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Vorsicht bei Herdsanierung und Bioenergetik

Unter dem Schlagwort „ganzheitliche Zahnmedizin“ werden auch Therapien angeboten, die bisher keiner wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.

Häufig werden alternative Zahnmediziner aufgesucht, wenn Patienten glauben ihr Zahnersatz sei unverträglich. Unter dem Stichwort „Herdsanierung“ werden auf der Grundlage umstrittener Methoden nicht selten intakter Zahnersatz ausgetauscht oder wichtige, erhaltungswürdige Zähne gezogen. Im Extremfall werden sogar Kieferknochen ausgefräst. Daher raten Experten zur Vorsicht vor bei „Herdsanierungen“.

Vorsicht vor „Herdsanierung“ und „bioenergetischen Verfahren“

Als besonders problematisch angesehen werden müssen unter anderem Diagnose- und Therapiemethoden, die unter dem Begriff „bioenergetische Verfahren“ angeboten werden. Sie werden auch mit "Elektroakupunktur nach Voll" oder "Bioresonanz" bezeichnet. Mit ihnen wird nicht nur kein medizinischer Nutzen erzielt, sondern mitunter großer Schaden bis hin zu Gebissverstümmelungen angerichtet.

Zahnmedizin ist eigentlich immer ganzheitlich

Für den Patienten sind derart arbeitende Praxen schwer zu identifizieren, weil oft der aus der Naturheilkunde entlehnte Begriff "ganzheitliche Medizin" benutzt wird. Dabei arbeitet die Zahnmedizin allgemein schon länger ganzheitlich. Denn Mund und Zähne des Patienten werden nicht als vom übrigen Körper isoliert betrachtet. Gesundheitliche Probleme haben ihre Ursache oft nicht am Ort der Störung. Ein klassisches, zahnmedizinisches Beispiel: Nacken-, Rücken- oder Kopfschmerzen sowie z.B. Ohrgeräusche (Tinnitus) können ihre Ursache in Störungen der Funktion des Kiefergelenks haben.

Für die Zahnmediziner bedeutet das: Die Diagnostik sollte – gerade bei chronischen Problemen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich – über die Stelle, an der das Symptom auftritt, hinaus ausgedehnt werden.