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Da bleibt die Spucke weg

Nicht jeder ältere Mensch ist zwangsläufig von Mundtrockenheit betroffen. Doch viele leiden unter den unangenehmen Folgen, die nicht nur unmittelbar die Mundgesundheit beeinträchtigen, sondern sich auch auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken: verändertes Geschmacksempfinden, Sprach-, Schluck- und Kaubeschwerden stehen im direkten Zusammenhang. Woher kommt die Mundtrockenheit? Und was kann der Betroffene dagegen tun?

Zwischen einem halben und zwei Litern Flüssigkeit produzieren die Speicheldrüsen pro Tag im Mund. Normalerweise. Ab dem mittleren Lebensabschnitt ist diese Menge bei vielen Menschen jedoch deutlich reduziert. Die Folge: Mundtrockenheit, in Fachkreisen „Xerostomie“ genannt. Mindestens vier Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen.

Aufgabe des Speichels

Der Speichel hat vielfältige Funktionen und sorgt für ein gesundes Mundklima: Er befeuchtet nicht nur Mund und Nahrung, sondern er ist wichtig beim Schlucken und Sprechen, spült und reinigt den Mundraum und die Zähne, hilft, die Säuren im Mund zu neutralisieren und den Zahnschmelz zu remineralisieren. Außerdem wehrt er Bakterien, Viren und Pilze ab und unterstützt damit das natürliche Abwehrsystem des Körpers. Ist das Speichelvolumen nicht mehr ausreichend, kann die Mundtrockenheit unangenehm sein: Das Essen sowie das Sprechen werden schwierig, die Lippen kleben aufeinander und reißen ein. Außerdem steigen das Kariesrisiko und die Anfälligkeit für Schleimhauterkrankungen an.

Ursachen für Mundtrockenheit

Es gibt eine temporäre Xerostomie, also eine zeitlich kurz andauernde Mundtrockenheit. Diese wird in den meisten Fällen durch Stress oder Aufregung ausgelöst und klingt nach der jeweiligen stressbringenden Situation ab. Für die andauernde Mundtrockenheit ist neben der altersbedingten Abnahme der Speichelproduktion ein verringertes Trinkbedürfnis bei älteren Menschen verantwortlich. Vielfach ist das die Folge einer langfristigen Medikamenteneinnahme bei Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, Rheuma, Depressionen oder Diabetes. Die Mittel können einen verringerten Speichelfluss bewirken.

Mundtrockenheit kann begegnet werden

Deshalb gilt: trinken, trinken, trinken. Und zwar regelmäßig und ausreichend, d.h. mindestens zwei Liter täglich. Am besten eignen sich ungesüßte Getränke wie Früchte- und Kräutertees oder Mineralwasser. Außerdem schaffen zuckerfreie Bonbons aus Anis, Fenchel oder Salbei Abhilfe. Auch zahnschonende Kaugummis nach dem Essen regen den Speichelfluss an. Ältere Menschen, die Probleme beim Essen haben, sollten nicht ausschließlich pürierte Mahlzeiten zu sich nehmen, denn das Kauen der Nahrung fördert ebenfalls den Speichelfluss und stärkt Zähne und Zahnfleisch. Eine gesunde Ernährung und die regelmäßige und sorgfältige Mundhygiene spielen ebenfalls eine Rolle, um den Flüssigkeitsmangel bestmöglich auszugleichen und die Mundgesundheit zu unterstützen.