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Entwarnung für Amalgam


Fast 5000 Patienten wurden über zwölf Jahre hinsichtlich ihrer Zahnschmerzen und dem Zustand ihrer Zähne befragt. Quintessenz: Patienten mit und ohne Amalgam-Füllungen klagen gleichermaßen z.B. über Kopfschmerz, Migräne, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche.

Die Wissenschaftler um den Mediziner Dieter Melchart (Münchner Klinikum rechts der Isar) halten demnach eine Entfernung der Füllungen bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit für unnötig.

Ganz genau wurden 90 Patienten unter die Lupe genommen. Bei 60 dieser Patienten wurden die Amalgamfüllungen aus den Zähnen entfernt, die restlichen 30 absolvierten stattdessen ein Gesundheitstraining mit Anti-Stress-Programm. Das Resultat: Bei beiden Gruppen verringerten sich die Symptome, die auf Amalgam-Füllungen zurückgeführt wurden.

Zwar sind die anorganischen Quecksilberwerte im Blut von Patienten mit Amalgamfüllungen viermal höher, als bei Menschen ohne diese Füllungen. Dennoch sind die Werte weit unter einer gesundheitsgefährdenden Belastungsgrenze. Zudem ist das anorganische Quecksilber im Amalgam deutlich weniger giftig, als das organische Quecksilber, das durch den Verzehr von Fischen aufgenommen wird.

Häufig sehen Patienten einen zeitlichen Zusammenhang sowohl zwischen dem Einsetzen eine Amalgamfüllung und dem Auftreten der Beschwerden als auch zwischen Entfernung und Besserung. Doch die Forscher sehen diese subjektiven Eindrücke kritisch. All zu häufig verspüren Patienten eine Besserung ihres Zustands schon zwei Tage nach einer Zahnsanierung. Doch gerade nach dem Ausbohren der Füllungen befinden sich für einige Tage besonders hohe Quecksilberwerte im Körper.