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Wechseljahre: Zähne brauchen besondere Aufmerksamkeit

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen – diese Symptome bringen die meisten Menschen in Zusammenhang mit Beschwerden während der Wechseljahre. Die wenigsten wissen, dass auch die Zahn- Zahn-
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
und Mundgesundheit unter den hormonellen Schwankungen leiden kann. Sie benötigt deshalb erhöhte Aufmerksamkeit in dieser Lebensphase.

Hormonelle Schwankungen können in den Wechseljahren zu Zahnfleischentzündungen führen. Diese Sonderform nennt man hormonelle Gingivitis Gingivitis
Entzündung des Zahnfleischsaumes. Das Zahnfleisch ist dabei geschwollen, gerötet und neigt zur Blutung. Oft mit Mundgeruch verbunden. Ohne Knochenabbau oder Lockerung des Zahnes. Sie kann mechanisch (Zahnstein), infektiös (bakteriell, Plaquebakterien), toxisch (Schwermetallvergiftung) oder hormonell (Schwangerschaftsgingivitis) bedingt sein. Auch als Begleiterkrankung einer Allgemeinerkrankung wie Diabetes mellitus, AIDS.
. Typischerweise verändert sich zunächst das Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
: Es schwillt an und lässt schädigende Stoffwechselprodukte von Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
leichter passieren. Folglich kommt es häufiger zu Zahnfleischbluten. Aus Angst vor weiterem Bluten putzen viele der betroffenen Frauen die Zähne seltener und weniger gründlich als zuvor. Deshalb bilden sich vermehrt Zahnbeläge Zahnbeläge
Auflagerungen auf der Zahnoberfläche; weicher Zahnbelag aus anhaftenden Bakterienrasen (Plaque). Im Gegensatz zum Zahnbelag sind die Speisereste noch mit Wasser abspülbar. Im weiteren Sinne versteht man unter Zahnbelag auch die harten Belägen: Zahnstein, Konkremente. Abzugrenzen sind die Zahnverfärbungen.
, die wiederum Grundlagen für Karies Karies
Zahnfäule: Entkalkung und Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von Mundhöhlenbakterien aus Zucker gebildet werden.
und Zahnfleischerkrankungen sind. „Gründliche Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
ist also auch bei hormonell bedingten Zahnfleischerkrankungen die Basis zur Vorbeugung und zur Behandlung“, erklärt Prof. Dietmar Oesterreich von der Initiative proDente. In dieser Lebensphase sollte beim Zahnarzt vorbeugend eine Professionelle Zahnreinigung Professionelle Zahnreinigung
Hiermit werden alle Maßnahmen zusammen gefasst, die der Reinigung der Zahnoberflächen dienen. Durchgeführt werden diese Maßnahmen in der Regel von besonders weitergebildetem Personal (z.B. Prophylaxeassistentin, Dentalhygienikerin) in der zahnärztlichen Praxis. Die Professionelle Zahnreinigung beinhaltet die Entfernung von Zahnstein und anderen hartnäckigen Belägen und Verfärbungen. Anschließend werden die Zähne poliert, um eine erneute Ansiedlung der Bakterien zu erschweren. Eine regelmäßige Professionelle Zahnreinigung ist nicht nur eine kosmetische Maßnahme, sondern sie ist wesentliche Voraussetzung für die Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparats.
durchgeführt werden.

Hormon & Kalzium für den Kieferknochen

Mit den Wechseljahren kann sich der sinkende Hormonabfall auch auf die Knochen auswirken. Der Körper produziert keine Östrogene mehr, die den Knochen schützen. Die Folge:  Die Knochendichte verringert sich. Auch für den Kieferknochen wird dies in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert und derzeit nach den möglichen Zusammenhängen geforscht. Statistische Zusammenhänge zwischen Zahnverlust und Osteoporose weisen auf die Schlussfolgerung hin, dass Osteoporose ein Risikofaktor für Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
sein kann.  Deshalb sollten Frauen in den Wechseljahren ihre Zähne regelmäßig vom Zahnarzt überprüfen lassen, am besten zwei Mal im Jahr.

Zungenbrennen

Die Ursachen von Zungenbrennen sind vielfältig und oftmals psychisch bedingt. Auffallend häufig fällt das Auftreten der Beschwerden mit dem Beginn der Wechseljahre zusammen, was auch auf einen hormonellen Einfluss schließen lässt. Die Zunge Zunge
Auch Lingua oder Glossa; von Schleimhaut überzogener beweglicher Muskelkörper mit vielseitigen, unterschiedlichen Funktionen: ist ein Tastorgan, durch ihre Muskelkraft entscheidend am Herunterschlucken der Nahrung beteiligt, wichtig für den Saugakt und die Sprache und ein vielfältiges Geschmacksorgan. Sie ist in die Zungenspitze, den Zungenkörper und den Zungengrund oder -wurzel unterteilt und beim gesunden Menschen von einer blassroten Farbe. Ihre Schleimhaut besitzt zahlreiche Drüsen und trägt fadenförmige Papillen (Erhabenheiten der Schleimhaut), wobei die beiden letzteren Träger von Geschmacksknospen sind. Diese Papillen bieten jeder Art von Bakterien eine ideale Lebensgrundlage (warm, feucht und nahrhaft). Durch mechanischen Druck und Reiben der Zunge am Gaumen und an den Zähnen beim Sprechen und Kauen werden die vorderen zwei Drittel und ein Großteil der Seitenränder ständig "natürlich" gereinigt, das aus den Drüsen austretende Sekret optimiert diesen Prozess.
der Betroffenen juckt, kribbelt und brennt unaufhörlich. Patienten berichten, dass die Missempfindungen beim Essen in den Hintergrund treten  und daher nicht stören.

Um das Brennen und Kribbeln etwas zu lindern, ist eine sorgfältige Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
wichtig. Dazu gehört auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Alkohol und Nikotin sollten dagegen vermieden werden, da diese nicht nur lokal zusätzlich reizen sondern auch die Speichelproduktion negativ beeinflussen. Ebenso stark gewürzte und saure Lebensmittel, welche die Mundschleimhaut reizen könnten. Lokal angewendete Lösungen, die die Mundschleimhaut betäuben, können die Symptome teilweise lindern. Manchen Patienten helfen auch Mundspülungen mir kühlem Salbeitee oder Salzwasser.