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Interview "Es gibt keine Altersgrenze"

Fehlstellungen können auch bei Erwachsenen erfolgreich behandelt werden. Wir befragten zu diesem Thema den proDente-Experten Dr. Falk Ifert, Kieferorthopäde.

Kann ich mich als Erwachsener kieferorthopädisch behandeln lassen?

Ja, auch als Erwachsener ist eine kieferorthopädische Behandlung möglich. Es gibt keine Altersgrenze, aber der Zahnhalteapparat sollte gesund und entzündungsfrei sein – also eine gute Mundhygiene Mundhygiene
Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.
vorliegen. Das Gebiss Gebiss
Gesamtheit der Zähne des Ober- und Unterkiefers. Das erste Gebiss, die Milchzähne, besitzt 20, das bleibende Gebiss 32 Zähne. Es besteht aus einem oberen und einem unteren -> Zahnbogen.
muss saniert sein.

Unterscheidet sich die kieferorthopädische Behandlung eines Erwachsenen von der eines Kindes?

Es wird in der Kieferorthopädie Kieferorthopädie
Teilgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit der Behandlungen von Zahn- und Kieferfehlstellungen befaßt. Solche Fehlstellungen werden mit herausnehmbaren oder festsitzenden -> Zahnspangen behandelt.
zwischen Zahn- Zahn-
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
und Kieferfehlstellungen unterschieden. Zahnfehlstellungen kann man bei Erwachsenen und Kindern behandeln. Kieferfehlstellungen können jedoch nur während des Wachstums, also bei Kindern orthopädisch behandelt werden. Bei Erwachsenen ist eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung zur Korrektur von Kieferfehlstellungen möglich. Vor der Operation müssen die Zähne der beiden Kiefer kieferorthopädisch gerade gestellt werden.

Meine Zähne sind schon seit Jahrzehnten schief, warum soll ich sie behandeln lassen?

Bei extrem schief stehenden Zähnen ist die Pflege der Zähne erschwert und es können sich leichter Zahnfleischentzündungen und Karies Karies
Zahnfäule: Entkalkung und Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von Mundhöhlenbakterien aus Zucker gebildet werden.
bilden. Durch eine kieferorthopädische Behandlung tritt eine Verbesserung der Kaufunktion ein. Außerdem können Nachbarzähne, die in eine länger bestehende Zahnlücke gekippt sind, wieder aufgerichtet werden, bevor man die Lücke prothetisch versorgt.

Und nicht zuletzt sind viele Erkrankungen, die scheinbar auf den ersten Blick nichts mit Zähnen zu tun haben, mit Zahn- Zahn-
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
und Kieferfehlstellungen eng verbunden. Hierzu zählen z.B. Spannungskopfschmerzen, Migräne, dauerhafte Ohrgeräusche und Schwindel.

Wie wird die kieferorthopädische Behandlung bezahlt?

Ab dem 18. Lebensjahr werden die Kosten nur noch in Kombination mit einem kieferchirurgischen Eingriff und dem Vorliegen einer erheblichen Kieferfehlstellung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Der Kieferorthopäde muss hierzu genau wie bei Kindern eine Einstufung in die  Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) vornehmen. Von der privaten Krankenkasse werden die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung in aller Regel abhängig vom abgeschlossenen Tarif übernommen. Versicherte mit Beihilfeansprüchen werden seit letztem Jahr wie gesetzlich Krankenversicherte behandelt.