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Gel stoppt kleinere Karies-Erkrankungen

Karies behandeln, ohne zu bohren – eine entspannte Vorstellung für die meisten Patienten. Denn manch einem wird schon beim bloßen Anblick der metallenen Instrumente flau im Magen. Mithilfe eines speziellen Gels kann die moderne Zahnmedizin inzwischen kleine kariöse Stellen chemomechanisch auflösen und so das Bohren teilweise ersetzen.

Das Gel wird direkt auf die kariöse Stelle aufgetragen. „Die angelöste Karies wird anschließend mit Handinstrumenten entfernt“, erklärt Prof. Dr. Ch. H. Splieth, Spezialist in den Bereichen Kariologie, Prävention und Kinderzahnheilkunde an der Universität Greifswald.

Vor allem für Kinder geeignet

Diese wissenschaftlich erprobte Methode eignet sich besonders zur Behandlung kleiner Kinder. Deren Angst vor dem Zahnarzt erschwert oft eine klassische konventionelle Behandlung. „Außerdem sind bei Milchzähnen die kariösen Stellen meist direkt zugänglich – sie bilden damit eine ideale Grundlage für eine alternative Behandlungsmethode“, weiß Prof. Dr. Splieth.

Größe der Erkrankung entscheidend

Bei Erwachsenen hängt der Ausgangszustand des Zahnes davon ab, ob die Anwendung mit dem Gel ausreicht, die Karies zu entfernen. Bei größeren Defekten des Zahnes oder tiefsitzender Karies garantiert noch immer der Einsatz des Bohrers eine dauerhaft erfolgreiche Wiederherstellung des Zahnes. In einigen Fällen kann die konventionelle Methode mit der Gel-Behandlung kombiniert werden. So können alte Füllungen mit dem Bohrer, die Karies dagegen mit dem Gel entfernt werden.