Einzelansicht

Plasma statt Bohrer


Eine Nadelspitze aus glühendem Plasma könnte zukünftig unter anderem den Bohrer beim Zahnarzt ersetzen. Niederländische Wissenschaftler um Eva Stoffels-Adamovicz arbeiten mit Stickoxidplasma, einem Gas aus geladenen Teilchen. Sie wollen mit der Plasmanadel Löcher in den Zähnen schonend säubern, Bakterien im Mund abtöten und sogar Tumoren entfernen.

Ein Plasma ist ein Gas, das einen großen Anteil an freien Ladungsträgern enthält. Bislang war die Erzeugung eines solchen Plasmas nur im Vakuum, also im luftleeren Raum, möglich. Stoffels-Adamovicz und ihre Kollegen haben nun eine Plasmanadel entwickelt, die auch an der Luft funktioniert. Die Nadel besteht aus einem fünf Zentimeter langen Draht aus dem Metall Wolfram, der sich in einer mit Gas gefüllten Quarzröhre befindet. Wird in der Nadel eine Spannung angelegt, bildet sich an ihrer Spitze ein kleiner Plasmafunke. Stoffels-Adamovicz und ihr Team verwendeten in ihrer Arbeit ein Gasgemisch aus Helium und Luft. Dabei wurde ein Stickoxidplasma erzeugt. Laut den Forschern hilft das Helium dabei, das Plasma in der energiearmen Luft zu bilden – weshalb, ist ihnen aber noch ein Rätsel.

Da der menschliche Organismus Infektionen und Entzündungen mit Stickoxiden bekämpfe, könnte die Plasmanadel in der Medizin Anwendung finden, so die Forscher. Da die Nadel kalt ist und eine Berührung mit ihr nicht schmerzt, sollen mit ihr beispielsweise Zahnbehandlungen schmerzfrei durchgeführt werden.

Eva Stoffels-Adamovicz (Technische Universität, Eindhoven) et al.: Plasma Sources Science and Technology, Bd.15, S. 501

Quelle: ddp/wissenschaft.de, Katharina Schöbi