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Implantate keine Allheilmittel

„Es gibt an Implantaten genauso entzündliche Zahnfleischerkrankungen, wie an natürlichen Zähnen“, darauf macht proDente-Experte Prof. Dr. Becker aufmerksam. „Die Entzündungen an Implantaten sind oftmals sogar schlimmer und schreiten schneller voran“, führt Becker weiter aus. Das liegt am Aufbau eines Implantats. Die Oberfläche des Implantats ist an der Stelle wo das Verbindungsstück aus dem Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
herausragt glatt und somit einfach zu reinigen. Wenn der Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
jedoch nicht gründlich gepflegt wird entsteht ein so genannter Biofilm, der sich bis zum Bereich der Schraube ausdehnt und zu einer Zahnfleischentzündung führt.  „Von den Gewindegängen und rauen Oberflächen den Biofilm zu entfernen ist viel schwieriger, als bei einem natürlichen Zahn“, so Becker.

Der Zahnarzt muss herausfinden, wo die Ursache der Zahnschäden liegen. Hat es bislang Versäumnisse bei der Zahnpflege gegeben, muss der Zahnarzt ein offenes Gespräch mit den Patienten führen. „Einfach Geld auf den Tisch legen und Implantate einsetzen lassen ist dann keine nachhaltige Lösung“, kommentiert Dirk Kropp, Geschäftsführer der Initiative proDente.  Der Patient muss nach dem Eingriff bereit sein, seine Zähne und den implantatgetragenen Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
regelmäßig und genau zu pflegen.

Genetisches Risiko

Es gibt Patienten, die aufgrund ihrer Gene erhöhte Entzündungsraten aufweisen. Das betrifft auch Entzündungen an Implantaten. Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
erreichen bei diesen Menschen einfacher das Gewebe und lösen eine Antwort der Immunabwehr aus. Eine Überreaktion des Körpers führt dann zu einer Entzündung Entzündung
Gewebeschädigung durch mechanische (z.B. Fremdkörper), physikalische (z.B. Hitze, Kälte, UV-Licht), chemische (z.B. bakterielle Gifte, Säuren, Laugen) Reize oder Erreger (Mikroorganismen, Würmer, Insekten) mit den fünf typischen Symptomen: Rötung, Schwellung, Schmerz, Hitze und gestörte Funktion.
, die Knochen und Weichgewebe schädigt.

Parodontose-Patienten sind Risiko-Patienten

Stellt der Zahnarzt schon bei der ersten Untersuchung eine Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
fest, gelten diese Patienten bei einer Zahnersatzbehandlung mit Implantaten als Risikopatienten. Das bedeutet eine große Verantwortung für Zahnarzt und Patient. Die Patienten müssen schon im Vorfeld besonders sorgfältig untersucht und aufgeklärt werden. Auch die Therapie wird auf die Situation ausgerichtet. Die mögliche Anzahl und die Länge der Implantate wird davon abhängen wie stark der Patient mit einer Zahnfleischentzündung vorbelastet ist.  Denn: Wenn die Therapie nicht anschlägt, ist ein Implantat Implantat
In der Zahnmedizin: künstliche Zahnwurzel im Kiefer zum Ersatz eines fehlenden Zahnes, an der eine Krone, Brücke oder Prothese befestigt werden kann.
deutlich schwieriger wieder zu entfernen, als ein natürlicher Zahn Zahn
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
.  Das Implantat Implantat
In der Zahnmedizin: künstliche Zahnwurzel im Kiefer zum Ersatz eines fehlenden Zahnes, an der eine Krone, Brücke oder Prothese befestigt werden kann.
wird nicht einfach gezogen sondern mit Hilfe von Bohrern und Fräsen herausoperiert.