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Max und Mamadou - ein Unterschied?

Die Gesundheit von Kindern beginnt in der Familie. Dabei beeinflussen auch das Wissen und das Einkommen der Eltern die Gesundheit der Kinder und bestimmen, welchem Risiko sie ausgesetzt sind. Das gilt auch für die Gesundheit der Zähne. Während das Kariesrisiko für Kinder in Deutschland generell stetig abnimmt, weichen die Zahlen bei einigen Gruppen vom allgemeinen Trend ab. So haben Kinder aus sozial schwachen Familien oder Familien mit Migrationshintergrund vermehrt Karies. Doch woran liegt das?

Einen ersten Hinweis liefert die Ernährung. Kinder mit Migrationshintergrund sind eher übergewichtig als Kinder Kinder ohne Migrationshintergrund. Einige Studien belegen, das dabei vermutlich der Verzehr von Zucker und Kohlehydraten eine große Rolle spielt.. Der Verzehr von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln ist bei Familien aus der Türkei, der ehemaligen Sowjetunion und arabischen Ländern überdurchschnittlich hoch.

Zähne werden unterschiedlich geputzt

Noch wichtiger: Kinder putzen sich – je nach Herkunft – unterschiedlich oft ihre Zähne. Liegt kein Migrationshintergrund vor, putzen ein Viertel aller Kinder weniger als zweimal täglich ihre Zähne. Besitzt ein Elternteil einen Migrationshintergrund steigt die Zahl auf 31,9 Prozent. Haben beide Eltern einen Migrationshintergrund putzen 45 Prozent der Kinder am Tag nur einmal oder gar nicht ihre Zähne.

Weitere Komponenten, die Einfluss auf das Zähneputzen haben, sind Bildung und Einkommen. Je geringer Bildung und Einkommen, desto schlechter die Mundgesundheit. Menschen mit Migrationshintergrund zählen häufig auch zu den Geringverdienern. So wirken kulturelle und soziale Faktoren negativ auf die Gesundheit der Kinder.

Weniger Vorsorge

Einige wenige Kinder werden zudem seltener von einem Zahnarzt untersucht. Auch hier zeigen sich Unterschiede bezogen auf den sozialen und kulturellen Hintergrund. Während 94 Prozent der Kinder mit mittlerem oder hohem Sozialstatus regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, sind es bei sozial schwachen Familien nur 87,5 Prozent der Kinder. Ähnlich ist der Unterschied, wenn Kinder mit und ohne Migrationshintergrund verglichen werden. 93,3 Prozent der Kinder ohne Migrationshintergrund nehmen regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teil. Von den Kindern mit Migrationshintergrund besuchen nur 83,6 Prozent regelmäßig den Zahnarzt.

„Die Zahnärzte stehen vor der großen Herausforderung, wie Familien mit Migrationshintergrund zukünftig besser erreicht werden können“, kommentiert Dirk Kropp, Geschäftsführer proDente e.V., das Ergebnis.