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Viele Ursachen – schwierige Diagnose

Weder ist der Begriff sonderlich populär noch geht er einfach über die Zunge: die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist ein wahrer „Zungenbrecher“. Dabei ist die CMD keine exotische Krankheit, die nur einige wenige Menschen betrifft. Vielmehr tritt die „Fehlstellung der Kiefergelenke“ überaus häufig in Erscheinung.

Nun hat nicht jeder Mensch, der regelmäßige Kopfschmerzen kennt, eine CMD. Dennoch lohnt sich bei stetig wiederkehrenden Schmerzen der Gang zum Zahnarzt. Doch für viele Patienten ist der Besuch beim Zahnmediziner erst das Ende einer Reihe unterschiedlicher Diagnosen. Warum ist das so?

Schneller Befund wird erschwert

Das Krankheitsbild hat einige tückische Eigenheiten. So präsentieren sich eine Reihe von auslösenden und fördernden Faktoren, die einen schnellen Befund erschweren. Das führt dazu, dass Patienten mit chronischen Beschwerden häufig eine Reihe von verschiedenen Fachärzten aufsuchen, bevor der Rat eines Zahnmediziners eingeholt wird. In diesem, meist langjährigen Zeitraum haben die Patienten dann eine Vielzahl einzelner Diagnosen gestellt bekommen.

Eine Ursache: Stress

Jeder von uns reagiert anders auf übermäßigen Stress. Manche Menschen bekommen ein Magengeschwür, andere Bluthochdruck. Manche Menschen knirschen mit den Zähnen. Stress, so wird heute allgemein angenommen, ist die Hauptursache für das Zähneknirschen.
Weitere Gründe können eine Fehlstellung des Gebisses und fehlerhafte Zahnkontakte sein. Oft führen fehlende Zähne, die nicht ersetzt werden, zu umfangreichen Funktionsstörungen. Bereits ein fehlender Zahn belastet das ausgewogene Verhältnis der Zahnreihen, der Kaumuskulatur und des Kiefergelenkes. Die Nachbarzähne kippen in die Lücke hinein und werden schief oder wachsen aus dem Kiefer heraus, weil der Gegenzahn fehlt. Die Bissverhältnisse stimmen nicht mehr und die Belastungen im Kiefer verändern sich. Hier kann funktionsgerecht hergestellter Zahnersatz schnell Abhilfe schaffen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechnikermeister vor Ort ist in diesen speziellen Fällen von großer Bedeutung.

Bei einer normalen Funktion des Kauorgans befinden sich die Zähne beim Kauen oder beim Schlucken im Verlaufe des Tages ca. 30 Minuten miteinander in Kontakt. In der verbleibenden Zeit kann sich die Kaumuskulatur entspannen, die Zähne berühren sich nicht. Weitere Ursachen für diese Beschwerden können Angewohnheiten sein, die die Kaumuskulatur dauerhaft überlasten oder eine unnatürliche Stellung des Unterkiefers verursachen. Dazu gehören das Kauen auf Fingernägeln oder Schreibgeräten, übermäßiges Kaugummikauen, das Schlafen auf dem Bauch oder eine häufige Fehlhaltung des Kopfes. Beschwerden treten auch infolge einer schlechten Sitzhaltung auf und gehen in der Regel mit spürbaren Verspannungen im Bereich der Nackenmuskulatur einher.

Schließlich können auch traumatische Einflüsse, wie ein Schlag auf das Kinn, ein Schleudertrauma, lang andauerndes Mundöffnen beim Zahnarzt oder bei einer Intubationsnarkose zu den oben beschriebenen Beschwerden führen.

Zähne nutzen sich extrem ab

Die Folge des „Bruxismus“, wie das Zähneknirschen in der Fachsprache auch genannt wird, ist die übermäßige Abnutzung und Verletzung der Zähne. Dadurch kann der Zahnschmelz zerstört werden, die Zähne werden empfindlich. Anzeichen für diese Angewohnheit ist die oft deutlich sichtbare Abnutzung der Zähne (erste Anzeichen finden sich oft im Bereich der Eckzahnspitzen und der Schneidekanten der Frontzähne).

Bei nächtlichem Knirschen fühlt sich der Kiefer morgens nach dem Aufwachen oft steif an und die Mundöffnung ist eingeschränkt. Außerdem können durch die hohe Belastung während des Knirschens Beschwerden in den Kiefergelenken und der Kaumuskulatur auftreten. Wenn sich die Beschwerden im Laufe des Tages verschlimmern, knirschen Sie auch am Tage unbewusst mit den Zähnen.