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Interview „Zähne im Alter haben hohe Signalwirkung“

Die Bevölkerungsentwicklung zeigt, dass die Menschen im Durchschnitt immer älter werden. Gründe dafür sind die Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen, aber auch die medizinisch gute Versorgung spielt eine entscheidende Rolle. Die vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV) von 2005 zeigt, dass knapp über 30 % der 65 bis 74-jährigen eine Vollprothese Vollprothese
Totalprothese, „dritte Zähne“ genannt; herausnehmbarer Zahnersatz bei kompletter Zahnlosigkeit im Ober- oder Unterkiefers. Die Prothesenbasis besteht in der Regel aus rosafarbenem Kunststoff, in den fabrikgefertigte Kunststoffzähne eingearbeitet werden; nur selten werden Keramikzähne verwendet (zu schwer und bruchanfällig). Die Totalprothese liegt der Schleimhaut des Kieferknochens auf, so dass die Kaukräfte auf diese weitergeleitet werden. Der Prothesenhalt kommt durch den Unterdruck und die Kapillarkräfte zwischen Prothesenbasis und Schleimhaut zustande sowie durch die Stabilisierung der Muskulatur, der Zunge, den Lippen, der Wange und den Zusammenbiss. Um eine gut sitzende Vollprothese zu erhalten, ist eine aufwändige - Abformung und Bissnahme nötig.
tragen. PD Dr. med. Anne Wolowski, Oberärztin und Prüferin für Zahnersatzkunde der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik Prothetik
Kunst des Ersatzes von Körperteilen durch entsprechende Vorrichtungen aus körperfremdem Material. Die zahnärztliche Prothetik umfasst Planung, Herstellung und Einfügen von Zahnersatz.
des Universitätsklinikums in Münster, berichtet in einem Interview mit proDente über die zahnmedizinische Versorgung im Alter.

Welche Bedeutung hat die Zahngesundheit für Senioren?

Mund und Zähne sind ein wichtiger Teil des Selbstbildes mit hoher sozialer Signalwirkung. Wichtige Funktionen, wie eine deutliche Aussprache und die Nahrungsaufnahme, hängen wesentlich vom Zustand der Zähne ab. Zwischenmenschliche Kontakte, Lächeln und gemeinsame Mahlzeiten können nur genussvoll und als Lebensgewinn erlebt werden, wenn sich der ältere oder alte Mensch nicht schämen muss, weil der Zustand seiner Zähne desolat ist, ein „appetitliches Essen“ große Schwierigkeiten bereitet oder er das Gefühl hat, dass er andere durch Mundgeruch Mundgeruch
siehe unter >>Halitosis.
belästigt. Abgesehen von dieser psychosozialen Komponente ist eine ausgewogene Ernährung nur möglich, wenn die „Kauwerkzeuge“ funktionieren und belastbar sind.

Welche Kriterien entscheiden darüber, ob sich Patient und Zahnarzt für eine Teil- oder Vollprothese Vollprothese
Totalprothese, „dritte Zähne“ genannt; herausnehmbarer Zahnersatz bei kompletter Zahnlosigkeit im Ober- oder Unterkiefers. Die Prothesenbasis besteht in der Regel aus rosafarbenem Kunststoff, in den fabrikgefertigte Kunststoffzähne eingearbeitet werden; nur selten werden Keramikzähne verwendet (zu schwer und bruchanfällig). Die Totalprothese liegt der Schleimhaut des Kieferknochens auf, so dass die Kaukräfte auf diese weitergeleitet werden. Der Prothesenhalt kommt durch den Unterdruck und die Kapillarkräfte zwischen Prothesenbasis und Schleimhaut zustande sowie durch die Stabilisierung der Muskulatur, der Zunge, den Lippen, der Wange und den Zusammenbiss. Um eine gut sitzende Vollprothese zu erhalten, ist eine aufwändige - Abformung und Bissnahme nötig.
aussprechen?

Sofern noch Zähne vorhanden sind, stellt sich zunächst die Frage, ob diese erhaltungswürdig sind und möglicherweise als prothetische Pfeilerzähne in eine Versorgung einbezogen werden können. Ein Pfeilerzahn Pfeilerzahn
Zahn, auf dem Zahnersatz abgestützt wird, z.B. eine Brücke befestigt ist.
sollte parodontal gesund sein, wobei Knochenabbau bis zu einem gewissen Grad keine Kontraindikation darstellt. Die Zähne sollten weiterhin kariesfrei sein. „Kariesfrei“ sind auch solche Zähne, die durch eine Füllungstherapie entsprechend vorbehandelt sind. Wurzelkanalbehandelte Zähne sollten keine Auffälligkeiten im Bereich der Wurzelspitze aufweisen. Im Rahmen der prothetischen Planung geht es dann darum zu entscheiden, welche Art Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
angemessen ist. Die Stellung der Zähne im Kiefer, zukünftige Erweiterungsfähigkeit, Pflegefähigkeit, einfache Handhabung sind ebenso Kriterien wie die allgemeine Konstitution und die finanziellen Möglichkeiten des Patienten.

Besonderheit Zahnlosigkeit

Bei zahnlosen Patienten stellt sich als Behandlungsalternative die Frage, ob eine Implantation sinnvoll ist. Diese stellt insbesondere dann eine Befundverbesserung dar, wenn durch konventionelle Mittel kein befriedigendes Ergebnis zu erzielen ist. Vor Implantation wird die Knochendicke gemessen. Ist diese in ausreichendem Maße vorhanden, kann nach Abwägung aller gesundheitlichen Risiken und entsprechender präprothetischer Planung die Implantation durchgeführt werden. Sofern das Knochenangebot nicht mehr ausreichend ist, ist eine weitere Operation notwendig. Da dieses mit hohem Aufwand und längeren Einheilzeiten verbunden ist, sollte bei Schwierigkeiten mit Totalprothesen und nach Ausschöpfung konventioneller Möglichkeiten frühzeitig eine entsprechende Beratung eingefordert werden. Selbstverständlich sind auch hier allgemeingesundheitliche Risiken abzuwägen.

Welche Probleme können durch Prothesen auftreten?

Man sollte in diesem Zusammenhang nicht über Prothesen allgemein sprechen, sondern unterscheiden zwischen totalen Prothesen für zahnlose Patienten und Teilprothesen für Patienten mit reduzierter natürlicher Bezahnung. Die Merkmale der Teilprothesen ist, dass deren Sättel zum Ersatz der fehlenden Zähne auf der Schleimhaut gelagert sind und sie über Halteelemente, wie z. B. Klammern, Geschiebe Geschiebe
Steckverbindungen, die als Verbindungselemente zwischen dem Restzahnbestand bzw. einzelnen überkronten Ankerzähnen und herausnehmbarem Zahnersatz dienen.
oder Teleskopkronen mit den natürlichen Zähnen verbunden sind. Ein Nachlassen der Passgenauigkeit der Sättel führt zu einer Fehlbelastung der Zähne, die darauf mit Lockerung reagieren. Auch ist die Pflege einzeln stehender Pfeilerzähne wider Erwarten schwieriger. Hier muss besonders darauf geachtet werden, dass sämtliche Zahnflächen und die Kronenrandbereiche gereinigt werden.

Bei Schleimhaut gelegenen Totalprothesenträgern führt vor allem der natürliche Schwund des Kieferknochens, also des Prothesenlagers, zu Schwierigkeiten: die „Prothesenhaftung“, insbesondere bei unteren Prothesen lässt nach. Eine Lagestabilisierung kann durch Implantate erreicht werden. Dies ist im Unterkiefer deutlich häufiger angezeigt als im Oberkiefer.

Gibt es einen Trend zum implantatgestützten Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
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Die Implantation zur Verbesserung des Haltes einer totalprothetischen Versorgung bzw. zur Verbesserung der Pfeilerverteilung unter statistischen Aspekten bei einer Teilprothese Teilprothese
Sie besteht aus künstlichen Zähnen, die an einer Prothesenbasis befestigt sind. Teilprothesen sind herausnehmbar und über Verankerungselemente mit den übrigen Zähnen verbunden. Bei Modellgußprothesen geschieht die Verankerung über Klammern. Bei Kombinationsarbeiten wird der herausnehmbare Teil über Geschiebe an den überkronten Ankerzähnen befestigt.
gewinnt zunehmend an Bedeutung. Gründe: Beim implantatgestützen Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
wirkt sich der natürliche Knochenschwund nicht ungünstig auf den Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
aus. Außerdem werden die Patienten immer älter.

Welche Pflege benötigen Prothesen?

Prothesen müssen ebenso wie natürliche Zähne täglich manuell gereinigt werden. Hierzu kommen spezielle Prothesenbürsten, oder gerade für Patienten mit Behinderungen robuste Handbürsten, kombiniert mit Zahnpasta, zum Einsatz. Schafft der ältere Mensch das nicht mehr alleine, muss er dabei unterstützt werden. Im Rahmen von etwa halbjährlichen Kontrollterminen sollte bei Bedarf diese Reinigung professionell unterstützt werden.

Wie schätzen Sie die künftige Entwicklung ein? Werden die Menschen durch die verbesserte Pflegesituation ihre Zähne länger behalten oder werden immer mehr Menschen durch die verlängerte Lebensdauer auf prothetische Versorgung angewiesen sein?

Die hervorragenden Präventionserfolge, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen und die Erfolge und Möglichkeiten Zahn Zahn
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
erhaltender Maßnahmen in jedem Lebensalter, werden dazu führen, dass Zähne länger erhalten bleiben. Eine Vorausberechnung des „Prothetikbedarfs“ bis zum Jahr 2020 (bereits zitierte Studie der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Prothetik Prothetik
Kunst des Ersatzes von Körperteilen durch entsprechende Vorrichtungen aus körperfremdem Material. Die zahnärztliche Prothetik umfasst Planung, Herstellung und Einfügen von Zahnersatz.
und Werkstoffkunde) hat jedoch gezeigt, dass dieser nicht rückläufig ist. Als prothetische Trends werden darin „mehr fester Ersatz“ und „mehr Implantologie bei älteren Patienten“ genannt.