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Zahnunfall: Zahn erhalten

Schnell ist es beim Herumtoben in Kindergarten, Schule oder Freizeit passiert. Etwa die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen hat vor dem 16. Lebensjahr einen Zahnunfall. Auch zahlreiche Sportarten erhöhen das Risiko für einen Zahnunfall. Betroffen sind nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene.

Ein Zahnunfall kann zu ganz unterschiedlichen Verletzungen führen. Wer nur unkomplizierte Risse im Zahnschmelz davonträgt, hat Glück gehabt. Schwerwiegendere Verletzungen von abgebrochenen bis hin zu ausgeschlagenen Zähnen sind nicht selten. „Werden Zahnunfälle nicht sofort kompetent behandelt, können insbesondere schwer verletzte Zähne häufig nicht erhalten werden“, erläutert Prof. Dr. Andreas Filippi, Universitäres Zentrum für Zahnmedizin Basel UZB, Schweiz. „Die lebenslangen Folgekosten nach einem schweren Zahnunfall im Kindesalter können enorm hoch werden.“ Unschön zudem: Meist sind bei einem Zahnunfall die gut sichtbaren oberen Schneidezähne betroffen.   

Zahnrettungsbox: Zahn bei Zahnunfall erhalten

Häufig kann der Zahnarzt einen ausgeschlagenen bleibenden Zahn in den Kiefer zurückpflanzen oder ein abgebrochenes Stück wieder anbringen. Entscheidend ist, dass Sie das Richtige tun:

1. Ausgeschlagene Zähne oder Zahnteile sofort suchen.

2. Nur die Zahnkrone, nicht die Zahnwurzel anfassen.

3. Ist der Zahn verschmutzt, nicht reinigen oder desinfizieren.

3. Den Zahn sofort in eine Zahnrettungsbox legen (zum Standortverzeichnis, auch in Apotheken für 15 bis 20 Euro erhältlich).

4. Ist keine Zahnrettungsbox vorhanden, das nächstbeste verfügbare Medium verwenden. Achtung: Aufbewahrung für nur eine halbe bis zwei Stunden.

Rangfolge Lagerung:

  • Zellnährmedium (Zahnrettungsbox)
  • H-Milch (gekühlt)
  • In Frischhaltefolie einwickeln
  • Kochsalzlösung (Apotheke)
  • Nicht geeignet: Wasser, Speichel, feuchtes Taschentuch, Mund, Trockenlagerung.