Wenn Bulimie die Zähne zerstört
Nicht nur mangelnde Zahnpflege schädigt die Zähne auch die Begleiterscheinungen von Schwangerschaften und psychischen Erkrankungen stellen eine Gefahr für die Zähne dar. Rund 3 % der weiblichen Bevölkerung in Deutschland leiden unter ‚Bulimie’, der sogenannten Ess-Brech-Sucht. Die Betroffenen werden von heftigen Essattacken überfallen und zwingen sich anschließend, das Gegessene zu erbrechen. Die Folge: Mit der Zeit kommt es zu zahlreichen gesundheitlichen Schäden – auch die Zähne sind betroffen.
„Auch Magensäure kann die Zähne schädigen“, so Dr. Dietmar Oesterreich, Zahnarzt und Experte der Initiative proDente. Sie vermischt sich im Magen mit der Nahrung und hat die Aufgabe, den Nahrungsbrei chemisch in kleinere Teile zu zerlegen. „Wer häufig erbricht, ob selbst erzwungen oder durch Übelkeit in der Schwangerschaft verursacht, spült permanent Magensäure in die Mundhöhle Mundhöhle
Der Raum, der nach vorne durch die Lippen, nach oben durch den harten und weichen Gaumen, der sie von der Nasenhöhle trennt, seitlich durch die Wangen und nach unten durch den Mundboden begrenzt ist. Nach hinten geht die Mundhöhle in den mittleren Rachen über, der hinter den beiden Gaumenbögen liegt. Zwischen dem vorderen und dem hinteren Gaumenbögen liegt die Gaumenmandel, die zusammen mit den Rachenmandeln und der Zungenmandel einen lymphatischen Ring, den sogenannten Waldeyerschen Rachenring bilden. Mundhöhle ist die Mundspalte, die hintere die Schlund- oder Rachenenge. Die gesamte Mundhöhle ist mit Schleimhaut ausgekleidet.
, das heißt die Zähne sind besonders häufig der starken Säure ausgesetzt“, weiß Dr. Oesterreich.
Normalerweise gelangen Säuren durch Lebensmittel oder Getränke wie Fruchtsäfte, Cola oder Essig in die Mundhöhle Mundhöhle
Der Raum, der nach vorne durch die Lippen, nach oben durch den harten und weichen Gaumen, der sie von der Nasenhöhle trennt, seitlich durch die Wangen und nach unten durch den Mundboden begrenzt ist. Nach hinten geht die Mundhöhle in den mittleren Rachen über, der hinter den beiden Gaumenbögen liegt. Zwischen dem vorderen und dem hinteren Gaumenbögen liegt die Gaumenmandel, die zusammen mit den Rachenmandeln und der Zungenmandel einen lymphatischen Ring, den sogenannten Waldeyerschen Rachenring bilden. Mundhöhle ist die Mundspalte, die hintere die Schlund- oder Rachenenge. Die gesamte Mundhöhle ist mit Schleimhaut ausgekleidet.
. Nach der Mahlzeit wird der Säureangriff auf die Zähne durch den Speichel Speichel
Sekret, das aus den drei großen Speicheldrüsen (Sublingualis, Sumandibularis und Parotis=Ohrspeicheldrüse) und aus den kleinen Speicheldrüsen gebildet wird. Besteht zu 99 % aus Wasser, anorganischen (Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Fluorid, Hydrogencarbonat) und organischen Substanzen. Speichel enthält Eiweiß (Mucin: Schleimstoff) und Enzyme (z.B. für die Kohlenhydratverdauung). Speichel wird ständig abgesondert: in Ruhe normal 0,3 ml/min. Die Reizspeichelmenge beträgt dagegen ca. 1 ml/min. Die Speichelproduktion wird reflektorisch durchs Kauen, aber auch durch Gerüche, Hunger und psychische Faktoren ausgelöst. Die Funktion des Speichels ist vielseitig: Feuchthalten der Mundhöhle, Spülfunktion, Lösen von Geschmacksstoffen, Benetzen von Speisen, Pufferung von Säuren, Remineralisation des Zahnschmelzes, antibakterielle Wirkung und Andauen der Nahrung durch die enthaltenen Enzyme.
langsam wieder ausgeglichen, indem er den Zähnen die verlorenen Mineralien zurückgibt. Nach einem starken Säurekontakt, wie dem Erbrechen, dauert dieser Vorgang längere Zeit.
Magensäure zerstört die Zähne
Beschränkt sich bei Schwangeren die ungeliebte Begleiterscheinung meist auf wenige Wochen und bleibt bei richtigem Verhalten ohne langfristige Folgen, kommt es bei an Bulimie Erkrankten zu Säureschäden, welche zuerst an der Innenseite der Oberkieferzähne auftreten und daher oft unbemerkt bleiben. „Ein erstes Warnsignal ist eine gesteigerte Empfindlichkeit der Zähne bei heißen, kalten, süßen oder sauren Speisen“, erklärt Dr. Oesterreich. Mittelfristige Schäden zeigen sich dann an den Schneidekanten der Front- und Eckzähne Eckzähne
Eckzähne sind die größten Zähne im Frontzahnbereich. Im bleibenden Gebiss treten sie als letzte der Frontzähne zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr durch.
: sie weisen typische Mulden oder Randzackenbildungen auf. Nach Jahren werden auch an anderen Zähnen starke Veränderungen beobachtet: Im fortgeschrittenen Stadium kann es gar zu erheblichen Verkürzungen der Schneidekanten kommen.
Nach Erbrechen gilt: Finger weg von der Zahnbürste
Weil der Zahnschmelz Zahnschmelz
Durchscheinender Überzug des Dentins im Bereich der Zahnkrone; bestimmt die äußere Zahnform; härtestes Körpergewebe, ist kaum elastisch und zugfest. Besteht zu 98% aus anorganische Bestandteilen (unter anderem Hydroxylapatit).
durch die Magensäure sehr schnell weich wird, ist Putzen nach dem Erbrechen tabu. Klüger ist es, 30 bis 60 min. zu warten und so dem Speichel Speichel
Sekret, das aus den drei großen Speicheldrüsen (Sublingualis, Sumandibularis und Parotis=Ohrspeicheldrüse) und aus den kleinen Speicheldrüsen gebildet wird. Besteht zu 99 % aus Wasser, anorganischen (Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Fluorid, Hydrogencarbonat) und organischen Substanzen. Speichel enthält Eiweiß (Mucin: Schleimstoff) und Enzyme (z.B. für die Kohlenhydratverdauung). Speichel wird ständig abgesondert: in Ruhe normal 0,3 ml/min. Die Reizspeichelmenge beträgt dagegen ca. 1 ml/min. Die Speichelproduktion wird reflektorisch durchs Kauen, aber auch durch Gerüche, Hunger und psychische Faktoren ausgelöst. Die Funktion des Speichels ist vielseitig: Feuchthalten der Mundhöhle, Spülfunktion, Lösen von Geschmacksstoffen, Benetzen von Speisen, Pufferung von Säuren, Remineralisation des Zahnschmelzes, antibakterielle Wirkung und Andauen der Nahrung durch die enthaltenen Enzyme.
das Feld zu überlassen. Sinnvoll ist es, den Mund mit einer neutralisierenden Flüssigkeit zu spülen. Am besten eignet sich dazu eine Lösung von Natriumhydrogencarbonat bzw. Basenpulver. Man mischt dazu einen halben Teelöffel des Pulvers in 1/4 Glas Wasser frisch an. Auch eine intensive Spülung mir einem fluoridisierten Mundwasser Mundwasser
Dient der Erfrischung des Atems. Unterstützendes Mittel bei der Mundhygiene teilweise mit Fluoridzusätzen. Ersetzt aber keinesfalls eine normale Mundhygiene.
, klarem Wasser oder
Milch schützt die Zähne.
Der optimale Schutz der Zähne kann mit einer sogenannten „Medikamententrägerschiene“ erreicht werden. Diese wird individuell nach Abformung Abformung
Kurzbeschreibung der Kiefer angefertigt und soll vor dem Erbrechen - möglichst mit einem neutralen Fluoridgel Fluoridgel
Hochkonzentriertes Fluoridpräparat für die Kariesprophylaxe. Es härtet und schützt die Zähne und ist in der Apotheke erhältlich.
oder mit einem flüssigen Antacida-Produkt versehen -eingesetzt werden.
Allgemeine Tipps zur Zahnpflege
Wer häufig erbricht, sollte eine weiche Bürste mit abgerundeten Borsten verwenden. Generell sollte mit der Zahnbürste nur geringer Druck auf die Zähne ausgeübt werden. Heftiges Querschrubben sollte tunlichst vermieden werden. Außerdem ist es ratsam eine fluoridhaltige Zahncreme und einmal wöchentlich ein Fluoridgel Fluoridgel
Hochkonzentriertes Fluoridpräparat für die Kariesprophylaxe. Es härtet und schützt die Zähne und ist in der Apotheke erhältlich.
zu verwenden um die Zähne zu stärken und zu schützen. Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt helfen - wo notwendig - zusätzliche professionelle Vorbeugungsmassnahmen zu ergreifen, um weitere Zahnschäden zu vermeiden. Auch sollte tunlichst auf zu stark säurehaltige Nahrung und Getränke verzichtet werden.
