Lieber Milch statt Limonade
Nicht nur Süßes, sondern auch Saures schadet auf Dauer den Zähnen. Neben sauren Getränken wie Limonade, Fruchtsaft, Wein und Sekt können auch gesunde Lebensmittel wie bestimmtes Obst oder Salate mit Essig-Öl-Dressing vor allen Dingen aber Zitronensäure bei häufigem Konsum schaden. Ein paar kleine Tricks minimieren das Risiko für Zahnerosionen bei vollem Genuss gesunder Speisen.
Unter Zahnerosionen versteht man das langsame Auflösen von Zahnhartsubstanz aufgrund von direkter Säureeinwirkung. Nahrungsmittel wie Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte und Erfrischungsgetränke sind meist sehr säurehaltig. Diese Säuren erweichen oberflächlich den Zahnschmelz Zahnschmelz
Durchscheinender Überzug des Dentins im Bereich der Zahnkrone; bestimmt die äußere Zahnform; härtestes Körpergewebe, ist kaum elastisch und zugfest. Besteht zu 98% aus anorganische Bestandteilen (unter anderem Hydroxylapatit).
. Mineralien werden ausgeschwemmt und der Zahnschmelz Zahnschmelz
Durchscheinender Überzug des Dentins im Bereich der Zahnkrone; bestimmt die äußere Zahnform; härtestes Körpergewebe, ist kaum elastisch und zugfest. Besteht zu 98% aus anorganische Bestandteilen (unter anderem Hydroxylapatit).
verliert an Dicke.
Softdrinks und Wasser mit Zusätzen
Sogenannte Softdrinks, wie Limonaden und Sportgetränke, enthalten häufig nicht nur viel Zucker, sondern sind auch sehr sauer. Auch die Light-Varianten vieler Limonaden weisen einen sehr tiefen Säurewert (pH-Wert) auf. Ein häufiger Konsum dieser Getränke kann also nicht nur Karies Karies
Zahnfäule: Entkalkung und Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von Mundhöhlenbakterien aus Zucker gebildet werden.
, sondern auch Zahnerosionen verursachen. Die Trinkgewohnheiten tragen ebenfalls zum Risiko bei: Das Erosionsrisiko steigt, wenn das saure Getränk, wie zum Beispiel bei einer Weinverkostung, länger im Mund behalten oder durch die Zähne gezogen wird. Trinkt man alle fünf bis zehn Minuten einige Schlucke von einer sauren Limonade, schafft es der Speichel Speichel
Sekret, das aus den drei großen Speicheldrüsen (Sublingualis, Sumandibularis und Parotis=Ohrspeicheldrüse) und aus den kleinen Speicheldrüsen gebildet wird. Besteht zu 99 % aus Wasser, anorganischen (Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Fluorid, Hydrogencarbonat) und organischen Substanzen. Speichel enthält Eiweiß (Mucin: Schleimstoff) und Enzyme (z.B. für die Kohlenhydratverdauung). Speichel wird ständig abgesondert: in Ruhe normal 0,3 ml/min. Die Reizspeichelmenge beträgt dagegen ca. 1 ml/min. Die Speichelproduktion wird reflektorisch durchs Kauen, aber auch durch Gerüche, Hunger und psychische Faktoren ausgelöst. Die Funktion des Speichels ist vielseitig: Feuchthalten der Mundhöhle, Spülfunktion, Lösen von Geschmacksstoffen, Benetzen von Speisen, Pufferung von Säuren, Remineralisation des Zahnschmelzes, antibakterielle Wirkung und Andauen der Nahrung durch die enthaltenen Enzyme.
nicht, die Säure in dieser Zeit immer wieder zu neutralisieren. Der Zahnschmelz Zahnschmelz
Durchscheinender Überzug des Dentins im Bereich der Zahnkrone; bestimmt die äußere Zahnform; härtestes Körpergewebe, ist kaum elastisch und zugfest. Besteht zu 98% aus anorganische Bestandteilen (unter anderem Hydroxylapatit).
wird ständig von der Säure angegriffen, denn der pH-Wert im Mund bleibt dauerhaft im sauren Bereich. Besser wäre also - wenn es überhaupt Limonade sein muss – alles auf einmal zu trinken. In der Folge neutralisiert der Speichel Speichel
Sekret, das aus den drei großen Speicheldrüsen (Sublingualis, Sumandibularis und Parotis=Ohrspeicheldrüse) und aus den kleinen Speicheldrüsen gebildet wird. Besteht zu 99 % aus Wasser, anorganischen (Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Fluorid, Hydrogencarbonat) und organischen Substanzen. Speichel enthält Eiweiß (Mucin: Schleimstoff) und Enzyme (z.B. für die Kohlenhydratverdauung). Speichel wird ständig abgesondert: in Ruhe normal 0,3 ml/min. Die Reizspeichelmenge beträgt dagegen ca. 1 ml/min. Die Speichelproduktion wird reflektorisch durchs Kauen, aber auch durch Gerüche, Hunger und psychische Faktoren ausgelöst. Die Funktion des Speichels ist vielseitig: Feuchthalten der Mundhöhle, Spülfunktion, Lösen von Geschmacksstoffen, Benetzen von Speisen, Pufferung von Säuren, Remineralisation des Zahnschmelzes, antibakterielle Wirkung und Andauen der Nahrung durch die enthaltenen Enzyme.
die Säure.
Auch wer „gesund“ lebt, ist gefährdet
Menschen, die viel Obst und mit Essig angemachte Salate verzehren, haben ein höheres Risiko für Zahnerosionen. Zu sehr stark säurehaltigem Obst gehören Zitrusfrüchte wie Zitronen, Kiwi, Orangen und Grapefruit, aber auch saure Beeren, wie zum Beispiel Johannisbeeren. Gerade Vegetarier nehmen viel von diesen eigentlich gesunden Lebensmitteln zu sich. Wer das Risiko für Erosionen reduzieren möchte, sollte zu oder nach dem sauren Obst Kalzium zu sich nehmen, zum Beispiel in Form eines Früchtequarks. Ein Glas Milch reichert den Speichel Speichel
Sekret, das aus den drei großen Speicheldrüsen (Sublingualis, Sumandibularis und Parotis=Ohrspeicheldrüse) und aus den kleinen Speicheldrüsen gebildet wird. Besteht zu 99 % aus Wasser, anorganischen (Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Fluorid, Hydrogencarbonat) und organischen Substanzen. Speichel enthält Eiweiß (Mucin: Schleimstoff) und Enzyme (z.B. für die Kohlenhydratverdauung). Speichel wird ständig abgesondert: in Ruhe normal 0,3 ml/min. Die Reizspeichelmenge beträgt dagegen ca. 1 ml/min. Die Speichelproduktion wird reflektorisch durchs Kauen, aber auch durch Gerüche, Hunger und psychische Faktoren ausgelöst. Die Funktion des Speichels ist vielseitig: Feuchthalten der Mundhöhle, Spülfunktion, Lösen von Geschmacksstoffen, Benetzen von Speisen, Pufferung von Säuren, Remineralisation des Zahnschmelzes, antibakterielle Wirkung und Andauen der Nahrung durch die enthaltenen Enzyme.
mit Kalzium an. Die ausgeschwemmten Schmelzmineralien werden zumindest zum Teil wieder ersetzt. Bei zu vielen sauren Mahlzeiten über einen langen Zeitraum hinweg sind die Pufferwirkung des Speichels und das Remineralisationsvermögen des Schmelzes jedoch erschöpft. Der Substanzabbau an den Zähnen schreitet fort. Mit der Zeit reduziert sich die Zahnschmelzdicke. Höckerspitzen verflachen bis hin zu kleinen Mulden, an Glattflächen schimmert schließlich das gelbliche Zahnbein, das Dentin Dentin
Zahnbein, knochenähnlicher Stoff, aus dem die Hauptmasse eines Zahnes besteht. Im Bereich der Zahnkrone ist das Dentin vom Zahnschmelz umgeben, im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement. Dentin ist härter als Knochen, aber weicher als der Schmelz.
, hindurch. Der Zahn Zahn
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
verändert seine Form. Ist die schützende Schmelzschicht verschwunden, greifen die Säuren auch auf das Dentin Dentin
Zahnbein, knochenähnlicher Stoff, aus dem die Hauptmasse eines Zahnes besteht. Im Bereich der Zahnkrone ist das Dentin vom Zahnschmelz umgeben, im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement. Dentin ist härter als Knochen, aber weicher als der Schmelz.
über. Neben den Zahnsubstanzverlusten macht Betroffenen vor allem die erhöhte Temperaturempfindlichkeit der Zähne zu schaffen.
Vor dem Essen: Zähneputzen!
Der Satz „Nach dem Essen – Zähneputzen nicht vergessen“ gilt beim Verzehr säurehaltiger Speisen eher nicht. Vielmehr schadet das Zähneputzen direkt nach dem Essen von zum Beispiel Orangen, denn der Zahnschmelz Zahnschmelz
Durchscheinender Überzug des Dentins im Bereich der Zahnkrone; bestimmt die äußere Zahnform; härtestes Körpergewebe, ist kaum elastisch und zugfest. Besteht zu 98% aus anorganische Bestandteilen (unter anderem Hydroxylapatit).
ist oberflächlich erweicht und lässt sich daher eher „wegputzen“. Wer also zum Frühstück gern frisches, saures Obst zu sich nimmt, sollte seine Zähne besser schon vor dem Essen putzen. Alternativ sollte man etwa eine halbe bis eine Stunde mit dem Putzen warten. Nach dieser Zeit besteht die Gefahr nicht mehr, erweichte Schmelzoberfläche wegzubürsten. Wer so lang nicht warten will, sollte nach dem Obst zumindest etwas Kalziumhaltiges essen, wie zum Beispiel Joghurt oder Käse, oder ein Glas Milch trinken. Die Kalziumionen gleichen die von der Säure ausgelösten Mineralverluste im Schmelz Schmelz
Härteste Substanz des menschlichen Körpers; überdeckt das Dentin der Zahnkrone.
wenigstens teilweise wieder aus.
