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Sauer macht lustig? Gilt nicht für die Zähne!

Aauch Saures schadet auf Dauer den Zähnen. Neben Getränken wie Limonade, Fruchtsaft, Wein und Sekt können auch säurehaltiges Obst, Zitronensäure oder Salate mit Essig-Öl-Dressing bei häufigem Konsum schaden. Ein paar kleine Tricks minimieren das Risiko für Zahnerosionen.

Unter Zahnerosionen versteht man das langsame Auflösen von Zahnhartsubstanz aufgrund von direkter Säureeinwirkung. Nahrungsmittel wie Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte und Erfrischungsgetränke sind meist sehr säurehaltig. Diese Säuren erweichen oberflächlich den Zahnschmelz. Mineralien werden ausgeschwemmt und der Zahnschmelz verliert an Dicke.

Softdrinks und Wasser mit Zusätzen

Sogenannte Softdrinks wie Limonaden und Sportgetränke enthalten häufig nicht nur viel Zucker, sondern sie sind auch sehr sauer. Selbst die Light-Varianten vieler Limonaden weisen einen sehr tiefen Säurewert (pH-Wert) auf. Ein häufiger Konsum dieser Getränke kann also nicht nur Karies, sondern auch Zahnerosionen verursachen. Die Trinkgewohnheiten tragen ebenfalls zum Risiko bei: Das Erosionsrisiko steigt, wenn das saure Getränk, wie zum Beispiel bei einer Weinverkostung, länger im Mund behalten oder durch die Zähne gezogen wird. Trinkt man alle fünf bis zehn Minuten einige Schlucke von einer sauren Limonade, schafft es der Speichel nicht, die Säure in dieser Zeit immer wieder zu neutralisieren. Der Zahnschmelz wird ständig von der Säure angegriffen, denn der pH-Wert im Mund bleibt dauerhaft im sauren Bereich. Besser wäre es also – wenn es überhaupt Limonade sein muss –, alles auf einmal zu trinken. In der Folge neutralisiert der Speichel die Säure.

Auch wer „gesund“ lebt, ist gefährdet

Menschen, die viel Obst und mit Essig angemachte Salate verzehren, haben ein höheres Risiko für Zahnerosionen. Zu sehr stark säurehaltigem Obst gehören Zitrusfrüchte wie Zitronen, Kiwi, Orangen und Grapefruit, aber auch saure Beeren, wie zum Beispiel Johannisbeeren. Gerade Vegetarier nehmen viel von diesen eigentlich gesunden Lebensmitteln zu sich. Wer das Risiko für Erosionen reduzieren möchte, sollte zu oder nach dem sauren Obst Kalzium zu sich nehmen, zum Beispiel in Form eines Früchtequarks. Ein Glas Milch reichert den Speichel mit Kalzium an. Die ausgeschwemmten Schmelzmineralien werden zumindest zum Teil wieder ersetzt. Bei zu vielen sauren Mahlzeiten über einen langen Zeitraum hinweg sind die Pufferwirkung des Speichels und das Remineralisationsvermögen des Schmelzes jedoch erschöpft. Der Substanzabbau an den Zähnen schreitet fort. Mit der Zeit reduziert sich die Zahnschmelzdicke. Höckerspitzen verflachen bis hin zu kleinen Mulden, an Glattflächen schimmert schließlich das gelbliche Zahnbein, das Dentin, hindurch. Der Zahn verändert seine Form. Ist die schützende Schmelzschicht verschwunden, greifen die Säuren auch auf das Dentin über. Neben den Zahnsubstanzverlusten macht Betroffenen vor allem die erhöhte Temperaturempfindlichkeit der Zähne zu schaffen.

Nicht warten: Zähneputzen!

Der Satz „Nach dem Essen – Zähneputzen nicht vergessen“ gilt auch beim Verzehr säurehaltiger Speisen. Wer also zum Frühstück gern frisches, saures Obst zu sich nimmt, muss nicht eine halbe Stunde mit dem Putzen warten.