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Auf seriöse Therapieformen achten

Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
erhöht Herzinfarktrisiko“. Immer wieder publizieren Medien derart alarmierende Studienergebnisse. Doch sind diese Studien seriös? Haben Erkrankungen an Zähnen und Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
automatisch Auswirkungen auf meinen Körper? Und was bedeutet eigentlich Ganzheitliche Zahnmedizin.

Neueste Untersuchungen aus Finnland, USA und Deutschland erhärten den Verdacht, dass eine Zahnfleischentzündung (Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
) ein verdoppeltes Herzinfarktrisiko nach sich zieht, das Schlaganfallrisiko verdreifacht und das Risiko einer Frühgeburt sich verachtfacht. Doch sind dies Erkenntnisse von Untersuchungen mit völlig anderem Schwerpunkt. Die „nebenher“ gewonnenen Erkenntnisse bedürfen einer weiteren Überprüfung.

Lungenfunktion und Zahnfleisch

Ein klassisches Beispiel: Bei der Auswertung der nationalen amerikanischen Datenbank NHANES III wurde ein auffälliger Zusammenhang zwischen chronischen Erkrankungen der Atemwege und schlechter Zahnhygiene entdeckt. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass bei einer verminderten Lungenfunktion immer auch eine Verschlechterung des Zahnfleischzustandes festgestellt werden konnte. Menschen mit chronischen Lungenbeschwerden sollten daher eine besondere Zahnhygiene betreiben. Trotz der Auswertung der medizinischen Daten von 13.792 Teilnehmern erklärte Prof. Dr. Frank Scannapieco, Leiter der Untersuchung von der UB's School of Dental Medicine, ein genauer Zusammenhang könne wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen werden.

Zwar berücksichtigte die Studie Faktoren wie Zahnfleischentzündungen, Zahnfleischblutungen, Atemzugs-volumen, Lungenfunktion, Karies Karies
Zahnfäule: Entkalkung und Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von Mundhöhlenbakterien aus Zucker gebildet werden.
und die Anzahl noch vorhandener Zähne.

Lungenerkrankungen entstünden jedoch nicht durch schlechte Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
. Diese könnte sich auf eine vorhandene Erkrankung aber negativ auswirken. Das Beispiel belegt, dass beiläufig erkannte Zusammenhänge nicht unterschätzt werden dürfen. Doch viele neue Forschungsergebnisse müssen erst durch weitere, wissenschaftliche Analyse bewiesen werden.

Parodontitis und Schwangerschaft

Wissenschaftlich belegt ist der Einfluss einer Zahnfleischerkrankung auf Schwangere. Keime in einer tiefen Zahnfleischtasche Zahnfleischtasche
Vertiefung der Zahnfleischfurche bei entzündlichen Zahnfleisch-/ Zahnhalteapparaterkrankungen. Zu unterscheiden sind eine
1. Pseudotasche: Anschwellung des Zahnfleischrandes und
2. echte Tasche: Verlust von Knochen am Zahnhalteapparat und Verschiebung des Zahnfleischansatzes zur Wurzelspitze hin.
führen zu einer Aktivierung von hormonähnlichen Botenstoffen – sogenannten Zytokinen – die entfernt liegenden Organen Informationen geben. So reagiert die Plazenta im Mutterleib auf Anregung der Botenstoffe mit einem verlangsamten Wachstum des Embryos. Auch die Wahrscheinlichkeit von Frühgeburten und untergewichtigen Neugeborenen nimmt durch eine Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
zu.

Was bedeutet ganzheitliche Zahnmedizin?

Die Nebenergebnisse der Studien rücken einen aus der Naturheilkunde schon bekannten Begriff in den Mittelpunkt: ganzheitliche Medizin. Für die Zahnmedizin bedeutet eine ganzheitliche Betrachtung, dass Mund und Zähne des Patienten nicht als vom übrigen Körper isoliert betrachtet werden. Gesundheitliche Probleme haben ihre Ursache oft nicht am Ort der Störung. Ein klassisches, zahnmedizinisches Beispiel: Nacken-, Rücken- oder Kopfschmerzen sowie z. B. Ohrgeräusche (Tinnitus) können ihre Ursache in Störungen der Funktion des Kiefergelenks haben.

Für die Zahnmediziner bedeutet das: Die Diagnostik sollte – gerade bei chronischen Problemen im Zahn- Zahn-
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
,Mund- und Kieferbereich  – über den Ort wo das Symptom auftritt hinaus ausgedehnt werden.

Vorsicht vor „Herdsanierung“ und „bioenergetischen Verfahren“

Unter dem Schlagwort „Ganzheitliche Zahnmedizin“ werden auch Therapien angeboten, die bisher keiner wissenschaftlichen Überprüfung standgehalten haben. Im Zusammenhang mit einer angeblichen Unverträglichkeit gegenüber zahnärztlichen Materialien oder unter dem Stichwort “Herdsanierung” werden auf der Grundlage umstrittener Vorstellungen und Methoden nicht selten intakte zahnärztliche Restaurationen ausgetauscht, strategisch wichtige, erhaltungswürdige Zähne extrahiert oder gar Kieferknochen ausgefräst.

Als besonders problematisch angesehen werden müssen unter anderem Diagnose- Diagnose-
Bezeichnet das Erkennen und Feststellen einer Krankheit.
und Therapiemethoden, die unter dem Begriff „bioenergetische Verfahren“ (Elektroakupunktur nach Voll, Bioresonanz usw.) offeriert werden.  Mit ihnen wird nicht nur kein medizinischer Nutzen erzielt sondern mitunter großer Schaden bis hin zu Gebissverstümmelungen angerichtet.