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Was der Zahnarzt im Mund verwendet

Schick und haltbar – aber auch gesund? Diese Frage wird bei Materialien, die im Mund verwendet werden, immer häufiger gestellt. Denn schließlich kommen wir Tag für Tag mit einer Vielfalt unterschiedlicher Stoffe in Kontakt. „Gerade im Körper möchte man auf keinen Fall belastende oder gar schädliche Materialien haben“, erklärt Zahntechnikermeister Arndt-Frithjof Erwin von der Initiative proDente. Deshalb zählt bei den Dentalwerkstoffen neben Langlebigkeit und Ästhetik vor allem die Bioverträglichkeit Bioverträglichkeit
Beschreibt den Grad der Gewebeverträglichkeit eines in den Körper eingesetzten oder mit seiner Oberfläche in Kontakt kommenden Werkstoffes bzw. Medikamentes. Der Werkstoff Keramik besitzt eine sehr gute Bioverträglichkeit, ebenso wie Titan.
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„Der modernen Zahnmedizin stehen verschiedene, sehr hochwertige und bioverträgliche Materialien zur Verfügung“, so Erwin. Wie wichtig die gute Verträglichkeit ist, zeigt ein Blick auf die Haltbarkeit von Füllungen, Kronen und Brücken. Sie werden über zehn, 15 oder noch mehr Jahre zum festen Bestandteil des Körpers. Über die Mundschleimhaut gelangen die Inhaltsstoffe des Zahnersatzes in gelöster Form in den Organismus. Bei mangelnder Bioverträglichkeit Bioverträglichkeit
Beschreibt den Grad der Gewebeverträglichkeit eines in den Körper eingesetzten oder mit seiner Oberfläche in Kontakt kommenden Werkstoffes bzw. Medikamentes. Der Werkstoff Keramik besitzt eine sehr gute Bioverträglichkeit, ebenso wie Titan.
könnten sie Allergien oder schlimmstenfalls Krankheiten auslösen. Deshalb sind bioverträgliche Werkstoffe in der Zahnmedizin von großer Bedeutung. „Ein Material ist dann bioverträglich, wenn es sich im Körper neutral verhält, also keine allergischen oder gar toxischen Reaktionen hervorruft“, erläutert Erwin. Im Mund müssen die verwendeten Werkstoffe besonders beständig sein: Sie müssen dem sauren Speichel Speichel
Sekret, das aus den drei großen Speicheldrüsen (Sublingualis, Sumandibularis und Parotis=Ohrspeicheldrüse) und aus den kleinen Speicheldrüsen gebildet wird. Besteht zu 99 % aus Wasser, anorganischen (Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Fluorid, Hydrogencarbonat) und organischen Substanzen. Speichel enthält Eiweiß (Mucin: Schleimstoff) und Enzyme (z.B. für die Kohlenhydratverdauung). Speichel wird ständig abgesondert: in Ruhe normal 0,3 ml/min. Die Reizspeichelmenge beträgt dagegen ca. 1 ml/min. Die Speichelproduktion wird reflektorisch durchs Kauen, aber auch durch Gerüche, Hunger und psychische Faktoren ausgelöst. Die Funktion des Speichels ist vielseitig: Feuchthalten der Mundhöhle, Spülfunktion, Lösen von Geschmacksstoffen, Benetzen von Speisen, Pufferung von Säuren, Remineralisation des Zahnschmelzes, antibakterielle Wirkung und Andauen der Nahrung durch die enthaltenen Enzyme.
trotzen, den Abrieb beim Kauen aushalten und dürfen sich auch nach Jahren nicht zersetzen (Korrosion).
Diese Materialien sind für die Verwendung im Mund gut geeignet und werden in der Zahnmedizin am häufigsten eingesetzt:

Komposite

Komposite sind ein Gemisch aus 30 bis 40 Prozent Kunststoff und anorganischen Füllstoffen wie Glas und Quarzteilchen. Sie werden in der modernen Zahnheilkunde seit mehr als zehn Jahren verwendet und eignen sich für die Reparatur kleinerer Schäden. Für Füllungen werden die zunächst weichen Komposite eingesetzt, die unter Einwirkung von UV-Licht im Mund aushärten. Dabei schrumpft das Material, weil sich die Kunststoffteilchen verketten und die übrigen Bestandteile so fest einbinden, dass keine Bewegung mehr möglich ist. Kompositfüllungen sind zahnfarben, fallen im Mund kaum auf und kommen deshalb im Front- sowie im Seitenzahnbereich zum Einsatz. Komposite sind im Allgemeinen gut verträglich, Allergien sind nur in Einzelfällen möglich. Die Füllungen halten im Schnitt vier bis neun Jahre.

Gold

Wenn bei Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
von Gold Gold
Es ist das dehnbarste aller Metalle und ist sehr widerstandsfähig gegen Säuren. Aufgrund seiner langen Haltbarkeit wird es oft für Zahneinlagefüllungen (-> Inlay) und Kronen verwendet.
die Rede ist, handelt es sich um Gold-Legierungen Gold-Legierungen
Es ist das dehnbarste aller Metalle und ist sehr widerstandsfähig gegen Säuren. Aufgrund seiner langen Haltbarkeit wird es oft für Zahneinlagefüllungen (-> Inlay) und Kronen verwendet.
mit Bestandteilen aus Silber, Platin oder anderen Metallen, denn reines Gold Gold
Es ist das dehnbarste aller Metalle und ist sehr widerstandsfähig gegen Säuren. Aufgrund seiner langen Haltbarkeit wird es oft für Zahneinlagefüllungen (-> Inlay) und Kronen verwendet.
wäre viel zu weich. Besonders gut verträglich sind hochgoldhaltige Legierungen ohne Kupfer, Palladium, Gallium, Zink oder Cadmium. Eine harte Goldlegierung ist der am häufigsten eingesetzte Werkstoff für eine Inlayversorgung im Bereich der Seitenzähne Seitenzähne
Zusammenfassende Bezeichnung für die Molaren und die jeweils zwei davor stehenden Zähne (Prämolaren).
. Gold Gold
Es ist das dehnbarste aller Metalle und ist sehr widerstandsfähig gegen Säuren. Aufgrund seiner langen Haltbarkeit wird es oft für Zahneinlagefüllungen (-> Inlay) und Kronen verwendet.
lässt sich sehr gut verarbeiten, deshalb schließen die Füllungen gut ab, es kommt selten zu Karies Karies
Zahnfäule: Entkalkung und Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von Mundhöhlenbakterien aus Zucker gebildet werden.
am Übergang zwischen Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
und Zahn Zahn
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
. Goldfüllungen sind sehr stabil und halten zehn bis 15 Jahre. Allergien kommen äußerst selten vor.

Keramik

Keramik Keramik
Keramische Massen; z.B. aus Feldspat, Quarz und Kaolin (Feldspatkeramik) als Verblendungs- oder Gerüstwerkstoff, um z. B. Kronen mit Metallgerüst zahnfarben erscheinen zu lassen; als Werkstoff für vollkeramische Kronen, Inlays, Teilkronen, Verblendschalen und Wurzelkanalstifte. Keramikmassen sind hinsichtlich der Lichtbrechung, Brillanz und Festigkeit der natürlichen Zahnhartsubstanz sehr ähnlich. Sie haben außerdem eine hohe Bioverträglichkeit, Farbbeständigkeit, Härte, chemische Widerstandsfähigkeit und eine geringe Neigung Zahnbeläge anzulagern. Von Nachteil ist ihre Bruchanfälligkeit, so dass sie für herausnehmbaren Zahnersatz als Verblendwerkstoff nicht eingesetzt werden (Bruchgefahr, wenn Prothese runterfällt). Erst durch Anwendung der Adhäsivtechnik zur Befestigung der vollkeramischen Restaurationen an der Zahnhartsubstanz hat (Voll-)Keramik an Bedeutung gewonnen und stellt heute eine Alternative zu Zahnersatz/Füllungen aus Metalllegierungen und Komposits dar.
ist der nichtmetallische Werkstoff mit der höchsten Bioverträglichkeit Bioverträglichkeit
Beschreibt den Grad der Gewebeverträglichkeit eines in den Körper eingesetzten oder mit seiner Oberfläche in Kontakt kommenden Werkstoffes bzw. Medikamentes. Der Werkstoff Keramik besitzt eine sehr gute Bioverträglichkeit, ebenso wie Titan.
und bietet eine optimale Ästhetik. Das Material setzt sich aus Quarz, Feldspat, Kaolin und anderen Kristallen zusammen. Es ist zahnfarben und im Mund nahezu unsichtbar. Deshalb ist Keramik Keramik
Keramische Massen; z.B. aus Feldspat, Quarz und Kaolin (Feldspatkeramik) als Verblendungs- oder Gerüstwerkstoff, um z. B. Kronen mit Metallgerüst zahnfarben erscheinen zu lassen; als Werkstoff für vollkeramische Kronen, Inlays, Teilkronen, Verblendschalen und Wurzelkanalstifte. Keramikmassen sind hinsichtlich der Lichtbrechung, Brillanz und Festigkeit der natürlichen Zahnhartsubstanz sehr ähnlich. Sie haben außerdem eine hohe Bioverträglichkeit, Farbbeständigkeit, Härte, chemische Widerstandsfähigkeit und eine geringe Neigung Zahnbeläge anzulagern. Von Nachteil ist ihre Bruchanfälligkeit, so dass sie für herausnehmbaren Zahnersatz als Verblendwerkstoff nicht eingesetzt werden (Bruchgefahr, wenn Prothese runterfällt). Erst durch Anwendung der Adhäsivtechnik zur Befestigung der vollkeramischen Restaurationen an der Zahnhartsubstanz hat (Voll-)Keramik an Bedeutung gewonnen und stellt heute eine Alternative zu Zahnersatz/Füllungen aus Metalllegierungen und Komposits dar.
vor allem für den sichtbaren Zahnbereich geeignet, wo es höchste Ansprüche erfüllt. Das sehr harte und beständige Material ist für kleine und mittelgroße Schäden geeignet. Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
aus Keramik Keramik
Keramische Massen; z.B. aus Feldspat, Quarz und Kaolin (Feldspatkeramik) als Verblendungs- oder Gerüstwerkstoff, um z. B. Kronen mit Metallgerüst zahnfarben erscheinen zu lassen; als Werkstoff für vollkeramische Kronen, Inlays, Teilkronen, Verblendschalen und Wurzelkanalstifte. Keramikmassen sind hinsichtlich der Lichtbrechung, Brillanz und Festigkeit der natürlichen Zahnhartsubstanz sehr ähnlich. Sie haben außerdem eine hohe Bioverträglichkeit, Farbbeständigkeit, Härte, chemische Widerstandsfähigkeit und eine geringe Neigung Zahnbeläge anzulagern. Von Nachteil ist ihre Bruchanfälligkeit, so dass sie für herausnehmbaren Zahnersatz als Verblendwerkstoff nicht eingesetzt werden (Bruchgefahr, wenn Prothese runterfällt). Erst durch Anwendung der Adhäsivtechnik zur Befestigung der vollkeramischen Restaurationen an der Zahnhartsubstanz hat (Voll-)Keramik an Bedeutung gewonnen und stellt heute eine Alternative zu Zahnersatz/Füllungen aus Metalllegierungen und Komposits dar.
ist sehr aufwändig in der Herstellung und daher recht kostspielig. Eine Füllung aus Keramik Keramik
Keramische Massen; z.B. aus Feldspat, Quarz und Kaolin (Feldspatkeramik) als Verblendungs- oder Gerüstwerkstoff, um z. B. Kronen mit Metallgerüst zahnfarben erscheinen zu lassen; als Werkstoff für vollkeramische Kronen, Inlays, Teilkronen, Verblendschalen und Wurzelkanalstifte. Keramikmassen sind hinsichtlich der Lichtbrechung, Brillanz und Festigkeit der natürlichen Zahnhartsubstanz sehr ähnlich. Sie haben außerdem eine hohe Bioverträglichkeit, Farbbeständigkeit, Härte, chemische Widerstandsfähigkeit und eine geringe Neigung Zahnbeläge anzulagern. Von Nachteil ist ihre Bruchanfälligkeit, so dass sie für herausnehmbaren Zahnersatz als Verblendwerkstoff nicht eingesetzt werden (Bruchgefahr, wenn Prothese runterfällt). Erst durch Anwendung der Adhäsivtechnik zur Befestigung der vollkeramischen Restaurationen an der Zahnhartsubstanz hat (Voll-)Keramik an Bedeutung gewonnen und stellt heute eine Alternative zu Zahnersatz/Füllungen aus Metalllegierungen und Komposits dar.
hält durchschnittlich neun Jahre.

Titan

Titan Titan
Leichtes, schmiedbares Metall, sehr bioverträglich, das vor allem bei der Herstellung von  Implantaten verwendet wird.
ist der einzige Werkstoff aus Reinmetall und außerordentlich gut verträglich. Das Edelmetall reagiert nicht mit anderen Metallen, kann wegen seiner guten mechanischen und physikalischen Eigenschaften sehr passgenau verarbeitet werden und ist geschmacksneutral. Der Werkstoff ist sehr leicht und wird vor allem für Implantate eingesetzt.

Über diese Stoffe hinaus werden noch weitere Materialien bei verschiedenen Indikationen im Mund verwendet, etwa Glas-Ionomer-Zemente, Kompomere – ein Gemisch aus Glas-Ionomer-Zement Ionomer-Zement
Zahnhartsubstanz, die die Oberfläche der Zahnwurzel überzieht.
und Komposit Komposit
Zahnfarbenes, stabiles Füllungsmaterial, das sich aus mehreren Komponenten (Kunststoffe, in die besonders aufbereitete mikrofeine Glas- und Quarzteilchen eingelagert sind) zusammensetzt. Komposite werden vor allem im Frontzahnbereich, mit einigen Einschränkungen auch für Füllungen in Backenzähnen eingesetzt. Das Material wird mit dem Zahnbein und dem Zahnschmelz verklebt und in der Regel mit einem Speziallicht gehärtet.
– und Ormocer, ein Gemisch aus Kunststoff und Glas. Kontinuierlich kommen neue oder weiterentwickelte Werkstoffe auf den Markt, vor allem für Füllungen. Das Medizinproduktegesetz trägt dafür Sorge, dass nur solche Materialien tatsächlich in der Praxis angewendet werden, die gut verträglich und frei von Nebenwirkungen sind.