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Therapie mit System

Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
ist eine chronische Erkrankung, die entsteht, wenn mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen. Risikofaktoren sind insbesondere eine unzureichende Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
, das Vorhandensein spezieller Allgemeinerkrankungen oftmals einhergehend mit einer reduzierten Abwehrlage des Körpers, eine genetische Disposition aber auch Rauchen, Übergewicht und Stress. Man kann allerdings einige der krankheitsauslösenden Faktoren bekämpfen und so zumindest das Voranschreiten der Zahnbetterkrankung deutlich beeinflussen.

Ein zerstörter Zahnhalteapparat entwickelt sich auch nach erfolgreicher Parodontitisbehandlung im Prinzip nicht wieder neu. Operativ gibt es im Einzelfall Möglichkeiten, verlorengegangenen Knochen wieder aufzubauen und freiliegende Zahnhälse abzudecken. Die Erfolgsaussichten sind allerdings sehr unterschiedlich. Die wichtigste Therapie ist daher eine langfristig angelegte, systematische Behandlung.

Ohne Beläge keine Parodontitis

Jeder Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
geht eine Zahnfleischentzündung voraus, ausgelöst von Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
im Zahnbelag. Hier setzt die Prävention aber auch die systematische Therapie der Erkrankung an: In einer ersten Mundhygiene-Phase Mundhygiene-Phase
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
reinigt eine speziell ausgebildete Prophylaxe-Assistentin das gesamte Gebiss Gebiss
Gesamtheit der Zähne des Ober- und Unterkiefers. Das erste Gebiss, die Milchzähne, besitzt 20, das bleibende Gebiss 32 Zähne. Es besteht aus einem oberen und einem unteren -> Zahnbogen.
. Doch nicht nur das: Innerhalb mehrerer Mundhygiene-Termine Mundhygiene-Termine
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
bekommt der Patient genaue Pflegehinweise für zu Hause an die Hand. Dazu gehört neben dem richtigen Gebrauch der Zahnbürste auch der Einsatz von Zahnseide Zahnseide
Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnzwischenräume, besonders bei eng stehenden Zähnen. Zahnseide sollte einmal pro Tag zusätzlich zur Reinigung der Zähne mit der Zahnbürste verwendet werden.
und Zahnzwischenraumbürstchen sowie eine regelmäßige Zungenreinigung. Der Erfolg dieser Pflegebemühungen wird bei jedem neuen Reinigungstermin überprüft. Nach dieser ersten gründlichen Hygienephase, klingt die Zahnfleischentzündung meist rasch ab. Ein Indikator dafür ist die geringere Blutungsneigung des Zahnfleisches.

Von oben nach unten

Sind nach der ersten Therapiephase alle erreichbaren harten und weichen Beläge auf der Zahnoberfläche entfernt worden, ist ein wichtiger Schritt vollzogen. In einer weiteren Therapiephase gilt es, die Beläge und die Entzündung Entzündung
Gewebeschädigung durch mechanische (z.B. Fremdkörper), physikalische (z.B. Hitze, Kälte, UV-Licht), chemische (z.B. bakterielle Gifte, Säuren, Laugen) Reize oder Erreger (Mikroorganismen, Würmer, Insekten) mit den fünf typischen Symptomen: Rötung, Schwellung, Schmerz, Hitze und gestörte Funktion.
in den entstandenen Zahnfleischtaschen zu entfernen. Dazu verwendet der Zahnarzt Handinstrumente oder Ultraschallgeräte zusammen mit antibakteriellen Spüllösungen unter lokaler Betäubung. Erst danach klingt auch die tiefer liegende Entzündung Entzündung
Gewebeschädigung durch mechanische (z.B. Fremdkörper), physikalische (z.B. Hitze, Kälte, UV-Licht), chemische (z.B. bakterielle Gifte, Säuren, Laugen) Reize oder Erreger (Mikroorganismen, Würmer, Insekten) mit den fünf typischen Symptomen: Rötung, Schwellung, Schmerz, Hitze und gestörte Funktion.
ab. Das Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
schwillt ab und geht soweit am Zahn Zahn
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
zurück, wie auch der Knochen aufgrund der Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
bereits an Höhe verloren hat. Dadurch ist mehr von der Zahnwurzel Zahnwurzel
Sie dient der Verankerung der Zähne im Kiefer. An der Wurzelspitze treten Nerven und Gefäße in den Wurzelkanal ein. Die Wurzel bildet sich bei der Zahnentwicklung zuletzt und bewirkt durch ihr Wachstum den Zahndurchbruch.
sichtbar und die Zähne erscheinen länger. Dennoch ist das wichtigste Ziel erreicht: Ein entzündungsfreies Gewebe.

Gezielt aber selten: Antibiotika

Antibiotika Antibiotika
Ursprünglich als Gruppenbezeichnung für Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, die bestimmte Krankheitserreger in ihrer Entwicklung hemmen oder töten. Heute halb- oder vollsynthetisch hergestellte Medikamente, als Synonym für antimikrobielle Chemotherapeutika. Sie kommen bei schweren Infektionen in der Mundhöhle zum Einsatz. Heutzutage kommen neben Penicillin, Clindamycine, Tetrazycline und Erythromyzine zum Einsatz. Ihre Wirkungsweise ist ähnlich: Sie greifen in die Synthese der Außenhülle der Bakterien ein, welche die Mikroorganismen wie ein stabiles Schild schützt und bringen es so zum Absterben.
werden manchmal unterstützend während der Behandlung eingesetzt. Im Idealfall sollte dazu vorher ein Keimprofil erstellt werden, um ein bestimmtes Antibiotikum oder eine Kombination gezielt einzusetzen. Bei manchen aggressiven Verlaufsformen wird die erste Therapiephase abgekürzt und so rasch wie möglich unter Antibiotika-Einsatz Antibiotika-Einsatz
Ursprünglich als Gruppenbezeichnung für Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, die bestimmte Krankheitserreger in ihrer Entwicklung hemmen oder töten. Heute halb- oder vollsynthetisch hergestellte Medikamente, als Synonym für antimikrobielle Chemotherapeutika. Sie kommen bei schweren Infektionen in der Mundhöhle zum Einsatz. Heutzutage kommen neben Penicillin, Clindamycine, Tetrazycline und Erythromyzine zum Einsatz. Ihre Wirkungsweise ist ähnlich: Sie greifen in die Synthese der Außenhülle der Bakterien ein, welche die Mikroorganismen wie ein stabiles Schild schützt und bringen es so zum Absterben.
das komplette Gebiss Gebiss
Gesamtheit der Zähne des Ober- und Unterkiefers. Das erste Gebiss, die Milchzähne, besitzt 20, das bleibende Gebiss 32 Zähne. Es besteht aus einem oberen und einem unteren -> Zahnbogen.
einschließlich der Wurzeloberflächen gereinigt. Fachleute nennen dieses Vorgehen Full-Mouth-Desinfektion. Der Antibiotika-Einsatz Antibiotika-Einsatz
Ursprünglich als Gruppenbezeichnung für Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, die bestimmte Krankheitserreger in ihrer Entwicklung hemmen oder töten. Heute halb- oder vollsynthetisch hergestellte Medikamente, als Synonym für antimikrobielle Chemotherapeutika. Sie kommen bei schweren Infektionen in der Mundhöhle zum Einsatz. Heutzutage kommen neben Penicillin, Clindamycine, Tetrazycline und Erythromyzine zum Einsatz. Ihre Wirkungsweise ist ähnlich: Sie greifen in die Synthese der Außenhülle der Bakterien ein, welche die Mikroorganismen wie ein stabiles Schild schützt und bringen es so zum Absterben.
sollte allerdings auf die schweren und aggressiven Formen der Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
beschränkt bleiben.

Langfristig behandeln - nachhaltiger Erfolg

Nach dem Abklingen der Entzündung Entzündung
Gewebeschädigung durch mechanische (z.B. Fremdkörper), physikalische (z.B. Hitze, Kälte, UV-Licht), chemische (z.B. bakterielle Gifte, Säuren, Laugen) Reize oder Erreger (Mikroorganismen, Würmer, Insekten) mit den fünf typischen Symptomen: Rötung, Schwellung, Schmerz, Hitze und gestörte Funktion.
kontrolliert der Zahnarzt in regelmäßigen Abstanden den Zustand des Zahnfleisches und den des Zahnhalteapparates. Treten erneut Entzündungszeichen wie Zahnfleischbluten auf, müssen die Pflegebemühungen mit Unterstützung des zahnärztlichen Fachpersonals wieder intensiviert werden. Auf Reinigungs- und Kontrolltermine unter Umständen sogar alle drei Monate müssen sich Patienten nach einer Parodontitistherapie einstellen. Bleibt der Status quo über einen längeren Zeitraum stabil, können die Kontrollintervalle auch verlängert werden. Erst bei stabilen entzündungsfreien Verhältnissen ist es sinnvoll, an weitere Behandlungen wie Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
oder Implantate zu denken. Denn auch Implantate sind vor Parodontitis-Erregern Parodontitis-Erregern
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
nicht gefeit: Setzen sich Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
zwischen Knochen und Zahnimplantat, bildet sich auch hier ein größer werdender Spalt und das Implantat Implantat
In der Zahnmedizin: künstliche Zahnwurzel im Kiefer zum Ersatz eines fehlenden Zahnes, an der eine Krone, Brücke oder Prothese befestigt werden kann.
kann sich lockern.

Risiko chronische Allgemeinerkrankungen

Menschen mit chronischen Allgemeinerkrankungen haben grundsätzlich ein höheres Risiko, eine Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
zu entwickeln. Dazu gehören zum Beispiel Diabetiker. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt kleinste Blutgefäße auch im Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
. Die Abwehrlage wird so lokal geschwächt und schädliche Keime können sich leichter vermehren.
Menschen mit transplantierten Organen müssen Medikamente nehmen, die das eigene Immunsystem unterdrücken. Dieser Umstand begünstigt ebenso das Parodontitisrisiko. Neuesten Studien zufolge haben auch Rheuma-Patienten ein erhöhtes Risiko, an einer Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
zu erkranken. Betroffene sollten sich vorsorglich bei ihrem Zahnarzt untersuchen lassen. Denn oft wirkt sich die Behandlung der Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
wiederum günstig auf den Verlauf der vorliegenden Allgemeinerkrankung aus.