Einzelansicht

Zahntechniker/in

Hochspezialisierte Zahntechniker stellen in vielen kleinen Schritten Zahnersatz wie Kronen, Brücken oder Prothesen her. Dabei sind sie beides: Handwerker und Computerexperten.

Da sitzen sie: acht junge Erwachsene. Vor ihnen eine Kugel Knetmasse. Die Aufgabe: einen Elefanten gestalten. Was zunächst wie eine Bastelstunde anmutet, ist der Eignungstest der großen zahntechnischen Labore. Ein Test, der Sinn macht. Denn die Zahntechnikerausbildung erfordert vielseitige Fähigkeiten: Kreativität, handwerkliches Geschick, Geduld, Ausdauer. Das Modellieren eines Elefanten verrät aber auch, ob der zukünftige Auszubildende ein gutes Gefühl für Form und Gestalt mitbringt. Das ist erforderlich, um Zahnformen und Zahnstellungen korrekt nachbilden zu können. Schließlich soll der Zahnersatz perfekt zu diesem einen Patient und zu seinen natürlichen Zähnen passen.

Ausbildung zum Zahntechniker – Wissenswertes

Wer sich um einen Ausbildungsplatz als Zahntechniker bewirbt, sollte Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern haben. Aber auch Kreativität und gestalterische Fähigkeiten sind gefragt. „Formal müssen Bewerber mindestens einen Hauptschulabschluss mitbringen“, erklärt Zahntechnikermeister Klaus Bartsch, Vizepräsident des Verbands Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI). „Überwiegend stellt das Zahntechniker-Handwerk jedoch Auszubildende mit Mittlerer Reife oder Abitur ein.“ Die duale Ausbildung dauert in der Regel dreieinhalb Jahre. Da es sich in der zahntechnischen Berufsbildung in erster Linie um die Vermittlung von handwerklichem Können handelt, ist eine Verkürzung der Ausbildung nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Beschäftigungsort sind Dentallabore, Labore von Zahnarztpraxen und Zahnkliniken. Der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen veröffentlicht jährlich die Empfehlungen der regionalen Zahntechniker-Innungen zur Ausbildungsvergütung. Diese Empfehlungen können sich je nach Region unterscheiden, weisen jedoch einen dynamischen Verlauf auf.

Ausbildung zum Zahntechniker – analog und digital arbeiten

Auch wenn in den kommenden Jahren die digitale Fertigung im Zahntechnikerhandwerk deutlich zunehmen wird, bilden manuelle Kompetenz, Handwerk und Erfahrung weiterhin die Grundlage der zahntechnischen Ausbildung. Wer am Computer Zahnersatz designen sowie Herstellungsprozesse verstehen und beeinflussen kann, ist für die Zukunft gut gerüstet. Zahntechniker digitalisieren zunehmend ihre Arbeitsmodelle und bearbeiten das digitalisierte Modell am Computer. Der Computer ersetzt jedoch nicht die handwerkliche Feinarbeit. Digitale Prozessschritte erfordern immer auch den letzten Anpassungsschritt. Und: Um mit der zahntechnischen Software richtig umgehen zu können, gehört viel zahntechnisches Wissen und Können dazu.

Ausbildung zum Zahntechniker – erfolgreich abgeschlossen, und dann?

Nach erfolgreichem Abschluss bieten sich dem Zahntechniker vielfältige Spezialisierungen und verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten. Innungen, Handwerkskammern oder der eigene Betrieb informieren über Fort- und Weiterbildungen. Wer sich mit einem eigenen Labor selbständig machen möchte, muss einen Meistertitel erwerben und sich in die Handwerksrolle eintragen lassen. Weil das Zahntechnikerhandwerk zu den Gefahren geneigten Berufen zählt, schreibt der Gesetzgeber den Meisterbrief vor. Auch ein Studium im Bereich Zahntechnik ist möglich. Das duale Studium an der Berufsakademie Hamburg qualifiziert zum Fach- oder Betriebswirt für das kaufmännische Management eines Zahntechnikbetriebs. Die Hochschule Osnabrück bietet den Studiengang Dentaltechnologie in Kooperation mit dem Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen an.