Fluorose: weiße Flecken auf den Zähnen

Fluorose: weiße Flecken auf den Zähnen

Eine Fluorose entsteht, wenn Zähne - besonders bei Kindern – mit zu viel Fluorid in Kontakt kommen. Die Bildung von Zahnschmelz, der Zähne vor Karies schützt, wird dann gestört. Er wird porös und das darunter liegende empfindliche Zahnbein ist Bakterien ungeschützt ausgeliefert. 

Plötzlich sind sie da - weiße Flecken auf den Zähnen. Zumeist auf den sichtbaren Schneidezähnen. Betroffen sind Kinder und Erwachsene. Ist das Karies?

Ursache für weiße Flecken

Insgesamt gibt es drei Ursachen für weiße Flecken auf den Zähnen:

  1. zu viel Fluorid,
  2. ein Zahnunfall oder
  3. eine Vorstufe von Karies in Form von White Spots

Überdosierung

Das Zusammenspiel von Fluoridtabletten, fluoridhaltiger Zahnpasta und Fluoridsalz kann zu einer Fluorose führen. Das Risiko für Patienten eine Fluorose zu bekommen ist individuell verschieden.

Bis vor einigen Jahren therapierten Kinderärzte Kindern oft mit Fluoridtabletten, um Karies zu vermeiden. Zusammen mit fluoridiertem Salz und der täglichen Portion Zahnpasta bestand nun die Gefahr, dass Kinder zu hohe Konzentration aufnahmen und und sich an Schneide- und Eckzähnen weiße Flecken bildeten.

Zahnunfall mit Folgen

Neben der Fluorose können weiße Flecken auf Zähnen auch als Folge eines Zahnunfalles in der Kindheit entstehen. So können bei einem Sturz die Milchzähne die bleibenden Zahnkeime verletzen. Die Milchzähne, dass gilt für den Oberkiefer und den Unterkiefer, schieben sich in den Kiefer hinein. Auf der Zahnoberfläche der bleibenden Zähne treten dann oftmals weiße Flecken auf. Auch hier gilt: wen die Flecken stören, kann sich behandeln und die bleibenden Zähne mit Veneers verblenden lassen. Zahnunfälle betreffen überdurchschnittlich oft einen Schneidezahn.

White spots

„Als dritte Ursache kommen die sogenannten white spots in Frage“, weiß Prof. Oesterreich. Diese hellen Flecken sind eine beginnende Karies. Die betroffenen Zähne müssen schnell behandelt werden. So hat man gute Chance, die unschönen Verfärbungen wieder loszuwerden: einerseits durch gründliches Zähneputzen, andererseits durch von einem Zahnarzt kontrollierte Fluoridierung der betroffenen Stellen.

Wer ist betroffen?

Besonders gefährdet sind Kleinkinder und Kinder bis zu einem Alter von sieben Jahren. Aber auch Erwachsene können eine Fluorose bekommen.

Was tun gegen milde Fluorose?

Die milde Fluorose betrifft häufig die mittleren Schneidezähne. „Wird eine Zahnfluorose festgestellt, ist es wichtig, die überhöhte Fluoridzufuhr sofort zu stoppen“, erklärt Prof. Oesterreich. Eine milde Fluorose zieht meist keine Behandlung nach sich, der Zahnschmelz ist nicht geschwächt. Die weißen Flecken bleiben allerdings auf der Zahnoberfläche. Ist die Fluorose stark ausgeprägt und hat die Zähne angegriffen, müssen die Schäden behandelt werden. Wen die weißen Flecken später ästhetisch stören, kann mit Veneers, hauchdünnen Verblendschalen aus Keramik, die Optik wieder herstellen.

Fluorid richtig dosieren

Die Empfehlungen sehen die Prophylaxe mit Fluorid bereits ab der Geburt des Kindes vor. Eltern geben ihrem Baby täglich eine Tablette mit Fluorid und Vitamin D. Ab dem ersten Milchzahn sollten Mama und Papa dann die Zähne ihres Babys mit einer altersgerechten Zahnbürste putzen. Zuerst vielleicht nur einmal am Tag, dann aber zunehmend morgens und abends als festes Ritual zweimal am Tag. Dabei putzen sie entweder mit einer reiskorngroßen Menge fluoridhaltiger Zahnpasta. Oder sie geben weiterhin täglich eine Tablette mit Fluorid und Vitamin D und putzen ohne Zahnpasta oder mit einer Zahnpasta, die kein Fluorid enthält. Während der gesamten Zeit bis zum Alter von sechs Jahren soll eine Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid verwendet werden. Ab dem ersten Geburtstag verwenden Eltern zweimal täglich eine fluoridhaltige Zahnpasta in Größe eines Reiskorns. Eine Tablette ist nun nicht mehr vorgesehen, weil Fluorid am besten wirkt, wenn es direkt auf die Zahnoberflächen trifft. Ab dem zweiten Geburtstag bis zum sechsten Geburtstag beträgt die Menge der Zahnpasta die Größe einer Erbse. Zum zweimal täglichen Zähneputzen zu Hause, kommt das Zähneputzen in der Kita hinzu. Eltern und Kita sollten jeweils auf eine genaue Dosierung der Zahnpasta achten. Ab dem zweiten Lebensjahr können Kinder das Putzen mit Bürste und Zahnpasta zunehmend selbständig erlernen. Es muss jedoch bis weit in das Grundschulalter hinein nachgeputzt werden, mindestens so lange, bis das Kind flüssig Schreibschrift beherrscht.

MIH

Eine Zahnfluorose ist keine Schmelzstörung, auch Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) genannt. In jedem Fall sollten Sie mit Ihrem Kind im Fall von weißen oder brauen Flecken auf den Zähnen schnell einen Zahnarzt kontaktieren.