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Interview "Mundgeruch kann ein Zeichen von Parodontitis sein"

Nicht immer ist schlechter Atem die Folge von mangelnder Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
. Das weiß Dr. Dietmar Oesterreich, Zahnarzt, aus Erfahrung aus seiner täglichen Arbeit in der Praxis. Im Gespräch mit proDente erläutert der Zahnarzt in welchem Zusammenhang Entzündungen des Zahnfleisches mit Mundgeruch Mundgeruch
siehe unter >>Halitosis.
stehen.

Was genau ist eine parodontale Erkrankung?

Sie ist eine Erkrankung des Zahnbettes, also des Zahnfleisches und des Zahnknochens. Im Fachjargon heißt sie Gingivitis Gingivitis
Entzündung des Zahnfleischsaumes. Das Zahnfleisch ist dabei geschwollen, gerötet und neigt zur Blutung. Oft mit Mundgeruch verbunden. Ohne Knochenabbau oder Lockerung des Zahnes. Sie kann mechanisch (Zahnstein), infektiös (bakteriell, Plaquebakterien), toxisch (Schwermetallvergiftung) oder hormonell (Schwangerschaftsgingivitis) bedingt sein. Auch als Begleiterkrankung einer Allgemeinerkrankung wie Diabetes mellitus, AIDS.
. Sie tritt fast ebenso häufig wie die Karies Karies
Zahnfäule: Entkalkung und Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von Mundhöhlenbakterien aus Zucker gebildet werden.
auf. Ursache sind auf der Zahnoberfläche befindliche Bakterienbeläge, bekannt unter dem Namen Plaque Plaque
Weiche, weißliche, schwer abwischbare Zahnbeläge auf den Zahnoberflächen; hauptsächlich bestehend aus Speichelbestandteilen, Bakterien und ihren Stoffwechselprodukten. Vor allem die in der Plaque enthaltenen Streptokokken-Bakterien wandeln Zucker (aus zuckerhaltiger Nahrung) in Säuren um, die die Zahnoberflächen entkalken und so zu einer Kariesbildung führen. Plaque muss daher regelmäßig durch mechanische Zahnreinigung (z.B. Zähneputzen) entfernt werden.
oder auch Biofilm. Verbleiben diese durch mangelnde Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
für längere Zeit an schwierig zu reinigenden Stellen wie dem Zahnzwischenraum oder dem Zahnhals Zahnhals
Leicht eingezogene Übergangsstelle zwischen dem sichtbaren Zahnschmelz und der Zahnwurzel. Beim gesunden Zahn überdeckt Zahnfleisch (Gingiva) den Zahnhals. Freiliegende Zahnhälse können Schmerzen durch süße, kalte und heiße Speisen sowie durch Berührung verursachen.
, lösen die von ihnen produzierten Toxine eine entzündliche Abwehrreaktion des Zahnfleisches aus. Diese äußert sich vor allen Dingen im  Zahnfleischbluten. Leider wird dieses wichtige Symptom oftmals vom Patienten selbst nicht ernst genommen.

Und was ist dann eine Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
?

Wenn die Gingivitis Gingivitis
Entzündung des Zahnfleischsaumes. Das Zahnfleisch ist dabei geschwollen, gerötet und neigt zur Blutung. Oft mit Mundgeruch verbunden. Ohne Knochenabbau oder Lockerung des Zahnes. Sie kann mechanisch (Zahnstein), infektiös (bakteriell, Plaquebakterien), toxisch (Schwermetallvergiftung) oder hormonell (Schwangerschaftsgingivitis) bedingt sein. Auch als Begleiterkrankung einer Allgemeinerkrankung wie Diabetes mellitus, AIDS.
längere Zeit besteht, können tiefere unter dem Zahnfleisch Zahnfleisch
Siehe unter Gingiva.
liegende Strukturen des Zahnhalteapparates in Mitleidenschaft gezogen werden. Oft reagiert  der umgebende Knochen mit Abbau. Dabei entstehen Zahnfleischtaschen in denen die Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
hervorragende Voraussetzungen finden ihr zerstörerisches Werk fortzusetzen. Der Knochenabbau setzt sich fort, es entstehen weitere Blutungen, Schwellungen des Zahnfleisches aber auch zeitweise Schmerzen und Lockerungen der Zähne. Dieses schwere und die Erhaltung der Zähne bedrohende Krankheitsbild kann Auswirkungen auf die allgemeine gesundheitliche Situation des Patienten haben.

Was genau hat aber nun Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
mit Mundgeruch Mundgeruch
siehe unter >>Halitosis.
zu tun?

Die in den Zahnfleischtaschen befindlichen Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
produzieren bei ihren zerstörerischen Aktivitäten zahlreiche Fäulnis –und Zersetzungsprodukte. Diese bedingen dann oftmals einen typischen Mundgeruch Mundgeruch
siehe unter >>Halitosis.
.

Das heißt Mundgeruch Mundgeruch
siehe unter >>Halitosis.
ist nicht immer ein Zeichen mangelnder Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
, sondern oft auch ein Alarmsignal für eine schwere Zahnbetterkrankung?

Ja genau. Natürlich ist eine optimale Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
zur Vermeidung von Zahnbetterkrankungen von großer Wichtigkeit. Ist diese aber bereits vorhanden sind gezielte Maßnahmen notwendig, welche eine spezielle Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
beinhalten, die in der zahnärztlichen Praxis demonstriert werden muss. Deshalb sollten Menschen mit chronischem Mundgeruch Mundgeruch
siehe unter >>Halitosis.
und ohne Allgemeinkrankung, welche den schlechten Atem auslösen könnte, zuerst einen Zahnarzt aufsuchen. Dieser kann dann die genauen Ursachen feststellen und die nötigen Behandlungsschritte einleiten.

Wie kann man in diesem Fall den Mundgeruch Mundgeruch
siehe unter >>Halitosis.
und damit auch die Ursache, die Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
, behandeln?

Für die Behandlung von Zahnbett-Erkrankungen gibt es verschiedenen Methoden, die sich nach Erkrankungsart und -stadium richten. Als erstes müssen spezielle diagnostische Maßnahmen durchgeführt werden, um das Ausmaß der Erkrankung zu erfassen. Anschließend werden sehr gründliche Zahnreinigungsmaßnahmen an den Zähnen und der Zahnwurzeloberfläche notwendig. Der Patient muss eine gezielte Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
bei einer Prophylaxeassistentin erlernen. In schweren Fällen sind durch mikrobiologische Methoden die Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
identifiziert, welche die Entzündung Entzündung
Gewebeschädigung durch mechanische (z.B. Fremdkörper), physikalische (z.B. Hitze, Kälte, UV-Licht), chemische (z.B. bakterielle Gifte, Säuren, Laugen) Reize oder Erreger (Mikroorganismen, Würmer, Insekten) mit den fünf typischen Symptomen: Rötung, Schwellung, Schmerz, Hitze und gestörte Funktion.
auslösen. Die Therapie hat also die Bekämpfung der Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
und den Wiederaufbau des abgebauten Gewebes zum Ziel.

Verschwindet der Mundgeruch Mundgeruch
siehe unter >>Halitosis.
völlig, sobald die Zahnfleischentzündung weg ist?

Ja, in den meisten Fällen. Eine wirksame Bekämpfung und eine richtige Prophylaxe setzen allerdings die strikte Mitarbeit des Patienten voraus. Er muss sich an die Vorgaben des Zahnarztes halten und eine gründliche Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
betreiben.