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12 Regeln, um ausgeschlagene Zähne zu retten

Wenn ein Zahn bei einem Unfall herausgeschlagen wurde, muss er nicht für immer verloren sein. Er kann in der Regel wieder in den Kiefer zurückgepflanzt werden. Aber die empfindliche Wurzelhaut darf nicht austrocknen. Ausgeschlagene Zähne müssen deshalb sofort gesucht und richtig aufbewahrt werden:

 

  1. Zunächst einmal ist überlegtes Handeln gefragt: Beruhigen Sie den Verletzten (das Kind) und schauen Sie vorsichtig in den Mund durch Anheben der Lippe.
  2. Die Wunde kann stark bluten. Mit einem Stofftaschentuch oder sterilem Verbandsmaterial Druck auf die blutende Stelle ausüben und von außen kühlen.
  3. Sind die Zähne locker, nicht weiter daran wackeln, sondern die Zähne in Ruhe lassen.
  4. Ausgeschlagene Zähne oder Zahnteile suchen. Nur die Zahnkrone, nicht die Zahnwurzel anfassen. Den Zahn auch bei Verschmutzung nicht reinigen.
  5. Den Zahn beim Transport möglichst feucht halten. Es gibt dafür die so genannte Zahnrettungsbox, die in Apotheken erhältlich ist. In vielen Schulen und Kindergärten sowie in Sportvereinen und Schwimmbädern sind teilweise Zahnrettungsboxen vorhanden.
  6. Wird der Zahn spätestens nach 20 Minuten in das spezielle Nährmedium gelegt, können die empfindlichen, lebenden Zellen der Wurzelhaut bis zu 48 Stunden überleben.
  7. Wer keine Rettungsbox zur Hand hat, kann den Zahn in kalte H-Milch legen, alternativ sind Frischhaltefolie, Speichel in einem Gefäß oder eine isotone Kochsalzlösung möglich. Jedoch sind hierbei die erfolgreiche Lagerungsdauer und damit die Heilungschancen geringer.
  8. Wichtig: Den Zahn auf keinen Fall in Wasser, ein feuchtes Taschentuch oder in den Mund legen und nicht trocken transportieren.
  9. Umgehend eine Zahnklinik oder eine Zahnarztpraxis aufsuchen.
  10. Der Zahnarzt wird die Zähne im Detail untersuchen und entsprechend versorgen. Alle Fakten dokumentiert er in der Patientenakte. Dies ist für eventuelle Versicherungsansprüche wichtig, je nachdem ob z.B. ein Schul- oder Arbeitsunfall vorliegt, sowie für Spätfolgen und den damit verbundenen Behandlungen.
  11. Bei Fragen für Erstversorger gibt es die bundesweit einheitliche, kostenpflichtige Zahnunfall-Notrufnummer: +49 (1805) 012800
  12. Auf zahnunfall24.de ist ersichtlich, wo Zahnrettungsboxen bereitliegen (außer Apotheken).

 

 

Nach Wiedereinsetzen des Zahnes ist eventuell ein Antibiotikum für 7–10 Tage nötig und die Tetanus-Immunität sollte überprüft werden. Wesentlich ist eine vorbildliche Pflege des zurückgepflanzten Zahnes. Er bedarf keiner besondere Schonung – für richtiges Einheilen muss der Zahn „etwas zu tun haben“.