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Die zweite Garnitur

Nur einmal bekommen wir Menschen nach den Milchzähnen eine zweite Garnitur Zähne. Diese bleibenden Zähne können uns – bei guter Pflege – bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Unser Zahnwechsel findet etwa zwischen dem sechsten und dem 12. Lebensjahr in Abschnitten statt. Die Kaufunktion ist so immer gewährleistet.

Im Alter zwischen sechs und acht Jahren lockern sich mit den mittleren unteren Schneidezähnen die ersten der insgesamt 20 Milchzähne. „Der erste Wackelzahn fällt gleich auf. Meistens haben aber Kinder und Eltern noch gar nicht bemerkt, dass bereits der Sechs-Jahr-Molar mit seiner großen, gefurchten Kaufläche hinter der Milchzahnreihe durchgebrochen ist“, erläutert Dirk Kropp von proDente. Der Backenzahn stabilisiert und erweitert den Seitenzahnbereich des Kindes, in dem die größten Kaukräfte auftreten. Das bleibende Gebiss vervollständigen die zwischen dem 17. und 30. Lebensjahr durchbrechenden vier Weisheitszähne. Unser Gebiss zählt dann insgesamt 32 Zähne. Doch häufig bleiben ein oder mehrere Weisheitszähne ganz oder teilweise im Kieferknochen stecken oder sind gar nicht vorhanden.

Große individuelle Unterschiede

Der Zahnwechsel läuft in zwei Abschnitten ab. In einer ersten Phase – zwischen dem sechsten und achten Lebensjahr – kommt der erste bleibende Backenzahn und es wechseln alle Schneidezähne oben und unten. Danach schließt sich eine Pause von etwa ein bis zwei Jahren an. In der zweiten Zahnwechselphase wechseln die Zähne der sogenannten Stützzone, das sind die kleinen Backen- und die Eckzähne. Der Durchbruch des zweiten großen Backenzahns schließt die zweite Zahnwechselphase mit 11 bis 14 Jahren ab. Die Wechselzeiten der einzelnen Zähne sind individuell sehr unterschiedlich, daher findet man in Übersichten oft breite Zeitspannen für den Wechsel bestimmter Zähne. Bei „Frühzahnern“ zum Beispiel sind schon mehr Milch- und später auch bleibende Zähne vorhanden, als es dem chronologischen Alter entspricht. „Spätzahner“ hinken bezüglich ihrer Zahnentwicklung ihrem Alter hinterher. 80 Prozent aller Kinder sind „Normalzahner“. Lange bevor die bleibenden Zähne sich durch das Zahnfleisch schieben, hält der Körper sie schon bereit. Sie werden oberhalb der Milchzahnwurzeln im Kieferknochen gebildet, indem die Zähne langsam von der Krone bis zu den Wurzeln ausmineralisieren. Beim ersten bleibenden Backenzahn beginnt dieser Prozess bereits zum Zeitpunkt der Geburt.

Wann kommt welcher Zahn?

  • 6 Jahre: 1. großer Backenzahn (1. Molar oder 6-Jahr-Molar)
  • 6 bis 8 Jahre: mittlere Schneidezähne; als Erstes wechseln die unteren, etwa ein halbes Jahr später die oberen
  • 8 bis 9 Jahre: seitliche Schneidezähne
  • 9 bis 11 Jahre: Eckzahn im Unterkiefer
  • 10 bis 12 Jahre: 1. kleiner Backenzahn (1. Prämolar)
  • 11 bis 13 Jahre: Eckzahn im Oberkiefer und 2. kleiner Backenzahn (2. Prämolar)
  • 12 bis 14 Jahre: 2. großer Backenzahn (2. Molar)
  • 17 bis 30 Jahre: 3. großer Backenzahn (3. Molar oder Weisheitszahn)

proDente visualisiert den Zahnwechsel

Die Initiative proDente e. V. visualisiert den Zahnwechsel in einer übersichtlichen Grafik. Das Zahnwechselschema steht als PDF-Version zum Download oder zum Ausdruck bereit. Zusätzlich gibt es eine animierte Version, die beim Abfahren eines Zeitstrahls mit dem Cursor die in diesem Zeitraum wechselnden Zähne anzeigt.