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Bohren in der Zahnarztpraxis

Haben die Kariesbakterien den Zahnschmelz zerstört, kann meist nur noch der Bohrer helfen. Mit ihm trägt der Zahnarzt den erkrankten Bereich des Zahns ab und verhindert so ein Ausbreiten der Karies. Der Zahn wird anschließend gefüllt oder gegebenenfalls wieder aufgebaut, um seine Kauleistung erfüllen zu können.

Bohren gehört zu den wichtigsten Methoden der zahnärztlichen Behandlung. Mit einem Bohrer entfernt der Zahnarzt Karies. Die schnell rotierenden Bohrer lösen viele Ängste aus.  

Woraus besteht ein Bohrer

Die Bohrköpfe bestehen aus Stahl, Hartmetall oder Diamant. Einige Bohrer mit mit Keramik beschichtet. Der Zahnarzt bohrt mit Hilfe verschiedener - teils filigraner - Aufsätze. Daneben verwenden Zahnärzte auch elastische Bohrer, aber nicht um Karies zu entfernen.

Wie ist ein Bohrer aufgebaut

Ein Bohrer beim Zahnarzt besteht aus drei Bauteilen: Dem Kopf, dem Schaft und dem Hals. Tatsächlich arbeitet der Zahnarzt mit dem Kopf. Hier können unterschiedliche Aufsätze eingesetzt werden. Der Zahnarzt wählt den notwendigen Aufsatz aus. Während der Behandlung kann der Zahnarzt diesen Aufsatz mehrfach wechseln, falls dies erforderlich ist.

Wie funktioniert ein zahnmedizinischer Bohrer

Ein Bohrer trägt mit bis zu 400.000 Umdrehungen pro Minute die beschädigte Substanz ab. So kann sich die Karies nicht weiter ausbreiten. Damit wird der gesunde Teil des Zahns vor weiterem Schäden zu bewahrt.

Dafür wird zunächst ein geeigneter Zugang zur Karies durch gesunde Zahnhartsubstanz geschaffen. Dies geschieht meist mit schnell rotierenden diamantbeschichteten Bohrern, die wassergekühlt werden, um eine für den Zahn schädliche Hitzeentwicklung zu vermeiden. Zur möglichst volständigen Entfernung der bräunlichen und weichen Karies kommen dann unterschiedliche Methoden zur Anwendung:

Am häufigsten ist der Einsatz sogenannter Diamantschleifer. Diese „schaufeln“ die Karies bei geringer Drehzahl und ohne Wasserkühlung rotierend heraus. Mit Handinstrumenten –  sogenannten Excavatoren – kann bei kleineren kariösen Stellen die Karies wie mit einem kleinen Löffel herausgekratzt werden.

Besonders bei kleinen Kindern, bei denen der Einsatz rotierender Instrumente wegen plötzlicher, unkontrollierter Bewegungen zu gefährlich wäre, kann ihr Einsatz sinnvoll sein.

Während der Behandlung wird der Zahn  mit einem Wasser-Luft-Gemisch (mindestens 50 ml Wasser/min) gekühlt und gleichzeitig gereinigt. Überschüssiges Wasser, Speichel und die ausgebohrte Karies entfernt die Zahnarzthelferin mit einem Absaugschlauch.

Bohren ohne Schmerzen

Schmerzen beim Bohren entstehen durch den Druck, die rotierende Bewegung und die Hitze des Bohrers. Mit einer Spritze wird deshalb der betroffene Bereich während der Behandlung betäubt, so dass der Zahnarzt in der Regel schmerzfreki die Karies entfernt.

Bohrer - eigentlich leise

Moderne Bohrer rotieren relativ leise. Die Lautstärke beträgt maximal 60 dB, was ungefähr dem Geräusch einer Nähmaschinde entspricht. Patienten empfinden einen Bohrer allerdings deutlich lauter als Personen in der Umgebung. Der Grund: Ein Bohrer beim Zahnarzt befindet sich im eigenen Mund und damit näher am Ohr. Zugleich ist der Mund ein Resonanzraum, welcher das Bohrgeräusch für den Patienten deutlich lauter wiedergibt. Dieser Effekt begnet uns auch bei elektrischen Zahnbürsten. 

Karies beobachten statt bohren

Zahnärzte versuchen heute möglichst viel Zahnsubstanz zu erhalten. Oft wird daher eine entandene Karies beobachtet und kontrollert. Dieser Prozess kann einige Jahre dauern

Alternativen zum Bohrer

Neben den zahnärztlichen Bohrer gibt es immer wieder Ideen, Karies auf andere Arten zu entfernen.

Oberflächliche Karies oder solche, die sich in den Zahnfurchen - den Fissuren - bildet, kann der Zahnarzt zu Beginn mit einem Laser entfernen. Die gebündelten Lichtpulse "sprengen" die erkrankte Substanz Stück für Stück ab. Die dabei entstandenen Oberflächen sind allerdings nicht glatt, so dass der Zahnarzt den Zahn mit rotierenden Instrumenten nachpoliert. Die Methode wird jedoch nicht von der Krankenkasse bezahlt.

Bei einer zweiten Methode wird der Zahn mit flüssigem Kunststoff befüllt. Der Ablauf ist vergleichbar mit einem Schwann, der mit Wasser benetzt wird. Der Kunststoff dringt in die Poren ein, in denen Teile des Zahnschmelzes bereits durch Bakterien herausgelöst sind. Dort sorgt der erhärtete Kunststoff erneut für Stabilität. Das Verfahren stoppt die Demineralisierung. Die Karies muss dazu aber früh erkannt werden. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht.