Einzelansicht

Barrierefreie Praxen und mobile Zahnärzte

Immer mehr Zahnärzte und Zahntechniker widmen sich den Bedürfnissen Älterer oder Menschen mit Behinderung. Denn häufig ist es für diese Personen schwierig, Zähne und Zahnersatz zu pflegen oder gar einen Termin in der Zahnarztpraxis wahrzunehmen. Welche Möglichkeiten gibt es, dennoch zahnärztlich versorgt zu werden?

Damit es Älteren und Menschen mit Behinderung uneingeschränkt möglich ist, einen Zahnarzt aufzusuchen, muss die Praxis verschiedene Grundvoraussetzungen erfüllen. So sollte sie gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und möglichst barrierearm sein. Idealerweise liegt sie entweder ebenerdig oder sie verfügt über einen gut zugänglichen Aufzug. Um die Praxis auf die besonderen Bedürfnisse der Patienten auszurichten, können beispielsweise Stolperschwellen entfernt, im Lift ein Klappsitz angebracht oder seniorengerechte Möbel angeschafft werden. Das Praxisteam kann zum zugewandten und sensiblen Umgang mit Menschen im hohen Alter oder mit Behinderung geschult werden.

Auch Dentallabore müssen Handicaps berücksichtigen

Um nach Vorgabe des Zahnarztes zur erfolgreichen Behandlung der Patienten beizutragen, benötigt auch der Zahntechniker Wissen über ein Leben im Alter oder mit Behinderung. Denn schließlich ist es auch sein Ziel, dass der Patient trotz Handicap gut mit dem Zahnersatz zurechtkommt. So braucht beispielsweise jemand, der beide Hände oder einzelne Finger nicht uneingeschränkt bewegen kann, gegebenenfalls andere oder spezielle Anforderungen an die Konstruktion der Prothese als jemand, dessen Hände voll funktionsfähig sind. Dies muss der Zahnarzt bereits bei der Planung des Zahnersatzes berücksichtigen und mit dem Zahntechniker absprechen.

Mobile Zahnärzte für immobile Patienten

Wie aber werden Patienten beraten und behandelt, die den Weg in die Praxis nicht selbständig bewältigen können? Was in zahlreichen Modellprojekten von engagierten Zahnmedizinern in Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen erprobt worden ist, hat inzwischen Einzug in die zahnärztliche Praxis erhalten: Um ihren pflegebedürftigen oder behinderten Patienten die bestmögliche zahnärztliche Versorgung auch außerhalb der Praxis anzubieten, können niedergelassene Zahnärzte ihr Leistungsspektrum um mobile Behandlung erweitern. Sie besuchen ihre Patienten zu Hause oder in der Pflegeeinrichtung. Dort muss entschieden werden, welche Behandlung unter diesen Bedingungen durchgeführt werden kann und es muss die Planung vorgenommen werden. Abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten können beispielsweise Prothesen gereinigt, das Zahnfleisch behandelt, Füllungen gelegt oder gelockerte Kronen wieder befestigt werden. Die mobilen Einsätze sind aber nur dann nachhaltig, wenn die Zahnärzte eng mit den Angehörigen oder dem Pflegepersonal zusammen arbeiten und diese geschult werden. Denn sie spielen die entscheidende Rolle bei der Zahn- und Mundpflege.

Adressen für einen geeigneten Zahnarzt gibt er hier:

Auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin können Adressen von alterszahnmedizinischen Experten gefunden werden. Zudem informieren die Zahnärztekammern der einzelnen Bundesländer über Zahnärzte, die Hausbesuche machen und geben Auskunft über spezialisierte Praxen. Die Online-Suche der (Landes-)Zahnärztekammern finden Sie hier.