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Forscher arbeiten an Impfung gegen Karies


Die Antikörpern verhindern die Vermehrung der kariesverursachenden Bakterien vom Typ Streptococcus.

Mit Hilfe eines Nasensprays wollen Martin Taubman und Daniel Smith Kinder mit gegen Zahnkaries impfen. Einen größtmöglichen Erfolg versprechen sich die Wissenschaftler mit der Behandlung von Kleinkindern im Alter von ungefähr zwölf Monaten. Zu diesem Zeitpunkt sind die Milchzähne bereits sichtbar, aber noch nicht von Streptokokken besiedelt. Das Bakterium Streptococcus mutans verursacht hauptsächlich Zahnkaries. Die neue Impfung soll in Form eines Nasensprays verabreicht werden. So werde einerseits das Lymphgewebe bestmöglich stimuliert, wodurch Antikörper beispielsweise in den Speichel abgegeben werden. Zudem ist ein Nasenspray bei Kleinkindern simpel zu verabreichen.

Taubman und Smith haben in ihrer Arbeit einen wichtigen Erfolg zu verzeichnen: Sie identifizierten wichtige Bestandteil der Streptokokken, die beim Menschen eine Immunantwort auslösen. Erste Impfversuche an Tieren verliefen erfolgreich. Nun wollen die Forscher mithilfe einer Impfung über die Schleimhaut auch beim Menschen die Produktion von Antikörpern anregen. Diese Abwehrproteine sollen die Schlüsseleiweiße hemmen, die die Bakterien für ihre Vermehrung benötigen.

Martin Taubman (Forsyth-Institut, Boston) et al.: Nature Reviews Immunology, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1038/nri1857

Quelle: ddp/wissenschaft.de – Katharine Schöbi