Zähne in Gefahr – Piercings und Co.

Zähne in Gefahr – Piercings und Co.

Zahnschmuck und Zungen- oder Lippenpiercings finden viele Jugendliche cool und schick. Doch Studien zeigen: Während Dazzler (aufklebbare Symbole aus Gold-Folie) und Twinkles (massive Schmuckstücke mit Edelsteinen besetzt) oberflächlich auf die Zähne geklebt werden und harmlos sind, sind Piercings im Mundbereich aus zahnmedizinischer Sicht problematisch und schädigen auf Dauer den Mundraum.

Was ist ein Piercing?

Bei einem Piercing wird die Haut durchbohrt und mit einem Schmuckstück - zumeist aus Metall -. verziert. Das Stechen erfolgt häufig in professionellen Percing-Studios.

Welche Piercings gibt es im oder am Mundraum?

Das Labret-Piercing wird unterhalb der Lippe getragen. Ein zentrierter Stecker über der Oberlippe ist das Medusa-Piercing. Das Madonna-Piercing ist seitlich oberhalb der Oberlippe positioniert. Daneben gibt es ein Wangenpiercing auch Cheek-Piercing genannt.

Im Mund ist das senkrecht gestochene Zungenpiercing populär. Weiter gibt es im Mundraum das Stechen durch das Lippenbändchen oder durch das Zungenbändchen.

Das Risiko kurz nach dem Piercen

Ein Problem sind Blutungen und Schwellungen. Der Körper reagiert auf jedes ungewohnte Eindringen. Besonders die Zunge ist hier in Gefahr. Längere Blutungen und starke Schwellungen können die Funktion der Zunge einschränken. Kurzfristig ist der Geschmack und die Aussprache eingeschränkt.

Arbeitet der Piercer unsauber, sind also die Instrumente nicht steril, kommt es zu Infektionen. Auch kleinste Entzündungen können zu einer Narbe führen. Sind die Geschwulste sichtbar, können den Patienten im Gesicht hässliche Narben entstellen. Im Mundraum stören sie permanent den Geschmack oder das Sprechen.

Langfristige Gefahr - die Nerven

Gerade im Bereich des Mundes kommt es häufig zu Nebenwirkungen. Wer ohne medizinische Grundkenntnisse in die Haut oder Körperteile sticht oder bohrt kann dabei Nervenbahnen treffen und schädigen. Von Piercing-Instrumenten durchbohrte Nerven können auch völlig zerstört werden.

Allergien durch Piercing

Zwar sind Piercings aus unbedenklichem Titan weit verbreitet. Doch daneben gibt es auch Piercings aus einfachen Metall-Legierungen. Hinzu kommen Piercings aus Kunststoff. In den meisten Fällen steigt das Risiko einer Allergie. Warum können Piercing den Zähne und dem Zahnfleisch schaden? Piercing-Schmuck ist oft aus Metall. Hier kann eine preiswerte Legierung des Schmucks zu Allergien führen

Zungenpiercing schaden Zahnfleisch und Zähnen

Es kommt beim Tragen des Schmucks zu einer mechanischen Belastung durch die Metallteile. Was heißt das? Beim Sprechen, Kauen oder bei spielerischen Zungenbewegungen schlägt der Metall-Schmuck regelmäßig an die Zähne. Auf Dauer können dadurch im Zahnschmelz feine Risse entstehen. Die Folge: Die Zähne der Piercing-Träger werden empfindlich gegenüber Kälte- und Hitze. Der Zahnnervs wird andauernd gereizt. In den feinen Rissen kann sich leichter eine Karies bilden.

Aus diesem Grund empfehlen Zahnärzte auch auf Zahnersatz aus Keramik zu verzichten, wenn Patienten Piercings im Mundraum tragen.

Lippenpiercing

Der Verschluss der Lippenpiercings liegt auf der Innenseite der Lippe. Entweder wird die Zahnkrone ähnlich geschädigt wie beim Zungenpercing. Oder der Verschluss liegt am Zahnfleischrand und belastet auf Dauer das Zahnfleisch. Die Belastung durch das Metall kann dazu führen, dass sich das Zahnfleisch zurückzieht. Freiliegende Zahnhälsen reagieren auf heiße und kalte Speisen und Getränke empfindlich. Auch hier wächst die Gefahr von Karies.

Studienlage Piercing

Mehr als 70 Prozent der Patienten mit gepiercten Unterlippen haben leichte bis schwere Schäden am Zahnfleisch

Zahnärzte raten von Piercings im Mundraum ab

Eine durchbohrte Lippe oder Zunge stellt immer ein Infektionsrisiko dar. Dazu birgt jede Verletzung der Haut das Risiko langfristiger Schäden. Die Gefahr Zähne und Zahnfleisch zu schädigen ist hoch. Daher raten Zahnärzte - auch wenn es unpopulär ist - Piercings im Mundraum ab.

Piercing-Träger häufiger zum Zahnarzt

Träger von Piercings im oder im Mund sollten regelmäßig ihren Zahnarzt aufsuchen, um mögliche Schäden früh zu erkennen.