Einzelansicht

Parodontitis – wie vorbeugen?

Die gute Nachricht: Sorgfältige Mundhygiene ein Leben lang beugt Entzündungen vor. Das Zahnfleisch bleibt rosa, fest und gesund.

Insbesondere der tägliche und gründliche Gebrauch von Zahnzwischenraumbürsten hilft, Zahnbelag an entscheidenden Stellen zu entfernen. Bei engen Zahnzwischenräumen kann stattdessen auch Zahnseide eingesetzt werden. So entstehen Entzündung und blutendes Zahnfleisch gar nicht erst. Zudem wichtig: Bei halbjährlichen Kontrollen kann der Zahnarzt erste Anzeichen einer Zahnfleischentzündung erkennen und entsprechend behandeln. Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) je nach individuellem Bedarf wirkt ebenso vorbeugend. So ist zu erkennen, dass Personen die regelmäßig eine PZR durchführen lassen, bis zu 50 Prozent weniger an einer Parodontitis leiden.

Zur sorgfältigen Mundhygiene gehört ebenfalls zweimal täglich mindestens zwei Minuten gründlich Zähneputzen.

Messen bringt Klarheit

Alle zwei Jahre übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine Parodontitis-Vorsorgeuntersuchung. Im Rahmen der zahnärztlichen Kontrolle untersucht der Zahnarzt das Zahnfleisch. Mit einer Sonde tastet er das Gewebe zwischen Zähnen und Zahnfleisch ab. Er misst die Tiefe der Zahnfleischtaschen und kontrolliert, ob das Zahnfleisch blutet oder Anlagerungen auf den Zahnoberflächen vorhanden sind. Die Messwerte ergeben den Parodontalen Screening Index (PSI). Dieser hilft, eine mögliche Parodontitis zu erkennen. Auch Röntgenbilder und genauere Messungen sind zur weiteren Abklärung eines Verdachts auf eine Parodontitis notwendig. So kann er sich ein genaues Bild vom Gesundheitszustand des Kieferknochens machen. Bei aggressiven Verlaufsformen einer Parodontitis kann eine zusätzliche mikrobiologische Bestimmung der Taschenbakterien sinnvoll sein. Eine Patienteninformation der Bundeszahnärztekammer zur mikrobiologischen Diagnostik und Parodontitistherapie gibt es hier.

Wechseljahre: Zähne brauchen besondere Aufmerksamkeit

Hitzewallungen oder Schlafstörungen sind typische Symptome bei Frauen in den Wechseljahren. Die hormonellen Schwankungen können aber auch zu Zahnfleischentzündungen führen, zur sogenannten hormonellen Gingivitis. Das Zahnfleisch schwillt an, lässt schädigende Stoffwechselprodukte von Bakterien leichter passieren und blutet. Betroffene Frauen putzen häufig seltener und weniger gründlich als zuvor, um Schmerzen und Bluten zu vermeiden. Dies führt zu vermehrtem Belag, der eine Parodontitis fördern kann. Daher sollten Frauen in den Wechseljahren besonders gut auf eine sorgfältige Mundhygiene achten und halbjährlich Kontrolltermine bei ihrem Zahnarzt wahrnehmen.