Präsident mit einem Zahn

Präsident mit einem Zahn

Für Medienberater heutiger Politiker wäre er vermutlich ein Grauen gewesen: George Washington (1732–1799), der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Denn ein einnehmendes Lächeln wäre dem Präsidenten schwergefallen. Neben seiner historischen Bedeutung ist sein gesundheitlicher Zustand immer wieder Gegenstand von Forschungen gewesen. Seit seinem 24. Lebensjahr verlor er fast jährlich einen Zahn, wahrscheinlich aufgrund des damals üblichen hohen Verzehrs von Zucker.

Bei seiner Wahl zum ersten Präsidenten der USA 1789 besaß er noch einen einzigen natürlichen Zahn. So verfügte Washington aus repräsentativen Gründen über eine große Anzahl künstlicher Gebisse, die aus Wal- oder Walrossbein gefertigt wurden. Im Gegensatz zu den heute üblichen filigranen Arbeiten der Zahntechnikermeister war dieser Zahnersatz recht grobschlächtig gestaltet.

Auch generell stark gefährdet

Generell war der Gesundheitszustand des Präsidenten beispielhaft für die gesellschaftliche Elite des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Mit 17 ereilte Washington die Malaria. Im weiteren Verlauf litt er an Diphtherie, Tuberkulose und Pocken. Während seiner Präsidentschaft schwächte ihn eine schwere Lungenentzündung. Die Aufzählung der Krankheiten belegen eindrucksvoll die gesundheitlichen Gefährdungen seiner Zeit, die Washington wohl nur wegen seiner privilegierten Stellung überstehen konnte.