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Hilfe – meine Zunge brennt!

Der Fachbegriff des Phänomens „Zungenbrennen“ ist ein Zungenbrecher: Glossodynie. Da die Ursachen sehr vielfältig sind, kann eine gebaue Diagnose langwierig sein. Die betroffenen Patienten leiden unter einem Brennen, dass Stunden anhalten kann. Ein trockener Mund und verändertes Geschmacksempfinden kommen hinzu.

Zungenbrennen - wer ist betroffen?

Zwei bis fünf Prozent der deutschen Erwachsenen leiden unter dem Phänomen „Zungenbrennen“. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Oft sind die Beschwerden abhängig von der Tageszeit. Im Laufe des Tages nehmen die Schmerzen zu, bis sie am Abend ihren Höhepunkt erreichen. Die Betroffenen berichten, dass die Missempfindungen beim Essen in den Hintergrund treten und daher nicht stören.

Zungenbrennen: Zahnmedizinische Ursachen

Die Ursachen von Zungenbrennen sind vielfältig. Es ist schwierig und es gelingt nicht immer, trotz sorgfältiger Diagnostik, die Ursache eindeutig festzustellen. Als Auslöser naheliegend sind Mund- und Zahnprobleme. Deshalb ist es ratsam, beim Auftreten der Beschwerden einen Zahnarzt zu konsultieren. Traumatisierende Reizungen der Zunge durch defekte Zahnprothesen, scharfe Zahnkanten, ein Zungenpiercing, generelle Entzündungen der Mundschleimhaut oder Knirschen sowie Pressen mit den Zähnen können das permanente Brennen und Kribbeln auslösen. Stellt der Zahnarzt eine solche Reizung fest, wird er diese in seiner Behandlung beheben. In der Regel klingen die Symptome rasch ab.

Zungenbrennen: Wenn zahnmedizinische Ursachen ausfallen

In manchen Fällen hält das Brennen und Jucken aber an. Nicht selten klagen die Patienten zudem über einen trockenen Mund. Scheiden Ursachen aus, die in den zahnmedizinischen Bereich fallen, gibt es dermatologische Krankheitsbilder, die Zungenbrennen auslösen können: Pilzbefall der Mundhöhle, Herpesinfektionen, Allergien oder die sogenannte Landkartenzunge.

Zungenbrennen: Häufig mit Beginn der Wechseljahre

Auffallend häufig fällt das Auftreten der Beschwerden mit dem Beginn der Wechseljahre zusammen, was auf einen hormonellen Einfluss schließen lässt. Auch können Schwangerschaft, Erkrankungen des Stoffwechsels wie Diabetes, Erkrankungen der Speicheldrüsen, Autoimmunerkrankungen wie das Sjörgen-Syndrom oder Probleme mit der Verdauung, darunter die Refluxkrankheit, zu Zungenbrennen führen.

Wenn Medikante Zungenbrennen auslösen

Als weiterer möglicher Auslöser kommen die Nebenwirkungen von Arzneimitteln wie ACE-Hemmer und Antidepressiva infrage. Außerdem können Alkohol und suchterzeugende Medikamente die unangenehmen Symptome auslösen. Die Praxis zeigt, dass oftmals auch ein Zusammenspiel mehrerer Krankheiten und Einflüsse zu einer Glossodynie führt.

Zungenbrennen auch psychotherapeutisch behandeln

Wird eine Erkrankung im zahnmedizinischen oder dermatologischen Bereich oder eine andere Grunderkrankung als Ursache festgestellt, kann diese gezielt vom jeweiligen Arzt behandelt werden. Wird hier keine genaue Ursache gefunden, müssen psychische Ursachen und eine psychotherapeutische Behandlung in Betracht gezogen werden. Seelische Faktoren wie Stress, Depressionen oder Beschwerden der Wechseljahre können das sogenannte Burning-Mouth-Syndrom auslösen. In besonders schweren Fällen ist der Aufenthalt in einer Klinik möglich, die sich auf die Behandlung von chronischen Schmerzen spezialisiert hat.

Mundhygiene hilft Zungenbrennen zu lindern

Um das Brennen und Kribbeln etwas zu lindern, ist eine sorgfältige Mundhygiene wichtig. Dazu gehört auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Alkohol und Nikotin sollten dagegen gemieden werden, da diese nicht nur lokal zusätzlich reizen, sondern auch die Speichelproduktion negativ beeinflussen. Ebenso stark gewürzte und saure Lebensmittel, die die Mundschleimhaut reizen könnten. Lokal angewendete Lösungen, die die Mundschleimhaut betäuben, können die Symptome teilweise lindern. Manchen Patienten helfen auch Mundspülungen mit kühlem Salbeitee oder Salzwasser.