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2020 - Visionen für gesunde und schöne Zähne

Visionen für gesunde und schöne Zähne sind ein ungeheuer interessantes Thema. Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen arbeiten an revolutionären Verfahren. Prof. Dr. Meyle, Medizinisches Zentrum der Zahn- Zahn-
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
, Mund- und Kieferheilkunde Gießen, stand proDente für einen visionären Blick in die Zukunft der Zahnmedizin zur Verfügung.

Mit Hilfe der Prävention (Vorsorge) konnten Karieserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich verringert werden. Werden wir zukünftig weitere Fortschritte in der Prävention erleben?

Prof. Dr. Meyle: „Das ist wahrscheinlich, hängt aber entscheidend von Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem ab. Wissenschaftlich betrachtet, werden wir zukünftig wesentlich mehr über individuelle Risikofaktoren wissen. Dann lassen sich Risikoprofile für jeden einzelnen Patienten erstellen, so dass bei Kindern und Heranwachsenden eine individuelle Vorsorge für parodontale Erkrankungen möglich wird. Die Bedeutung der Prävention wird insgesamt wichtiger, um zukünftig Karies Karies
Zahnfäule: Entkalkung und Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von Mundhöhlenbakterien aus Zucker gebildet werden.
und Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
nicht erst entstehen zu lassen.

"Immer häufiger fällt der Begriff der Gentechnik im Zusammenhang mit der Zahnmedizin. Welchen Stellenwert hat dieser Aspekt?

Prof. Dr. Meyle: „Molekulare biologische Methoden, zu denen auch die sogenannte Gen-Technik gehört, sind heute in vielen Forschungslabors etabliert. Das Tissue Engineering – also der Ersatz von Gewebe oder Organen durch Züchtung wird sich in der Zahnmedizin verbreiten.

Gewebe- oder Organersatz wird leichter, preiswerter und schneller zur Verfügung stehen. Kleine Bioreaktoren in spezialisierten Zahnarztpraxen werden Zahnärzte in die Lage versetzen, erforderliche Gewebe oder Organe aus dem körpereigenem Material des jeweiligen Patienten herzustellen.

Aber auch körperfremdes – homologes – Material wird zum Einsatz kommen, da wir zukünftig durch die Gen-Technik in der Lage sind, Abwehrreaktionen des Menschen auf fremdes Gewebe zu verhindern.

In der Chirurgie sind minimalinvasive Operationstechniken seit Jahren auf dem Vormarsch. Ist das auch ein Thema in der Zahnmedizin?

Prof. Dr. Meyle: „Das ist für die Zahnmedizin schon heute ein Thema und wird in den kommenden Jahren beim Zahnerhalt immer weiter entwickelt. Diese Eingriffe werden mit erheblichem apparativen Aufwand durchgeführt und den Patienten nach der Operation nur minimal belasten.

Das hat dann sicher auch Auswirkungen auf die Behandlungsdauer?

Prof. Dr. Meyle: „Neben minimalinvasiven Therapien werden uns auch Fortschritte auf dem Gebiet der Grundlagenforschung in die Lage versetzen, die Gewebeheilung erheblich zu beschleunigen. So werden sich in der Zukunft auch bei umfangreichen Eingriffen die Heilungsdauer verkürzen und die postoperativen Beschwerden deutlich verringern.

Sind denn neben der Behandlung und den OP-Techniken auch Fortschritte bei der Diagnose Diagnose
Bezeichnet das Erkennen und Feststellen einer Krankheit.
zu erwarten?

Prof. Dr. Meyle: „Die jetzt schon vorhandenen Systeme, beispielsweise die intraorale Kamera, die Laser- Laser-
Kurzwort für Light amplification by stimulated emission of radiation. Gerät zur Erzeugung eines dicht gebündelten Lichtstrahls. Findet in der Zahnmedizin Verwendung: z.B. bei chirurgischen Eingriffen, beim Schweißen von Metallwerkstoffen im Dentallabor, als Schweißlaser in der Prothetik, um besonders bioverträgliche Fügestellen zu erhalten und bei Wurzelkanalaufbereitungen; weniger gebräuchlich beim Präparieren von Schmelz und Dentin.
und Röntgendiagnostik Röntgendiagnostik
Diagnostik mit Hilfe von Röntgenaufnahmen bzw. –durchleuchtung. Röntgenstrahlen erzeugen auf einem speziellen photographischen Papier / Film ein "Schattenbild" mit unterschiedlichen Graustufen, abhängig von der unterschiedlichen Strahlendurchlässigkeit der Körpergewebe oder Fremdkörper und der Art und Dicke des Materials. Ist bei den darzustellenden Strukturen zu wenig Kontrast vorhanden, können diese mit Hilfe von Kontrastmittel deutlich gemacht werden. Röntgendiagnostik ist das wichtigste diagnostische Medium in der Zahnheilkunde.
oder die Mikrocomputertomographie werden stärker als je zuvor integriert arbeiten und zu einer bislang noch nicht vorstellbaren Visualisierung der Zähne und des Zahnhalteapparates führen. Diese Präzision führt zu ungeahnten Qualitätsschüben im Bereich der Diagnose Diagnose
Bezeichnet das Erkennen und Feststellen einer Krankheit.
und der Kontrolle der Heilung.

Wird denn der technische Fortschritt umfassend in jeder Zahnarztpraxis zur Verfügung stehen?

Prof. Dr. Meyle: „Das ist vermutlich nicht zwingend notwendig. Durch die zu erwartende höhere Geschwindigkeit der Datenübermittlung und die Vergrößerung der Datenmengen werden Experten- und Beratungssysteme entstehen. Praxen und Spezialkliniken sind dann untereinander vernetzt, so dass Überweisungen häufig überflüssig werden. Anerkannte Experten können direkt und online hinzugezogen werden, um den Patienten problemlos und effizient zu beraten. So werden gerade schwierige Fälle zukünftig von dieser Vernetzung profitieren.

Nun steigt in unserer Gesellschaft der Anteil älterer Personen stetig an. Sind auch im Bereich der Zahnmedizin Veränderungen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung zu erwarten?

Prof. Dr. Meyle: „Durch die verbesserte Vorsorge wird Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
in wesentlich geringerem Umfang als bisher benötigt werden. Gleichzeitig werden aber auch die Ansprüche der älteren Patienten steigen. So werden zukünftig auch Patienten jenseits des 70. Lebensjahres nach ästhetisch einwandfreien Lösungen verlangen. Und die Zahnmedizin wird Zahnersatz-Là Zahnersatz-LÃ
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
¶sungen dafür bereit stellen – mit Hilfe modernster Computer und bakteriendicht verklebt. Die parodontologische Betreuung im höheren und hohen Lebensalter wird an Bedeutung gewinnen. Dafür fehlt uns in Deutschland bisher qualifiziertes Assistenz und Fachpersonal.