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Zahnersatz zum „TÜV“

Beim Auto ist die Sache völlig klar – einmal im Jahr kommt es zur Inspektion zum Fachmann in die Werkstatt. Doch wie sieht es bei der Zahnprothese aus? Die wenigsten Patienten wissen, dass sie zweimal jährlich Anspruch auf einen kostenlosen „Prothesen-Check“ durch ihren Zahnarzt haben. Dabei leben in Deutschland schätzungsweise 15 Millionen Prothesenträger. In erster Linie wird beim Check der Sitz der Prothese überprüft.

Gerade Vollprothesen sitzen mit der Zeit oft nicht mehr so richtig und sicher wie am Anfang. Mögliche Gründe: Verlust von Knochensubstanz, Abnutzung der Prothesenzähne, Gewichtszu- oder -abnahme sowie altersbedingte Veränderungen der Mundschleimhaut. „Werden die Bissverhältnisse nicht korrigiert und wird eine schlecht sitzende Prothese nicht neu angepasst, sondern das Symptom lediglich mit Haftcremes behandelt, kann es langfristig zu Veränderungen am Zahnfleisch sowie zum Abbau des Kieferknochens und zu Kiefergelenkbeschwerden kommen“, so Joachim Hoffmann, Zahnarzt und ProDente-Experte.

Unterfütterung macht Prothesen neu

Der Zahnarzt kann solche schädlichen Folgen verhindern, indem er die Prothese vom Zahntechniker im Meisterlabor unterfüttern lässt. In Deutschland werden im Schnitt jährlich 3 Millionen Prothesen unterfüttert und damit wieder „salonfähig“ gemacht. Der Patient hat einmal im Jahr Anspruch auf eine neue Unterfütterung mit anteiliger Kostenübernahme durch die Kasse. Je nach Bonus muss der gesetzlich versicherte Patient 35 bis 50 Prozent der Kosten selbst tragen. Private Versicherungen übernehmen je nach Vertragskonditionen bis zu 80Prozent der anfallenden Kosten.

Die Investition lohnt sich. Eine gut sitzende Prothese verhindert nicht nur Folgeschäden, sondern gibt dem Patienten auch Sicherheit und Lebensqualität. „Er kann ganz normal essen, trinken und sprechen, ohne die ständige Befürchtung, seine Prothese zu verlieren“, weiß Zahnarzt Hoffmann aus seiner täglichen Praxiserfahrung.