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PZR - Für wen, wie oft, warum?

Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) ergänzt die häusliche Mundhygiene. „Profis“ in der Zahnarztpraxis entfernen Beläge und Verfärbungen an den Stellen, die Patienten zu Hause nur schwer erreichen können.

Welche Vorteile hat der Patient?

Für die Zahngesundheit

Zahnbeläge enthalten Bakterien, die Zahnerkrankungen auslösen können. Reinigt ein „Profi“ die Zähne in der Zahnarztpraxis, sinkt das Risiko, dass ein Patient an Karies, einer Gingivitis (Zahnfleischentzündung) oder einer Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) erkrankt. Die Fachkräfte reinigen die Zähne abgestimmt auf jeden einzelnen Patienten, so dass die Zähne bis ins hohe Alter erhalten bleiben können.

Für die Allgemeingesundheit

Sind die schädlichen Bakterien in der Mundhöhle entfernt, profitiert der ganze Körper. So kann das Risiko einer Entzündungen der Herzklappen (Endokarditis) gesenkt werden. Gleiches gilt für eine Lungenentzündung, insbesondere bei älteren, meist pflegebedürftigen Patienten mit einer Immunschwäche. Durch das regelmäßige Reinigen der Zähne ist der Zahnhalteapparat seltener entzündet. Dadurch können Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel besser kontrollieren.

Für die Ästhetik

Aber die PZR beugt nicht nur Erkrankungen vor: Das Aussehen der Zähne verbessert sich. Sie wirken sauber, heller, sind glänzend und fühlen sich glatt an.

Dauer

Eine PZR-Sitzung dauert in der Regel 30 Minuten bis zu einer Stunde. Der Zeitaufwand ist abhängig von der Anzahl der Zähne, der Mundhygienesituation und der daraus hervorgehenden Auswahl der einzusetzenden Maßnahmen.

Häufigkeit

Wie oft der Patient eine PZR wahrnehmen sollte, hängt ganz vom individuellen Erkrankungsrisiko ab: Gibt es bereits Entzündungen des Zahnhalteapparates? Tritt häufig Karies auf? Beläge auf den Zähnen entwickeln sich unterschiedlich schnell. Jeder Patient reagiert unterschiedlich auf diese Beläge. Der Zahnarzt sollte diese Risiken erläutern und gemeinsam mit dem Patienten die Häufigkeit der PZR festlegen.

Haben Patienten ein besonders hohes Risiko für Karies und Entzündungen des Zahnfleisches oder ist das körpereigene Immunsystem durch chronische Erkrankungen – z.B. einem Diabetes – belastet, sollten die „Profis“ die Zähne häufiger professionell reinigen.

Kosten

Nicht alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer PZR, obwohl sie als medizinisch wirksam anerkannt ist. Manche Kassen zahlen einen Zuschuss. Die Gebühr ist abhängig von Umfang und Dauer der Behandlung. Sie kostet etwa zwischen 50 und 120 Euro.

PZR – und dann?

Zahnbeläge entwickeln sich täglich – ein Leben lang. Deshalb sind die tägliche optimale Mundhygiene und lebenslange Kontrollen beim Zahnarzt wichtig. Nur so erkennt der Zahnarzt schon früh Risiken oder krankhafte Veränderungen in der Mundhöhle und kann Spätschäden vermeiden.

Fur wen ist die PZR sinnvoll?

Grundsätzlich ist die PZR für jeden Patienten empfehlenswert, da es praktisch unmöglich ist, die Zähne allein durch häusliche Pflege von Belägen vollständig zu befreien. Besonders profitieren aber Menschen, die größere Probleme damit haben, ihre Zähne zu reinigen und bereits Erkrankungen besitzen bzw. deren Risiken, diese zu bekommen, sehr hoch ist. Dazu gehören Patienten mit Zahnersatz, festsitzenden Spangen oder mit Entzündungen des Zahnfleisches. Aber auch ältere Menschen oder Patienten mit körperlichen Einschränkungen, deren manuelles Geschick bei der Mundhygiene eingeschränkt ist.

Für Patienten, bei denen bereits eine Parodontitis behandelt wurde, ist die regelmäßige professionelle Entfernung der Zahnbeläge eine wichtige Maßnahme, um den Behandlungserfolg zu sichern.