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Parodontitis - messen, schauen, erkennen

Bis sich eine Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
, eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, ausbildet, sind einige Vorstufen dieser Erkrankung vorausgegangen. Oft ist es für Betroffene schwer möglich, die meist geringen Warnzeichen richtig zu deuten. Dem Fachmann fällt die Diagnose Diagnose
Bezeichnet das Erkennen und Feststellen einer Krankheit.
dagegen leicht. Eine unkomplizierte Untersuchung, Auffälligkeiten im Röntgenbild oder neuerdings genetische Laboruntersuchungen bringen Klarheit, bevor die tückische Erkrankung unbehandelt zu Zahnausfall führt.

In den meisten Fällen sind weder die der Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
vorausgehende Zahnfleischentzündung (Gingivitis Gingivitis
Entzündung des Zahnfleischsaumes. Das Zahnfleisch ist dabei geschwollen, gerötet und neigt zur Blutung. Oft mit Mundgeruch verbunden. Ohne Knochenabbau oder Lockerung des Zahnes. Sie kann mechanisch (Zahnstein), infektiös (bakteriell, Plaquebakterien), toxisch (Schwermetallvergiftung) oder hormonell (Schwangerschaftsgingivitis) bedingt sein. Auch als Begleiterkrankung einer Allgemeinerkrankung wie Diabetes mellitus, AIDS.
) noch die Zahnbetterkrankung selbst schmerzhaft. Nur ein Grund, warum eine Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
so oft unbemerkt bleibt. Häufiges Zahnfleischbluten ist ein Hinweis auf eine Zahnfleischentzündung. Doch nicht immer tritt Zahnfleischbluten auf.

Zigarettenrauch kaschiert Zahnfleischentzündung

Das Warnzeichen Zahnfleischbluten ist bei Rauchern häufig unterdrückt, denn das Nikotin im Zigarettenrauch verengt die Blutgefäße der Mundschleimhaut. Die Folge: Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
bei Rauchern blutet nicht so leicht. Es sieht auch kaum gerötet oder geschwollen aus, wie es bei entzündetem Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
normalerweise der Fall wäre.

Messen bringt Klarheit

Der Zahnarzt untersucht routinemäßig das Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
mit Hilfe einer Messsonde auf das Vorhandensein von Zahnfleischtaschen. Die Messsonde ist ein feiner, dünner Metallstab mit einer Millimeterskalierung und einer kleinen Kugel an der Spitze. Der Zahnarzt führt die Sonde bei der als Parodontales Screening (PSI) bezeichneten Untersuchung zwischen Zahn Zahn
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
und Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
ein. Natürlicherweise befindet sich dort nur ein kleiner Spalt, der maximal zwei bis drei Millimeter tief ist. Im Verlauf einer Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
erweitert und vertieft sich dieser Spalt entlang der Zahnwurzel Zahnwurzel
Sie dient der Verankerung der Zähne im Kiefer. An der Wurzelspitze treten Nerven und Gefäße in den Wurzelkanal ein. Die Wurzel bildet sich bei der Zahnentwicklung zuletzt und bewirkt durch ihr Wachstum den Zahndurchbruch.
. Ist dieser Spalt nur bis zu 3,5 Millimeter tief und blutet lediglich das Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
, handelt es sich um eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis Gingivitis
Entzündung des Zahnfleischsaumes. Das Zahnfleisch ist dabei geschwollen, gerötet und neigt zur Blutung. Oft mit Mundgeruch verbunden. Ohne Knochenabbau oder Lockerung des Zahnes. Sie kann mechanisch (Zahnstein), infektiös (bakteriell, Plaquebakterien), toxisch (Schwermetallvergiftung) oder hormonell (Schwangerschaftsgingivitis) bedingt sein. Auch als Begleiterkrankung einer Allgemeinerkrankung wie Diabetes mellitus, AIDS.
). Sie klingt nach sorgfältiger Zahnpflege innerhalb von ein paar Tagen wieder ab. Misst der Zahnarzt dagegen vier oder mehr Millimeter Spalttiefe, sind bereits Zahnhaltefasern zerstört worden, eine Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
muss vermutet werden. Je nach Schweregrad ist die Zerstörung der Fasern unumkehrbar. Die Messung der Zahnfleischtaschen tut nicht weh, sie ist maximal etwas unangenehm. Sie wird von den gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre erstattet.

Röntgenbilder unterstreichen die Diagnose

Hat der Zahnarzt nach der Messung Hinweise auf eine Parodontitis Parodontitis
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gewonnen, bringen Röntgenbilder weiteren Aufschluss. Auf Röntgenbildern des gesamten Gebisses lässt sich der Knochenverlauf um die Zähne nachvollziehen. Daran erkennt der Zahnarzt erste Hinweise auf die Prognose der Erkrankung. Von der moderaten Form sind etwa 80 Prozent aller Parodontitis-Patienten Parodontitis-Patienten
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
betroffen. Sie verläuft sehr langsam. Aktive Schübe mit fortschreitender Zerstörung des Zahnhalteapparates wechseln mit längeren Ruhephasen – auch über mehrere Jahre – ab. Im Röntgenbild zeigt sich meist ein gleichmäßiger Knochenabbau über den gesamten Kiefer. Zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung entwickeln eine schwere Parodontitisform. Im Röntgenbild fallen hier neben einem allgemeinen Knochenabbau, an einzelnen Zähnen ein besonderer keilförmiger Knochenverlust auf, der noch weiter in die Tiefe reicht. Schwere Verläufe kommen bei Männern häufiger als bei Frauen vor.

Prognose nach Keimanalyse

Ob sich eine Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
eher in eine chronische oder eine aggressiv fortschreitende Verlaufsform entwickelt, spiegelt sich insbesondere in der Zusammensetzung der Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
wider. Gerade die weichen Beläge in den Zahntaschen unterhalb des Zahnfleisches sind sehr aussagekräftig. Mit einem Papierstäbchen kann der Zahnarzt etwas von der bakterienhaltigen Flüssigkeit in der Zahntasche aufsaugen. Im Labor lässt sich die bakterielle Zusammensetzung über Kulturen oder mit genetischen Methoden nachweisen. Insgesamt kennt die Wissenschaft heute sechs sogenannte parodontale Leitkeime, die, je häufiger sie jeweils vorhanden sind, den Verlauf der Erkrankung in Richtung einer moderaten oder schweren Form begünstigen.