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Zahntechniker schaffen Unikate

Die Bandbreite der Arbeitsgebiete im Dentallabor ist groß und umfasst nicht nur rein technische Aufgaben, sondern auch die Beratung von Arzt und Patient. Damit der Zahnersatz auch für Kenner kaum vom echten Zahn zu unterscheiden ist, nutzen Zahntechniker zahlreiche Methoden.

Im Dentallabor wird Zahnersatz hergestellt, repariert oder ergänzt. Doch was zählt eigentlich zum Begriff „Zahnersatz“? Da wäre zunächst einmal der herausnehmbare oder auch fest sitzende Zahnersatz aus Materialien wie Kunststoff, Edelmetall oder zahnkeramischen Massen, darüber hinaus Kronen, Brücken, Gussfüllungen und kieferorthopädische Geräte sowie Hilfsmittel.

Auch Kieferbruch- und Parodontoseschienen, Implantate und Defektprothesen gehören zu den Arbeitsergebnissen des Zahntechnikers. Und natürlich die feinmechanischen Hilfsteile zur Befestigung des herausnehmbaren Zahnersatzes. Um all dies passgenau und individuell herstellen zu können, sind ein paar Talente gefragt: „Farbempfinden, Geduld, dreidimensionales Vorstellungsvermögen und natürlich Fantasie und Kreativität sowie die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden, sind wichtig in diesem Beruf“, weiß Zahntechnikermeister Klaus Göbel aus Bonn zu berichten. „Diese Eigenschaften perfektioniert man im Laufe der Jahre und erst nach einigen Berufsjahren ist man so richtig gut.“

Fingerspitzengefühl ist nötig

Der Zahnersatz soll im Mund des Patienten kaum vom echten Zahn zu unterscheiden sein und dafür kann der Zahntechniker einiges tun. Er wählt anhand des Gebisses künstliche Zähne nach Farbe und Form und auch nach funktionellen, phonetischen und ästhetischen Gesichtspunkten aus. Um das individuell beste Ergebnis zu erzielen, arbeitet er mit vielen unterschiedlichen Materialien, darunter Gipse, Kunststoffe, verschiedene Metalle, Keramiken und Wachse. Auch die Techniken sind sehr unterschiedlich – seine Arbeiten reichen vom Modellieren, Gießen, Brennen und Polymerisieren bis hin zum Fräsen, Schleifen und Polieren – um nur einige der häufigsten zu nennen. „In der Dentaltechnik gibt es ständig Neuerungen, sowohl was die Technik als auch die Materialien angeht. Um innovativ zu sein, muss man sich ständig fortbilden“, erklärt Klaus Göbel.

Der Rat des Zahntechnikers ist gefragt

Waren Dentallabors früher eher reine Zulieferer für Zahnarztpraxen, werden Zahntechniker heute mehr und mehr auch beratend tätig. Mit dem Zahnarzt bespricht der Zahntechnikermeister beispielsweise die beste Lösung eines bestimmten Falles und erklärt ihm die technischen Ausführungen. Und auch der Patient bekommt Rat – durch den direkten Kontakt zu ihm wird das Ergebnis natürlich besser. Denn nicht nur Form und Farbe, auch die Oberflächengestaltung kann so optimiert werden. In manchen Fällen kommt der Patient auch mit dem bereits eingesetzten Zahnersatz noch einmal ins Labor, damit die Farbe erneut angepasst werden kann. Echte Maßarbeit also – wie der Anzug beim Herrenschneider.

Diese Maßarbeit wird immer Aufgabe des Zahntechnikers bleiben. Einzelne Arbeitsschritte, die heute durch computergestützte Systeme automatisiert werden, können seine Arbeit erleichtern und optimieren, werden aber die individuelle Fertigung nicht übernehmen können.