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Interview „Senioren werden anspruchsvoller“

Die demografischen Daten prognostizieren für die kommenden Jahre einen deutlichen Anstieg der Bevölkerung über 65 Jahre. Dies hat Auswirkungen auf die gesamte Medizin. Viele Senioren freuen sich auf ihren  Lebensabend und haben zahlreiche Pläne, die sich nur bei guter Gesundheit verwirklichen lassen. Damit diese erhalten bleibt, sind viele Berufsgruppen, darunter auch die Zahnmediziner und Zahntechniker gefragt. Im Gespräch erläutern Dr. Ina Nitschke und Dr. Bernhard AJ Sobotta von der Uniklinik Leipzig die gestiegenen Anforderungen an die Alterszahnheilkunde.

Warum tragen gesunde Zähne so viel zur Lebensqualität im Alter bei?

Gesunde Zähne ermöglichen eine gute Kaufunktion, klares und deutliches Sprechen und eine gute Ästhetik. Diese Funktionen sind notwendig, um sich in unserem gesellschaftlichen Umfeld zu integrieren. Karies Karies
Zahnfäule: Entkalkung und Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von Mundhöhlenbakterien aus Zucker gebildet werden.
und andere Erkrankungen der Mundhöhle Mundhöhle
Der Raum, der nach vorne durch die Lippen, nach oben durch den harten und weichen Gaumen, der sie von der Nasenhöhle trennt, seitlich durch die Wangen und nach unten durch den Mundboden begrenzt ist. Nach hinten geht die Mundhöhle in den mittleren Rachen über, der hinter den beiden Gaumenbögen liegt. Zwischen dem vorderen und dem hinteren Gaumenbögen liegt die Gaumenmandel, die zusammen mit den Rachenmandeln und der Zungenmandel einen lymphatischen Ring, den sogenannten Waldeyerschen Rachenring bilden. Mundhöhle ist die Mundspalte, die hintere die Schlund- oder Rachenenge. Die gesamte Mundhöhle ist mit Schleimhaut ausgekleidet.
hingegen können zu Schmerzen, Mundgeruch Mundgeruch
siehe unter >>Halitosis.
, schlechtem Aussehen und zu einer undeutlichen Aussprache führen. Diese Erkrankungen reduzieren die mundbezogene Lebensqualität, die natürlich in enger Wechselwirkung mit der allgemeinen Lebensqualität steht. Schlechte Mundgesundheit kann, häufig von den Senioren nicht bemerkt, eine Mangel- und Fehlernährung hervorrufen und somit die allgemeine Gesundheit negativ beeinflussen.

Eine frühe Behandlung zur Wiederherstellung der Mundgesundheit gefolgt von einer kontinuierlichen Prophylaxe sind daher für eine hohe Lebensqualität im Alter unerlässlich.

Welche Fortschritte hat die Zahnheilkunde in den letzten Jahren zu verzeichnen, die auch älteren Menschen nützen?

Die erweiterten Möglichkeiten der Parodontalbehandlung ermöglichen zunehmend den langfristigen Erhalt von Zähnen. Damit steht auch im Alter eine größere Anzahl von Pfeilerzähnen für festsitzenden Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
zur Verfügung. Zusätzlich erlauben implantatgestützte - also auf künstlichen Zahnwurzeln verankerte - abnehmbare und festsitzende Versorgungsformen die Herstellung von komfortablem Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
bis in das hohe Alter. Der Standard der Versorgung mit Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
in Deutschland ist hoch. Adhäsive Behandlungstechniken erlauben zunehmend gewebe-schonendes Vorgehen und führen damit ebenfalls zu längerer Lebensdauer natürlicher Zähne.

Hat sich durch diese Entwicklungen das Versorgungsbild älterer Menschen verändert und welche Konsequenzen hat das für den Alltag in der Zahnarztpraxis und im Labor?

Auch die Senioren werden anspruchsvoller und verlangen zunehmend implantatgestützte festsitzende oder durch Implantate unterstütze abnehmbare Versorgungen. Dies ist auch prinzipiell im Alter möglich. Stellt jedoch besondere Ansprüche an Zahnärzte und Zahntechniker.
Außerdem werden in den Praxen zunehmend minimalinvasive Behandlungen und Reparaturen durchgeführt. Dies sind  schonende und schnellere Eingriffe, die für den älteren Patienten leichter tolerierbar sind.

Im Wesentlichen verlagert sich die zahnmedizinische Tätigkeit beim älteren Patienten noch mehr zur Prophylaxe, um so weit wie möglich Gewebe zu schonen und belastende Eingriffe zu vermeiden.

Ist der Verlust der Zähne im hohen Alter zwangsläufig?

Keinesfalls. Ausgehend von einer hochwertigen zahnmedizinischen Versorgung in Verbindung mit einer guten häuslichen Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
sowie einer regelmäßig durchgeführten professionellen Zahnreinigung kann Zahnverlust weitgehend vermieden werden.

Welche Maßnahmen werden ergriffen, um entstandene Lücken zu schließen?

Das ganze Spektrum festsitzenden und abnehmbaren Zahnersatzes steht auch Senioren bis in hohe Alter zur Verfügung. Der Zahnarzt muss in der Planungsphase beurteilen, ob die Therapiefähigkeit des Patienten eingeschränkt ist. Dabei spielt es eine wichtige Rolle, ob der Patient sich an abnehmbaren Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
gewöhnen kann und ob er in der Lage ist, diesen zur Reinigung herauszunehmen und wieder einzugliedern.

Geht der Trend von der Prothese Prothese
Künstlicher Ersatz von fehlenden Zähnen. Im engeren Sinne versteht man darunter herausnehmbaren Zahnersatz. Bei Teilprothesen sind noch eigene Zähne vorhanden, an denen die Ersatzzähne befestigt werden. Durch Totalprothesen werden alle Zähne eines oder beider Kiefer ersetzt. Siehe auch Kombinationsarbeit.
weg zum festsitzenden Zahnersatz Zahnersatz
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Die zunehmende Anzahl von Restzähnen und die Möglichkeiten der implantologischen Versorgung geben den Patienten heute öfter die Möglichkeit, sich zwischen festsitzendem und abnehmbaren Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
zu entscheiden. Häufig wird festsitzender Zahnersatz Zahnersatz
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bevorzugt. Allerdings bieten auch abnehmbare Brücken entweder auf dem festen Fundament eigener Zähne oder auf Implantaten einen herausragenden Tragekomfort.

Die Tendenz geht zu Versorgungsformen, die das gestiegene Anspruchsniveau bei Kaufunktion, Phonetik und Ästhetik befriedigen. Gleichzeitig wird oft die Versorgung gewählt, die eine Mund- und Prothesenhygiene im hohen Alter bei abnehmenden Mobilität langfristig ermöglicht.

Auch Zahnersatz Zahnersatz
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muss fachgerecht gepflegt werden. Wie sieht es bei pflegebedürftigen Menschen aus? Sie sind auf die Pflege der Zähne durch Dritte angewiesen.

Die tägliche Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
des pflegebedürftigen Menschen ist zum Erhalt der Mundgesundheit von allerhöchster Bedeutung. Eine schlechte Mundgesundheit mit vielen krankmachenden Keimen hat negative Folgen für die allgemeine Gesundheit. Die notwendigen Ressourcen und der nicht unerhebliche tägliche Zeitaufwand für diese Pflege lassen die Realisierung dieses Anspruchs in der Praxis häufig scheitern. Eine flächendeckende Schulung des Pflegepersonals wird von den Gerodontologen gefordert.