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Interview "Knirschen muss behandelt werden"

Zähneknirschend nimmt man etwas hin – diese alte Redensart beschreibt treffend ein Phänomen, an dem viele Menschen leiden: nächtliches Zähneknirschen. Nachts werden Probleme buchstäblich immer und immer wieder durchgekaut. Häufig bemerkt man die Aktivitäten im Schlaf erst dann, wenn die Zähne darunter leiden und starke Abnutzungserscheinungen zeigen oder wenn die vom Knirschen Knirschen
Unbewusstes Reiben der Kauflächen der Oberkieferzähne gegen die Kauflächen der Unterkieferzähnen teilweise mit starkem Druck; in der Regel nachts beim Schlafen, stressbedingt. Folgen können Abnutzungserscheinungen an der Zahnhartsubstanz, Schäden am Zahnhalteapparat sowie Muskel- und Kiefergelenkschmerzen sein. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit einer Knirscherschiene.
ausgelösten Spannungsschmerzen der Kopf- und Nackenmuskulatur unerträglich werden. Dr. M. Oliver Ahlers  vom Institut für zahnärztliche Funktionsdiagnostik, Kiefergelenk- Kiefergelenk-
Vielseitigstes Körpergelenk, da es sowohl Dreh- als auch Gleitbewegungen ausführen kann. Es befindet sich vor dem Ohr und besteht aus einem Kiefergelenkköpfchen (Gelenkfortsatz des Unterkiefers) und einer Kiefergelenkpfanne an der Schädelbasis. Dazwischen befindet sich eine Faserknorpelscheibe.
und interdisziplinäre Schmerztherapie des CMDcentrum Hamburg-Eppendorf klärt im Gespräch mit proDente über Ursachen, Folgen und Therapien auf.

Was sind die Ursachen für nächtliches Zähneknirschen?

Nächtliches Zähneknirschen kann verschiedene Ursachen haben. Hierzu zählen nach heutigem Stand:

  • übermäßiger Stress und andere seelische Belastungen: diese führen dazu, "sich durchzubeißen" bzw. "die Zähne zusammenzubeißen".
  • Störungen im Zusammenbiss der Zahnreihen: diese werden mit verstärkter Muskelaktivität "beantwortet".
  • orthopädische Probleme, wie Fehlhaltungen und Fehlfunktionen der Halswirbelsäule: diese führen tagsüber zu erhöhter muskulärer Aktivität, die sich verselbstständigen kann und so auch nachts zu überhöhten Muskelanspannungen führt.

Wie viele Menschen sind schätzungsweise davon betroffen?

Zu unterscheiden sind hierbei leichtere Formen nächtlichen Zähneknirschens und schwere Verläufe mit Folgen wie Mundöffnungseinschränkungen und chronischen Schmerzen. Je nach Datengrundlage und Zielgröße variieren die Zahlen zwischen 5 % und 50 %. Man kann aber davon ausgehen, dass ca. 10 % der Bevölkerung behandlungsbedürftige Störungen aufweisen.

Ist „Knirschen“ ein langfristiges Phänomen oder hört es nach einer bestimmten Zeit wieder auf?

Wie bei anderen Verhaltens bedingten Störungen kommen auch beim Zähneknirschen die unterschiedlichsten Verlaufsformen vor. Diese hängen natürlich auch mit den bereits erwähnten verschiedenen Ursachen zusammen. So sehen wir nicht wenige Fälle, bei denen Patienten das Zähneknirschen - etwa nach Ende einer akuten Stressperiode, wie beispielsweise eines Examens - das Zähneknirschen wieder einstellen. Andererseits gibt es leider auch Fälle, in denen die anfängliche Angewohnheit sich zu einer schwer beherrschbaren Erkrankung auswächst und ohne fremde Hilfe nicht mehr überwunden wird. In unserer CMD-Sprechstunde CMD-Sprechstunde
kranio-mandibuläre Dysfunktion: Funktionsstörung des Kopf-(kranio)/ Unterkiefer-. (mandibula) – Bereichs; Sammelbezeichnung für eine Vielfalt von Erkrankungen des Kausystems mit Symptomen im Kopf-Hals-Nackenbereich.
am Centrum Hamburg-Eppendorf habe ich zahlreiche Patienten behandelt, deren Schmerzen so schlimm waren, dass Sie ohne schnelle Hilfe nicht mehr leben mochten.

Welche Schäden können durch Knirschen Knirschen
Unbewusstes Reiben der Kauflächen der Oberkieferzähne gegen die Kauflächen der Unterkieferzähnen teilweise mit starkem Druck; in der Regel nachts beim Schlafen, stressbedingt. Folgen können Abnutzungserscheinungen an der Zahnhartsubstanz, Schäden am Zahnhalteapparat sowie Muskel- und Kiefergelenkschmerzen sein. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit einer Knirscherschiene.
entstehen?

Hierbei muss man zwischen Pressen und Knirschen Knirschen
Unbewusstes Reiben der Kauflächen der Oberkieferzähne gegen die Kauflächen der Unterkieferzähnen teilweise mit starkem Druck; in der Regel nachts beim Schlafen, stressbedingt. Folgen können Abnutzungserscheinungen an der Zahnhartsubstanz, Schäden am Zahnhalteapparat sowie Muskel- und Kiefergelenkschmerzen sein. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit einer Knirscherschiene.
unterscheiden.  Der Unterschied ist wichtig, weil beim Pressen zwar schädliche Veränderungen der Muskeln entstehen, die Zähne aber zunächst "ungeschoren" davonkommen. Beim Knirschen Knirschen
Unbewusstes Reiben der Kauflächen der Oberkieferzähne gegen die Kauflächen der Unterkieferzähnen teilweise mit starkem Druck; in der Regel nachts beim Schlafen, stressbedingt. Folgen können Abnutzungserscheinungen an der Zahnhartsubstanz, Schäden am Zahnhalteapparat sowie Muskel- und Kiefergelenkschmerzen sein. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit einer Knirscherschiene.
verliert die Zahnhartsubstanz durch den Abrieb teilweise so massiv ist, dass die Aussprache nachhaltig beeinträchtigt wird und sich die Kieferstellung verändert. Zudem werden beim Knirschen Knirschen
Unbewusstes Reiben der Kauflächen der Oberkieferzähne gegen die Kauflächen der Unterkieferzähnen teilweise mit starkem Druck; in der Regel nachts beim Schlafen, stressbedingt. Folgen können Abnutzungserscheinungen an der Zahnhartsubstanz, Schäden am Zahnhalteapparat sowie Muskel- und Kiefergelenkschmerzen sein. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit einer Knirscherschiene.
leicht die Ränder von Zahnfüllungen beschädigt, was die Entstehung von Karies Karies
Zahnfäule: Entkalkung und Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von Mundhöhlenbakterien aus Zucker gebildet werden.
begünstigt.
In beiden Fällen kommen Veränderungen der Muskulatur hinzu, die im Sinne eines unkontrollierten Bodybuildings "trainiert" wird. Dabei kommt es durch einen regelrechten Muskelkater leicht zu Schmerzen, die leider oft erst sehr spät ihrer eigentlichen Ursache zugeordnet werden.

Aus japanischen klinischen Studien wissen wir zudem, dass es durch nächtliches Pressen und Knirschen Knirschen
Unbewusstes Reiben der Kauflächen der Oberkieferzähne gegen die Kauflächen der Unterkieferzähnen teilweise mit starkem Druck; in der Regel nachts beim Schlafen, stressbedingt. Folgen können Abnutzungserscheinungen an der Zahnhartsubstanz, Schäden am Zahnhalteapparat sowie Muskel- und Kiefergelenkschmerzen sein. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit einer Knirscherschiene.
infolge der Veränderung der Kauflächen zu Blutdruckerhöhungen, Schlafstörungen und sogar Veränderungen der Hirnströme  kommen kann. Die Symptome der Probanden waren so stark, dass der Leiter der Studie diese noch vor Ende abbrach. Auch ohne derartig aufwändige Untersuchungen sehen wir aber in der CMD-Sprechstunde CMD-Sprechstunde
kranio-mandibuläre Dysfunktion: Funktionsstörung des Kopf-(kranio)/ Unterkiefer-. (mandibula) – Bereichs; Sammelbezeichnung für eine Vielfalt von Erkrankungen des Kausystems mit Symptomen im Kopf-Hals-Nackenbereich.
Patienten, die infolge länger unbehandelten massiven Zähnepressens und -knirschens Schäden der Kiefergelenke davon getragen haben.

Wie wird Zähneknirschen behandelt?

Die Behandlung von Zähnepressen und -knirschen -knirschen
Unbewusstes Reiben der Kauflächen der Oberkieferzähne gegen die Kauflächen der Unterkieferzähnen teilweise mit starkem Druck; in der Regel nachts beim Schlafen, stressbedingt. Folgen können Abnutzungserscheinungen an der Zahnhartsubstanz, Schäden am Zahnhalteapparat sowie Muskel- und Kiefergelenkschmerzen sein. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit einer Knirscherschiene.
richtet sich nach den jeweiligen individuellen Ursachen. Diese sind in jedem Einzelfall verschieden, daher sollte auch jeder Einzelfall einzeln gesehen werden. Die Arbeitsgemeinschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie (AFDT) in der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Zahn-
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK DGZMK
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde. Bedeutendste wissenschaftliche Vereinigung aller deutschen Zahnärzte.
) hat daher eine Reihe wissenschaftlicher Stellungnahmen herausgegeben. Diese sind auf dem aktuellen Stand und geben vor, welche Reihenfolge von Untersuchungen heutzutage im Normalfall einzuhalten ist, und welche Behandlungen auf dieser Grundlage in welcher Reihenfolge anzuwenden sind.

Diese Stellungnahmen werden alle drei Jahre aktualisiert und sind für alle Zahnärzte - aber natürlich auch für interessierte Patienten - im Internet unter www.AFDT.de frei herunter zu laden. Um es kurz zu sagen: Vor jeder Therapie sollte immer eine Diagnostik stehen. Im Mittelpunkt steht dabei die "Klinische Funktionsanalyse Funktionsanalyse
Auch funktionelle Gebissanalyse genannt. Eingesetzt zur Diagnose bzw. zum Ausschluss von Störungen im Bewegungsablauf des Kausystems und der Feststellung von krankhaften Gewebeveränderungen. Wird unterteilt in klinische Funktionsanalyse (durch eine rein klinische Untersuchung), manuelle Funktionsanalyse (Teil der klinischen Funktionsanalyse) und instrumentelle Funktionsanalyse (Untersuchung mit technischen Hilfsmitteln (z.B. Gesichtsbogen, Artikulator).
". Sie wird durch eine instrumentelle Funktionsanalyse Funktionsanalyse
Auch funktionelle Gebissanalyse genannt. Eingesetzt zur Diagnose bzw. zum Ausschluss von Störungen im Bewegungsablauf des Kausystems und der Feststellung von krankhaften Gewebeveränderungen. Wird unterteilt in klinische Funktionsanalyse (durch eine rein klinische Untersuchung), manuelle Funktionsanalyse (Teil der klinischen Funktionsanalyse) und instrumentelle Funktionsanalyse (Untersuchung mit technischen Hilfsmitteln (z.B. Gesichtsbogen, Artikulator).
ergänzt, in bestimmten Fällen durch die konsiliarische Untersuchung beim spezialisierten Orthopäden und/oder beim Arzt für psychosomatische Medizin.
In der Therapie steht zeitlich am Anfang die Behandlung mit individuell angepassten Aufbissschienen ("Okklusionsschienen"). Die weitere Behandlung richtet sich dann nach dem individuellen Ergebnis der ersten Behandlungsphase und ist daher sehr unterschiedlich.