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Wie Zahnärzte Patienten motivieren

Um Patienten vom Erfolg einer regelmäßigen Mundhygiene und von einem aktiven Mitwirken zu überzeugen, braucht es vor allem eine intakte Zahnarzt-Patienten-Beziehung. Ist eine Vertrauensbasis geschaffen, fällt das Motivieren leichter: Aufklärung, Zuwendung, Mitgefühl und Akzeptanz für die persönliche Situation des Patienten helfen dem Zahnarzt und seinem Team, ein gutes Verhältnis aufzubauen, bei dem der Patient Bereitschaft zeigt, an seiner Mundgesundheit und am Behandlungserfolg mitzuarbeiten.

Zahnpflege ist mit Aufwand verbunden: zweimal täglich Zähneputzen und die Anwendung von Hilfsmitteln wie z.B. Zahnseide kann dauern. Zusätzlich kosten die regelmäßigen Kontrollbesuche zweimal jährlich in der Praxis Zeit und die Durchführung einer Professionellen Zahnreinigung (PZR) darüber hinaus auch Geld. Gibt es Beeinträchtigungen bei der Mundgesundheit, liegt beispielsweise eine Parodontitis vor, kann sich der Aufwand noch erhöhen. Die Herausforderung für den Zahnarzt und sein Team ist es, den Patienten trotzdem von der Notwendigkeit einer sorgfältigen, täglichen Mundhygiene zu überzeugen und ihn dazu zu bringen, intensiv an seinem Hygieneverhalten zu arbeiten bzw. es zu verbessern. Dies ist bei jedem Patient individuell zu analysieren und zu bewerten. Die Tipps und Anweisungen des Zahnarztes sollten so viel wie nötig beinhalten und dabei jedoch einfach zu bewältigen sein. Er sollte verständlich und ohne Fachwörter formulieren, so dass er Anweisungen auf Augenhöhe gibt, denen der Patient folgen kann.

Verhaltensweisen durchbrechen

Zähneputzen ist Gewohnheitssache. Wird aber falsch, zu wenig oder nicht systematisch geputzt, versucht der Zahnarzt oder insbesondere die zahnmedizinische Prophylaxeassistentin, den Patienten an eine verbesserte Zahnputztechnik heranzuführen. Dazu muss er das gegenwärtige Putzverhalten kennen und das oftmals jahrelang bekannte Schema des Patienten durchbrechen. Nicht immer ist es sinnvoll, zu viel zu ändern. Da die meisten Patienten immer zum gleichen Zahnarzt gehen, ist eine Umstellung der Gewohnheiten über mehrere Jahre möglich und gibt Sicherheit: Nicht alles auf einmal wird geändert, sondern eine langsame Umgewöhnung der Routine durch die Empfehlungen des Zahnarztes kann erfolgen. Vorteil: Der Patient fühlt sich nicht überfordert.

Wissen, wie

Der Zahnarzt und sein Praxisteam demonstrieren die richtige Putztechnik und erklären dem Patienten in der Sitzung die korrekten Abläufe. Bei den folgenden Terminen werden die Putzbewegungen immer wieder zusammen geübt. Für Menschen mit Zahnersatz gibt der Zahnarzt gezielte Hinweise. Er erläutert insbesondere bei herausnehmbarem Zahnersatz, wie dieser mit einer Prothesenzahnbürste und Gelzahnpasta unter fließendem Wasser gründlich gereinigt wird, um bakterielle Beläge zu entfernen. Im Gespräch bekommen die Patienten auch die Handhabung von Hilfsmitteln wie Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten gezeigt. Hierzu erfordert es nicht nur besondere Geschicklichkeit, sondern auch das Verständnis dafür, was die kleinen Helferlein insgesamt in den Zahnzwischenräumen positiv bewirken können.

Wir ziehen an einem Strang

Erfolgserlebnisse sind wichtig, um die Motivation zu steigern und das Selbstvertrauen zu stärken. Daher ist der Zahnarzt darauf bedacht, seinem Patienten ein positives Gefühl zu vermitteln, indem er auf Verbesserungen hinweist. Das bestärkt den Patienten in seinem Bemühen und wird ihn auch im nächsten halben Jahr weiter aktiv mitmachen lassen. Er vertraut eher in sich und in die Empfehlungen seines Zahnarztes. Fazit: Beide profitieren von ihrem partnerschaftlichen Verhältnis, die Mundgesundheit wird gesteigert und die Patientenbindung intensiviert.

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