Kleine Laster mit bösen Folgen
Die Nuckelflasche ist für die Ernährung des Kleinkindes ein wichtiges Hilfsmittel. Für viele Eltern ist sie ein ständiger Begleiter. Darüber hinaus hilft sie, das unruhige Kind zu besänftigen, und sorgt für gute Laune. Aber Vorsicht! Befinden sich in der Nuckelflasche zucker- und säurehaltige Getränke, wird aus der gut gemeinten Ernährungs- und Beruhigungsmethode eine echte Gefahr für die ersten Zähne. Insbesondere das andauernde Umspülen der Zähnchen mit Zucker und Säure führt häufig zu der folgenschweren Nuckelflaschenkaries.
Zucker schädigt die Zähne nicht direkt. Vielmehr verwandeln Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
den Zucker aus den Getränken in Säure, die den Zahn Zahn
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
entkalkt und langsam zerstört. Da Milchzähne Milchzähne
Sie bilden das erste Gebiss und brechen etwa ab dem 6. bis 7. Lebensmonat durch. Das Milchgebiss hat 20 Zähne, die zwischen dem 6. und dem 12. Lebensjahr ausfallen und durch die bleibenden Zähne ersetzt werden.
beim Kauen und für die sprachliche Entwicklung eine große Rolle spielen, sollten Eltern ihren Kindern das Fläschchen nicht zum Dauernuckeln überlassen und es nur mit Wasser oder ungesüßtem Tee füllen. Dabei sollte man beim Einkauf darauf achten, dass der Kindertee wirklich keinen Zucker enthält. Es ist hilfreich zu wissen, dass Zucker viele „Gesichter“ hat. Es gibt Trauben-, Frucht-, Milch- und Rohrzucker sowie Saccharose.
„Sobald ein Baby sitzen kann, sollte man ihm das Trinken aus dem offenen Becher mit Wasser oder ungesüßtem Tee angewöhnen, um ein Dauernuckeln an der Flasche zu verhindern“, weiß Prof. Dr. Dietmar Oesterreich von der Initiative proDente.
Gesund ernähren
Babys und Kinder benötigen eine ausgewogene mineralstoff- und vitaminreiche Ernährung für die gesunde Entwicklung von Körper und Zähnen. Dazu gehören Milchprodukte, welche den Zähnen Kalzium und Phosphat liefern, sowie später Obst und rohes Gemüse, das die Kauaktivitäten anregt.
Außerdem spielen Fluoride Fluoride
Salze der Fluorwasserstoffsäure, die zur Vorbeugung von -> Karies, zur Unterstützung der Behandlung der -> Initialkaries sowie zur Behandlung überempfindlicher Zahnhälse genutzt werden. Fluoride fördern die Remineralisierung des Zahnschmelzes und erhöhen dessen Abwehrkräfte gegen Säuren.
in der Kariesprophylaxe bei Kindern eine zentrale Rolle. Fluoride Fluoride
Salze der Fluorwasserstoffsäure, die zur Vorbeugung von -> Karies, zur Unterstützung der Behandlung der -> Initialkaries sowie zur Behandlung überempfindlicher Zahnhälse genutzt werden. Fluoride fördern die Remineralisierung des Zahnschmelzes und erhöhen dessen Abwehrkräfte gegen Säuren.
härten die Zähne und schützen vor Säureangriffen von Plaquebakterien. Eltern sollten daher beim Kochen fluoridhaltiges Speisesalz verwenden. Jedoch dürfen nicht gleichzeitig Fluoridtabletten verabreicht werden. Schon ab dem ersten Milchzahn sollten die Zähne einmal täglich mit einem Hauch Kinderzahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm gereinigt werden. Je früher ein Kind mit der richtigen Mundpflege vertraut gemacht wird, desto besser. Ein im Kindesalter erlerntes Verhalten wird meist ein Leben lang beibehalten.
Kontrolle sorgt vor
Bis zum Ende des ersten Lebensjahres sollte eine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt erfolgen. Das hat den Vorteil, dass das Kind von Anfang an mit der Zahnarztpraxis vertraut wird und Eltern in dieser Lebensphase viele wichtige Informationen zur Mundgesundheit erhalten.
In zahlreichen Bundesländern bieten Zahnärzte den Eltern einen „Zahnärztlichen Kinderpass“ an, der die Mundgesundheit des Kindes bis zum sechsten Lebensjahr begleitet. In der Regel sieht der Kinderpass halbjährliche Vorsorgeuntersuchungen in dieser Zeitspanne vor. „Schritt für Schritt begleitet der Zahnarzt während dieser Zeit die gesunde Entwicklung des Kiefers und der Milchzähne Milchzähne
Sie bilden das erste Gebiss und brechen etwa ab dem 6. bis 7. Lebensmonat durch. Das Milchgebiss hat 20 Zähne, die zwischen dem 6. und dem 12. Lebensjahr ausfallen und durch die bleibenden Zähne ersetzt werden.
. Altersgerechte Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
ist dabei genauso ein Thema wie zahngesunde Ernährung und die Verabreichung von Fluoriden“, erklärt Prof. Dr. Oesterreich. So ist auch das Thema „Umgang mit der Nuckelflasche“ in den Kinderpass aufgenommen worden. „Ziel ist, dass der „Zahnärztliche Kinderpass“ bereits werdenden Müttern genauso selbstverständlich mitgegeben wird wie der Mutterpass", so Prof. Dr. Oesterreich.
