Ping Pong bei "Zucker" und Zähnen
Unter der Volkskrankheit Diabetes mellitus leiden in Deutschland nach aktuellen Schätzungen über 8 Millionen Menschen. Nicht alle von ihnen wissen um ihre Stoffwechselstörung. Ein unbehandelter Diabetes führt in der Regel zu massiven Folgeschäden mit starken Beeinträchtigungen der Patienten. Alleine aus diesem Grund sollte jeder in regelmäßigen Abständen beim Arzt oder in der Apotheke einen Zuckertest durchführen lassen.
Ist die Krankheit erst festgestellt, so müssen die Betroffenen ihre Lebensweise ganz auf die Beherrschung ihrer gesundheitlichen Risiken ausrichten. Ein weitgehend beschwerdefreies Leben ist dabei unter Beachtung bestimmter Voraussetzungen sehr wohl möglich. Enorm wichtig ist es, stets auf eine optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels zu achten. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung ist generell ein Muss, Rauchen hingegen tabu.
Diabetes und Mundgesundheit
Gerade im Hinblick auf die Mundgesundheit gibt es einiges zu berücksichtigen. So haben Diabetiker ein dreifach erhöhtes Risiko, an Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
, einer durch Bakterien Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen, die sich durch Zweiteilung vermehren. Man unterscheidet krankheitserregende und nicht-krankheitserregende Bakterien. Die krankheitserregenden (pathogenen) Formen können sich krankmachend (virulent) und nicht krankmachend verhalten. Bakterien, die auf Sauerstoff angewiesen sind, nennt man Aerobier; die nur in einer sauerstofffreien Umgebung wachsen, Anaerobier. In der Mundhöhle eines jeden Menschen tummeln sich rund 50 Millionen verschiedene Bakterien. Einige davon sind schädlich, z.B. das Streptoccocus mutans. Es schädigt mit sauren Stoffwechselprodukten die Zahnoberfläche. Als Folge kann Karies entstehen.
verursachten Entzündung Entzündung
Gewebeschädigung durch mechanische (z.B. Fremdkörper), physikalische (z.B. Hitze, Kälte, UV-Licht), chemische (z.B. bakterielle Gifte, Säuren, Laugen) Reize oder Erreger (Mikroorganismen, Würmer, Insekten) mit den fünf typischen Symptomen: Rötung, Schwellung, Schmerz, Hitze und gestörte Funktion.
des Zahnhalteapparats, zu erkranken. Vor allem die hohen Blutzuckerwerte bei mangelhaft eingestelltem Diabetes schwächen das Immunsystem und begünstigen Infektionen. Eitrige Abszesse, schwere Zahnfleischentzündungen und Risse in den Mundwinkeln können die Folge sein. Eine schlechte Durchblutung im Mundbereich verzögert zudem die Wundheilung.
Wechselwirkung zwischen Parodontitis und Diabetes
Umgekehrt kann eine unbehandelte Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
, genau wie andere Entzündungen im Körper auch, den Verlauf der Diabeteserkrankung mit all ihren Begleiterscheinungen negativ beeinflussen. Diese Wechselwirkung gilt es zu beeinflussen: Je besser der Zuckerspiegel eingestellt ist, umso geringer ist das Parodontitisrisiko. Je gesünder Mund und Zähne sind, desto besser ist der Diabetes zu beherrschen. Hier wirken die Zahnärzte und die Diabetologie im Sinne des Patienten sehr erfolgreich zusammen.
Mundhygiene erfordert penible Sorgfalt
Was kann der Diabetiker selbst tun? Eine äußerst sorgfältige Zahn- Zahn-
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
und Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
mit effektiver Reinigung der Zahnzwischenräume sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt sind für Betroffene unabdingbar. Ist eine Parodontitis Parodontitis
Entzündung des Zahnbettes. Zu unterscheiden in Parodontitis apicalis, Parodontitis interradicularis, Parodontitis marginalis.
bereits behandelt worden, gilt es dennoch sich unter Umständen sogar alle drei Monate beim Zahnarzt vorzustellen, um den Status Quo langfristig stabil zu halten. Als empfehlenswert, weil besonders effektiv und vorbeugend, hat sich die vom Zahnarztteam durchgeführte professionelle Zahnreinigung professionelle Zahnreinigung
Hiermit werden alle Maßnahmen zusammen gefasst, die der Reinigung der Zahnoberflächen dienen. Durchgeführt werden diese Maßnahmen in der Regel von besonders weitergebildetem Personal (z.B. Prophylaxeassistentin, Dentalhygienikerin) in der zahnärztlichen Praxis. Die Professionelle Zahnreinigung beinhaltet die Entfernung von Zahnstein und anderen hartnäckigen Belägen und Verfärbungen. Anschließend werden die Zähne poliert, um eine erneute Ansiedlung der Bakterien zu erschweren. Eine regelmäßige Professionelle Zahnreinigung ist nicht nur eine kosmetische Maßnahme, sondern sie ist wesentliche Voraussetzung für die Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparats.
(PZR) herausgestellt. Die Kosten dafür werden trotz aller erwiesenen Vorteile bislang nicht von den Krankenkassen getragen.
Implantate auch mit Diabetes
Sobald Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
fällig ist, muss bei Diabetespatienten sorgfältig abgewogen werden, welches die beste Lösung ist. Wegen der gestörten Wundheilung kommen Zahnimplantate nicht in jedem Falle in Frage.
Sofern jedoch der Diabetes optimal eingestellt ist, die Zähne zu Hause penibel gepflegt werden und regelmäßige Prophylaxesitzungen erfolgen, ist das Einsetzen von Implantaten durchaus möglich. Je nach Umfang der geplanten Therapie muss gegebenenfalls dafür eine stationäre Aufnahme erwogen werden.
Prothesen schnell reinigen
Bei Prothesen hingegen besteht die Gefahr von gehäuften Druckstellen. Hier ist die gründliche Pflege oberstes Gebot, um langwierige Schäden fernzuhalten. Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
und Mundschleimhaut müssen nach jeder Mahlzeit penibel von Essensresten befreit werden, ansonsten drohen Mundgeruch Mundgeruch
siehe unter >>Halitosis.
und Infektionen. Zur Verbesserung der Durchblutung und Vermeidung von Entzündungen wird eine tägliche, vorsichtige Massage von Kiefer und Gaumen Gaumen
So nennt man das "Dach" der Mundhöhle, also die mit leicht verhornter Schleimhaut überzogene obere Begrenzung der Mundhöhle.
mit einer sehr weichen Zahnbürste empfohlen.
Zahnarzt muss Bescheid wissen
Fazit: Diabetespatienten sollten ihren Zahnarzt umgehend über ihre Erkrankung informieren. Nur mit diesem Wissen ist der Mediziner in der Lage, die Prophylaxeberatung, Behandlung und auch die Frage des Zahnersatzes individuell auf die ganz spezielle Problematik abzustimmen. Vor allem im Vorfeld chirurgischer Eingriffe muss der Zahnarzt genau über den gesamtgesundheitlichen Zustand im Bilde sein.
