High-Tech in der Praxis - Fortschritt für den Patienten
Stillstand? Nein danke! Zahnmedizin und Zahntechnik entwickeln sich kontinuierlich weiter. Forscher entwickeln bessere und für den Patienten verträglichere Behandlungsmethoden. Wissenschaftler, Techniker und die Dentalindustrie arbeiten an der praktischen Umsetzung der Visionen von heute.
Kieferknochen regenerieren, minimale Belastungen des Patienten bei Diagnose Diagnose
Bezeichnet das Erkennen und Feststellen einer Krankheit.
und Therapie – diese Neuerungen in der Behandlung von Zahn Zahn
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
und Kiefer sind nicht mehr nur Zukunftsmusik. Sie haben in einigen Praxen und Labors bereits Einzug gehalten. Alles, was die Behandlung beim Zahnarzt kürzer und schmerzfreier macht oder eine bessere Behandlung ermöglicht, ist den oft ängstlichen Patienten sehr willkommen.
Intraorale Kamera
Rein technische Neuerungen können hier schon helfen: Beispielsweise gibt es seit kurzem eine computergestützte Intraoral-Kamera, die berührungslos einen originalgetreuen 3D-Abdruck von einzelnen Zähnen oder gleich vom gesamten Zahnbogen Zahnbogen
Man unterscheidet den oberen und den unteren Zahnbogen. Die Beurteilung der Zahnbogenform ist ein wichtiger Bestandteil der kieferorthopädischen Befunderhebung.
aufnimmt. Anhand von spezieller Software lassen sich mit den Bildern zukünftige Behandlungsprozesse simulieren, und Prothesen, Implantate und Zahnspangen Zahnspangen
Kieferorthopädisches Gerät aus Kunststoff und Drahtelementen, das zur Korrektur von Zahnfellstellungen dient. Mit winzigen Schrauben wird die Spange regelmäßig verstellt, um den Kiefer zu erweitern oder engstehenden Zähnen Platz zu verschaffen.
können exakt entworfen werden, ohne dass der Patient einen unangenehmen Abdruck machen lassen muss.
Weniger Wunde durch minimalinvasive Methoden
Wie in den anderen Fachbereichen der Medizin sind auch in der Behandlung von Zähnen und Kiefer immer mehr minimalinvasive Methoden gängig: die Instrumente werden kleiner, arbeiten gezielter und verursachen kleinere Wunden, so dass die Belastung für den Patienten minimiert wird.
Neuer Kieferknochen aus eigenem Gewebe
Der Wiederaufbau des Kieferknochens ist eine wesentliche Neuerung im Bereich der Implantologie, denn „schlechte Knochenqualität“ ist oftmals der Grund für Fehlschläge bei der Verankerung künstlicher Zähne im Kiefer. Fehlt ein Zahn Zahn
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
, so bildet sich der darunter liegende Knochen wegen fehlender Zugkraft schnell zurück, neu eingesetzte Zähne finden dann keinen Halt mehr. Mit Hilfe des so genannten Tissue Engineering kann nun neuer Kieferknochen gezüchtet werden. Tissue Engineering ist ein Forschungszweig der Biotechnologie der sich mit dem Wachstum von Organen und Geweben im Labor beschäftigt. Bei dem Verfahren wird zunächst unter örtlicher Betäubung mit einem kleinen Schnitt durchs Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
ein etwa Quadratzentimeter großes, nur einen Millimeter dünnes Stück Knochenhaut aus dem Kiefer gewonnen. Mit dem Eigenblut des Patienten wird daraus im Labor ein dreidimensionales Knochengewebe gezüchtet, das in fünf bis acht Wochen zu fingernagelgroßen Knochenchips mit etwa 1,5 Millionen vitaler Zellen heranwächst.
Diese Chips werden dem Patienten eingesetzt, verwachsen innerhalb von vier bis fünf Monaten sowohl miteinander als auch mit dem Kieferknochen, stimulieren die Knochenneubildung und ermöglichen dann den Einsatz von Zahnimplantaten. Da der Knochen aus patienteneigenem Gewebe stammt, wird er vom Körper optimal angenommen. Wie gut die mechanische Belastbarkeit des durch Tissue Engineering erzeugten Knochens ist und ob er ein normales Umbau- und Resorptionsverhalten zeigt, wird erst die Langzeiterfahrung ans Licht bringen.
Belastbar, ästhetisch und gut verträglich: Zirkonkeramik
Bisher vor allem in Flugzeugen, Raketen oder Satelliten eingesetzt, kommt Keramik Keramik
Keramische Massen; z.B. aus Feldspat, Quarz und Kaolin (Feldspatkeramik) als Verblendungs- oder Gerüstwerkstoff, um z. B. Kronen mit Metallgerüst zahnfarben erscheinen zu lassen; als Werkstoff für vollkeramische Kronen, Inlays, Teilkronen, Verblendschalen und Wurzelkanalstifte. Keramikmassen sind hinsichtlich der Lichtbrechung, Brillanz und Festigkeit der natürlichen Zahnhartsubstanz sehr ähnlich. Sie haben außerdem eine hohe Bioverträglichkeit, Farbbeständigkeit, Härte, chemische Widerstandsfähigkeit und eine geringe Neigung Zahnbeläge anzulagern. Von Nachteil ist ihre Bruchanfälligkeit, so dass sie für herausnehmbaren Zahnersatz als Verblendwerkstoff nicht eingesetzt werden (Bruchgefahr, wenn Prothese runterfällt). Erst durch Anwendung der Adhäsivtechnik zur Befestigung der vollkeramischen Restaurationen an der Zahnhartsubstanz hat (Voll-)Keramik an Bedeutung gewonnen und stellt heute eine Alternative zu Zahnersatz/Füllungen aus Metalllegierungen und Komposits dar.
nun zunehmend in der Zahnmedizin zum Zuge. Kronen und Brücken aus Zirkonoxid Zirkonoxid
Chemische Substanz für Hochleistungskeramiken, die Rissen entgegen wirkt. Klinisch erprobt. Wird unter anderem als Basis für die Anfertigung von Kronen- und Brückengerüsten mit Hilfe des CAD/CAM-Verfahrens und bei Wurzelstiften verwendet.
sollen deutlich belastbarer und haltbarer sein, als früher verwandte Keramikarten. Neben der guten Bioverträglichkeit Bioverträglichkeit
Beschreibt den Grad der Gewebeverträglichkeit eines in den Körper eingesetzten oder mit seiner Oberfläche in Kontakt kommenden Werkstoffes bzw. Medikamentes. Der Werkstoff Keramik besitzt eine sehr gute Bioverträglichkeit, ebenso wie Titan.
besticht das Material durch optische Eigenschaften, die Zirkonoxid Zirkonoxid
Chemische Substanz für Hochleistungskeramiken, die Rissen entgegen wirkt. Klinisch erprobt. Wird unter anderem als Basis für die Anfertigung von Kronen- und Brückengerüsten mit Hilfe des CAD/CAM-Verfahrens und bei Wurzelstiften verwendet.
so natürlich wirken lassen, dass eine Krone Krone
Ist die Stabilität eines Zahnes als Folge sehr großer Kariesschäden oder Füllungen nicht mehr gegeben, werden Zähne ,,überkront". Dabei wird die Zahnkrone des natürlichen Zahnes durch "Beschleifen" reduziert, um Platz für die vom Zahntechniker angefertigte künstliche Krone zu schaffen. Kronen werden aus Metalllegierungen, aus Keramik oder aus einer Kombination von beiden (-> Metallkeramik) angefertigt.
von echten Zähnen kaum mehr zu unterscheiden ist.
Neues Gewebe bei Parodontalerkrankungen
Der Verlust von Zähnen ist häufig die Folge von Zahnfleisch- Zahnfleisch-
Siehe unter Gingiva.
und Zahnbettentzündung (Gingivitis Gingivitis
Entzündung des Zahnfleischsaumes. Das Zahnfleisch ist dabei geschwollen, gerötet und neigt zur Blutung. Oft mit Mundgeruch verbunden. Ohne Knochenabbau oder Lockerung des Zahnes. Sie kann mechanisch (Zahnstein), infektiös (bakteriell, Plaquebakterien), toxisch (Schwermetallvergiftung) oder hormonell (Schwangerschaftsgingivitis) bedingt sein. Auch als Begleiterkrankung einer Allgemeinerkrankung wie Diabetes mellitus, AIDS.
und Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
). Menschen jenseits der 45 gehen durch Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
mehr Zähne verloren als durch Karies Karies
Zahnfäule: Entkalkung und Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von Mundhöhlenbakterien aus Zucker gebildet werden.
. Eine neue Therapie setzt nun auf Regeneration Regeneration
Wiederbildung bzw. Ergänzung verloren gegangener Zellen, Körpergewebe oder Körperteile.
des Zahnhaltegewebes. Bei der „guided tissue regeneration“ (GTR) wird eine Barrieremembran so eingesetzt, dass sie die Wurzeloberfläche und den parodontalen Defekt bedeckt. Den Zellen der Wurzelhaut (Parodontalligament) wird damit eine Wiederbesiedlung der vorher von Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
befallenen Wurzeloberfläche ermöglicht.
Klinische Langzeitstudien haben gezeigt, dass das regenerierte Gewebe über lange Zeit erhalten bleibt, wenn eine sehr genaue Plaquekontrolle und ein spezielles Pflegeprogramm beachtet werden. Als Barrieremembran wurde bisher meist das nicht resorbierbare Polytetrafluorethylen (Goretex) verwendet, welches in einem zweiten chirurgischen Schritt wieder entfernt werden musste.
Forschungsland Deutschland
Von Berlin bis München, von Köln bis Dresden: an fast jeder deutschen Hochschule kann sich ein Student für das Fach Zahnmedizin einschreiben.
Deutschlands Universitäten haben das wissenschaftliche Umfeld, das erfolgreiches Forschen möglich macht. Insgesamt bieten in Deutschland 31 Hochschulen den Studiengang Zahnmedizin an, darunter alle großen Hochschulen wie Hamburg, München oder Köln, aber auch viele kleinere wie Jena, Münster und Würzburg. Und das Interesse an der Zahnmedizin ist laut Einschätzung der Hochschulrektoren-Konferenz kontinuierlich hoch: derzeit gibt es in Deutschland 13.184 Zahnmedizin-Studenten. Dieser Zuspruch hat zuletzt mit der Reputation der deutschen Fakultäten im internationalen Vergleich zu tun. Zahnmedizin und Zahntechnik „Made in Germany“ sind weltweit führend. Zudem gilt diese Wertschätzung auch für die deutsche Dentalindustrie.
Die Forschung und Lehre an zahnmedizinischen universitären Einrichtungen ist in Deutschland verzeichnet in den letzten Jahren einen deutlichen Zuwachs an Aufgaben. Auf Grund der rasanten Entwicklung, man schätzt, das sich die Erkenntnisse in der Medizin zirka alle sieben Jahre verdoppeln, ist es wesentlich aufwändiger geworden, wissenschaftlich solide Ergebnisse für die Behandlung von Patienten zu erzielen. Dennoch wird an Deutschen Hochschulen wird eine im internationalen Maßstab hervorragende Forschung betrieben. Die Anzahl deutscher Forschungsergebnisse, die auf internationalen Tagungen präsentiert oder publiziert werden, ist in den letzten 20 Jahren exponentiell angewachsen ist. Dies ist auch an der Repräsentanz deutscher Forscher in internationalen Gremien zu erkennen.
Wichtige nationale Forschungsprojekte
In den letzten Jahren wurden nationale Forschungsprojekte in Deutschland durchgeführt, die grundlegende Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der Bevölkerung erbracht haben.
Diese Forschungsvorhaben wie auch einige andere wichtige Projekte wurden über das Institut der Deutschen Zahnärzte, also durch Mittel der Zahnärzteschaft selbst finanziert.
