKP. Im unteren Teil steht die Anschrift des Patienten. Ein eventuell hinzugezogener Gutachter kann den Behandlungsplan bestätigen. Der Zahnarzt füllt Einsatzdatum und Herstellungsort des Zahnersatzes aus und unterschreibt die erfolgte Eingliederung.

    Heil- und Kostenplan: Anlage für besonder Leistungen

    Für Patienten, die gleichartigen oder andersartigen Zahnersatz wünschen: In dem Plan verwendet der Zahnarzt Kürzel aus dem Leistungskatalog der GOZ. Im unteren Feld können Patienten den Unterschied der Kosten bei Regelversorgung und den geplanten Leistungen direkt vergleichen.