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Gold

In der Zahnheilkunde kommt Gold schon seit Jahrhunderten zum Einsatz. Bereits im Jahre 2500 v. Chr. verwendeten die Etrusker Drähte aus Gold, um Zähne aus Knochen oder Elfenbein im Mund zu befestigen. Heute wird Zahngold vor allem für Füllungen, Kronen und Brücken im Seitenzahnbereich eingesetzt.

Gold-Legierungen sind sehr gut verträglich und langlebig. Nur der Zeitgeist setzt goldenem Zahnersatz zu. In früheren Tagen ein Zeichen von Wohlstand, wird er heutzutage nur noch an weniger sichtbaren Stellen eingesetzt oder verblendet.

Heavy Metal

Gold ist wie auch Keramik ein sehr hochwertiges Material in der zahnmedizinischen Versorgung. Es erfüllt hohe funktionale und ästhetische Ansprüche an Zahnersatz im Backenzahnbereich, egal ob Inlay, Onlay oder Krone. Gold löst selten allergische Reaktionen aus und ist widerstandsfähig, was für langlebige Kronen oder Inlays sorgt. Neben Korrosionsfestigkeit und mechanischer Stabilität kann das Metall optimal verarbeitet werden und verbindet sich sehr gut mit Verblendungen.

Goldene Aussichten

Die Gold-Legierung lässt sich sehr gut in Zahnlücken einpassen. Der Zahntechnikermeister kann mit Gold ästhetisch sehr anspruchsvolle Goldgussfüllungen herstellen. Dies ist vor allem bei schweren Zahndefekten ein großer Vorteil gegenüber plastischen Füllmaterialien, die direkt im Mund verarbeitet werden.

Auf die Goldwaage

Reines Gold ist für Zahnersatz zu weich. Daher verwenden Zahntechniker meist Legierungen mit einem Goldanteil von mindestens 75 Prozent.

Hinzu kommen Anteile an Silber, Platin, Iridium oder Kupfer, je nach Zweck und Anforderungen. Die korrosionsfreien Metalle erhöhen die Haltbarkeit einer Gold-Legierung, ohne dabei gegenüberliegende Zähne zu beschädigen. So gibt es für jede Anwendung im Bereich Zahnersatz eine spezielle Legierung.

Goldrichtig

Die häufigste Verwendung findet das edle Metall in einer Goldguss-Legierung als sogenanntes „Goldinlay“ im Backenzahnbereich. Hier müssen die Inlays einem enormen Kaudruck standhalten. Ihre Lebensdauer von etwa zehn bis fünfzehn Jahren ist dabei überdurchschnittlich. Die Einlagefüllungen werden äußerst präzise verarbeitet: Der Zahntechniker modelliert diese in Wachs und setzt die Modellation in einem Gussverfahren mittels einer Gold-Legierung um. Je nachdem, wo und wie groß die Einlagefüllung für den Zahn ist, spricht man auch von „Onlay“ oder „Overlay“.

Alles Gold, was glänzt?

Weniger häufig, dafür aber ästhetisch hochwertig sind Galvanokronen, deren Gerüst aus 99 Prozent reinem Gold mit Keramik beschichtet wird. Aufgrund des sehr dünnen Goldgerüstes kann viel natürliche Zahnsubstanz erhalten bleiben. Der Vorteil der Krone ist der perfekte Sitz: Zahn und Zahnersatz sind so gut aneinander angepasst, dass dazwischen kein Platz für Bakterien bleibt.

Goldene Mitte

Goldhämmerfüllungen sind wahre Raritäten, da sie nur selten genutzt werden. Der Zahnarzt klopft dabei hauchdünne Goldfolien Schicht für Schicht in den Zahn. Die Kaufläche mit ihren Höckern und Grübchen wird dabei naturgetreu nachgeformt, was den Verarbeitungsprozess allerdings sehr aufwendig macht. Goldhämmerfüllungen sind sehr langlebig und optisch auffällig.

… ist Gold wert

Patienten zahlen für Einlagefüllungen und Kronen aus Gold einen höheren Anteil. Kostengünstiger sind Nichtedelmetall-Legierungen. Bei einer notwendigen Behandlung kann der Patient den Kostenzuschuss für eine Standardversorgung bei der Krankenkasse beantragen.

Herz aus Gold

Wer eine goldene Zahnfüllung ersetzt, kann sein Zahngold behalten oder spenden: Verschiedene gemeinnützige Organisationen sammeln Zahngold für einen guten Zweck. Informationen zu den karitativen Einrichtungen gibt es bei der Bundeszahnärztekammer unter www.bzaek.de.