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Moderne Zahntechnik

Die Dentaltechnik hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Hightech-Methoden sind aus dem Laboralltag längst nicht mehr wegzudenken. Vor allem neue Technologien wie zum Beispiel Laserverfahren oder computergestütztes Arbeiten mit CAD/CAM-Systemen verändern das Berufsbild des Zahntechnikers nachhaltig. Doch ist er nach wie vor als Handwerker gefragt, denn jeder Zahnersatz ist ein Unikat, das in Maßarbeit gefertigt wird.

Wer sich heute in einem fortschrittlichen Dentallabor umschaut, entdeckt beides: den Zahntechniker, der in aufwendiger Detailarbeit vom Abdruck eines Zahns ein Gipsmodell modelliert, und nebenan den Kollegen, der für die Herstellung einer Brücke ein Hightech-Lasergerät bedient. Genau so gesehen im Dentallabor von Klaus Göbel in Bonn. Seit 30 Jahren ist er im Geschäft und hat sich längst auf die Anforderungen an ein modernes Labor eingestellt. Die Branche entwickelt sich lau-fend weiter, neue Materialien kommen hinzu und damit auch neue Verfahrenstechniken. Deswegen gilt für ihn die Devise: „Wir müssen uns ständig fortbilden, um am Ball zu bleiben.“

Liebe zum Detail

Gewissenhaftes Arbeiten hat für den Zahntechnikermeister aus Bonn oberste Priorität. Denn wenn ein Inlay oder eine Krone nicht richtig sitzt, dann „können Spalten und Nischen entstehen, in denen sich Bakterien einlagern. Und das ist dann überhaupt nicht witzig für den Patienten“, so Göbel.

Um keinen Fehler zu machen, braucht es handwerkliches Geschick und langjährige Erfahrung. Da die neuen Materialien und Techniken ein sehr exaktes und noch filigraneres Arbeiten ermöglichen, sind die Anforderungen an den Zahntechniker in dieser Hinsicht zusätzlich gestiegen. Damit die Qualität seiner Produkte gleich- bleibend gut ist, ist auch eine enge Zusammenarbeit von Zahnarzt und Dentallabor für ihn sehr wichtig. Denn wenn der Zahnarzt zum Beispiel ein hauchdünnes Veneer plant, wird die Präparationstechnik mit dem Zahntechnikermeister abgesprochen, damit das Keramikteil optimal passt.

Trendwerkstoff Keramik

Fragt man Zahntechnikermeister Göbel, welche Arbeiten in seinem Labor in letzter Zeit häufiger nachgefragt werden, steht  Zahnersatz mit Keramik auf der Spitzenposition. „Wir arbeiten viel an keramischen Restaurationen mit einem Goldunterbau, der mit Keramik verblendet wird“, so Göbel.  Aber auch vollkeramische Restaurationen wie Inlays, Veneers und Überkronungen gehören zum täglichen Geschäft.

Der Grund für die Erfolgsstory von Keramik: Mit diesem Werkstoff können Füllungen, Verschalungen oder Brücken in der natürlichen Farbe des Zahns angefertigt werden. Damit ein perfektes Ergebnis erzielt wird, schickt ein Zahnarzt seinen Patienten vor allem für Arbeiten im Frontbereich vorab ins Dentallabor seines Vertrauens: „Wir können dann genau feststellen, welche Zahnfarbe und -form der Patient hat. Dabei schauen wir uns auch die Oberflächengestaltung des Zahns an, ob zum Beispiel ein glatter Schmelz vorliegt oder ob er eher matt ist“, erklärt Fachmann Göbel.

Per Laser in neue Zahnwelten

Neben Hightech-Materialien hat längst auch modernste Technik wie das Laserverfahren Einzug in die Zahntechniklabors gefunden. Diese Technologie bietet gleich mehrere Vorteile, weiß der Zahntechnikermeister Göbel aus eigener Erfahrung zu berichten: „Früher haben wir Metalle zusammengelötet. Dabei wurden Zusätze verwendet, die nicht edel sind. Manchmal sind dadurch auch Verfärbungen entstanden“, und im schlimmsten Fall, so Göbel weiter „konnte sich bei der Erwärmung durch den Lötvorgang das Gefüge des Materials verändern.“ Bei der Lasertechnik fallen all diese Nachteile weg. Es kommt sogar noch ein positiver Aspekt im Sinne der Bioverträglichkeit hinzu: Je weniger verschiedene Metalle der Patient im Mund hat, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Wechselwirkungen mit dem Gewebe ausgelöst werden.

Hilfe vom Computer

Auf die Herstellung von hochwertigem Zahnersatz mithilfe der sogenannten CAD/CAM-Systeme hat sich das Zahntechniklabor Kurth & Ewers in Bornheim bei Köln spezialisiert. Die Abkürzung CAD/CAM steht  für „Computer Aided Design“ und „Computer Aided Manufacturing“. Um den gestiegenen ästhetischen Ansprüchen ihrer Zahnärzte und deren Patienten gerecht zu werden, fertigt das Labor Kurth & Ewers Kronen und Brücken fast nur noch vollständig aus Keramik an. „Nur mit diesem neuen Keramik-Werkstoff ist es möglich, zum Beispiel großspannige Brückenkonstruktionen zu realisieren“, so Zahntechnikermeister Kurth. Bisher benötigte man wegen der Stabilität Metallgerüste, auf die dann die Keramikblenden aufgebrannt wurden. Für die Patienten hatte dies einen entscheidenden ästhetischen Nachteil: Das Metallgerüst schimmert durch. Genauer gesagt, lässt es das Licht abprallen und raubt damit der Brücke die leichte Transparenz, die man von echten Zähnen kennt.

CAD/CAM-Systeme treffen auf stahlharte Vollkeramik

Der extrem harte und stabile Werkstoff Zirkoniumoxid kann mit den üblichen technischen Verfahren nicht bearbeitet werden. Erst mit dem Einsatz von CAD/CAM-Systemen konnte die Zahntechnik den „weißen Stahl“ für sich nutzen. Dabei steht auch bei dieser Technik ganz am Anfang ein in Handarbeit hergestelltes Gipsmodell, das eingescannt und anschließend am Rechner (CAD) weiterbearbeitet wird. Die Informationen werden per Datentransfer an die Fräsmaschine weitergeleitet (CAM), die mit einem Diamantträger bestückt ist. Aus einem harten Zirkoniumoxidblock wird innerhalb von acht Stunden eine vollkeramische Unterkonstruktion geschliffen, auf die dann Keramikverblendungen aufgebrannt werden. Der Vollkeramik-Zahnersatz zeichnet sich durch hohe Belastbarkeit, gute Verträglichkeit und hohe Ästhetik aus. „Die Patientenzufriedenheit ist für mich entscheidend“, so Kurth und deswegen habe er früh auf die CAD/CAM-Technik gesetzt.