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Zahnimplantate: Ist das was für mich?

Zahnimplantate sind die modernste Lösung um Zahnlücken zu schließen, ohne angrenzende Zähne zu beschädigen. Außerdem bieten sie einen hohen ästhetischen Komfort. Aber sind sie auch für jedermann geeignet? Einige Gründe sprechen gegen das Einsetzten der künstlichen Zahnwurzeln.

Implantologen unterscheiden zwischen temporären Gründen, welche behoben werden können, und dauerhaften Gründen, die generell gegen eine Implantation sprechen, da das gesundheitliche Risiko für den Patienten zu hoch wäre. Zu den temporären Gründen gehören starkes Rauchen, ein nicht ausgewachsener Kiefer, schlecht eingestellter Diabetes, vorhandene Parodontitis und zu wenig vorhandener Kieferknochen.

Rauchen aufhören

„Starke Raucher sollten mit dem Rauchen aufhören,“ empfiehlt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich von der Initiative proDente. „Rauchen erschwert deutlich die Einheilung des Implantats in den Kieferknochen und schädigt das Gewebe.“ Außerdem gibt es ein erhöhtes Risiko, dass es zu Entzündungen rund um das Implantat und es zu einem frühzeitigen Verlust kommt. Ähnlich ist es bei Diabetikern. „Ein schlecht eingestellter oder unbehandelter Diabetes kann stoffwechselbedingt die Heilungsprozesse negativ beeinträchtigen“, weiß Prof. Oesterreich. Im Zweifelsfall ist es deshalb ratsam, den Hausarzt in die Behandlungsplanung mit einzubeziehen und einen optimal eingestellten Diabetes anzustreben.

Ausreichend Knochen müssen sein

Zum Zeitpunkt einer Implantation sollte das Knochenwachstum abgeschlossen sein. Davon kann man in der Regel ab einem Alter von 18 Jahren ausgehen.

Auch bei erwachsenen Patienten ist der Zustand des Kieferknochens entscheidend, ob ein Implantat erfolgreich gesetzt werden kann. „Je mehr Knochen vorhanden ist, desto besser“, weiß Prof. Oesterreich. Fehlt ausreichender Knochen, so muss über gezielte Techniken zum Knochenaufbau (Augmentation) nachgedacht werden. Bei kleineren Defiziten kommen dabei Knochenspäne oder Gewebe aus dem benachbarten Kieferknochen, zum Beispiel aus den hinteren Abschnitten des Ober- und Unterkiefers, zum Einsatz. Bei sehr großen Knochendefekten können Verpflanzungen etwa aus dem Beckenkammknochen nötig sein. Diese erfolgen unter Vollnarkose und erfordern einen stationären Aufenthalt. Der transplantierte Knochen muss zunächst für mehrere Monate einheilen, bevor sich Implantate einsetzen lassen.

Entzündungen beseitigen

 

Leidet ein Patient unter einer Parodontitis, einer Entzündung des Zahnhalteapparates, muss diese zuerst behandelt und geheilt sein, bevor eine Implantation durchgeführt werden kann. Ebenso wichtig ist es, dass vor dem Eingriff alle Zähne saniert sind. Denn ein gut saniertes und gepflegtes Gebiss erhöht die Erfolgsaussichten einer Implantation erheblich.

Risiken zu groß

„Während manche Ausschlusskriterien für Implantate behoben werden können,  gibt es Faktoren, welche dauerhaft gegen den Eingriff sprechen können“, erklärt Prof. Oesterreich. Dazu gehören schwere Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie schwere Erkrankungen von Niere, Leber, Blut und Knochen. Auch bei der regelmäßigen Einnahme von Cortison, Immunsupressiva, Bisphosphonaten (v.a. bei Tumortherapie oder Osteoporose) und Zytostatika (v.a. bei Chemotherapien) ist eine Implantation sehr kritisch zu prüfen. Dies gilt auch für Kieferknochen, die aufgrund einer Tumoroperation bestrahlt werden mussten. In diesen Fällen ist die Entscheidung für ein Implantat sehr sorgsam abzuwägen.