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Erworbene Fehlentwicklungen

Unbewusst gewöhnen sich Kinder an Verhaltensweisen, die Ihnen in ihrer Lebensphase ein Wohlgefühl vermitteln. Ein häufiges Bespiel ist der Gebrauch von Schnullern über das dritte Lebensjahr hinaus oder Daumenlutschen. Wird die schädliche Gewohnheit früh genug abgestellt, kann oft auf eine kieferorthopädische Behandlung verzichtet werden. Wird die Ursache jedoch nicht beseitigt, kommt es mit der Zeit durch den offenen Biss Biss
Damit bezeichnet man das Zusammentreffen und Ineinandergreifen der Ober- und Unterkieferzähne.
unter anderem zu Sprachstörungen und Schwierigkeiten beim Kauen.

Die Folge: beim zusammen beißen klafft zwischen den Frontzähnen des Ober- und Unterkiefers eine Lücke. Fachleute sprechen in diesem Fall von einem offenen Biss Biss
Damit bezeichnet man das Zusammentreffen und Ineinandergreifen der Ober- und Unterkieferzähne.
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Oberer Schmalkiefer

Der obere Schmalkiefer wird beispielsweise durch eine ausgeprägte Mundatmung verursacht. Im Normalfall atmet der Mensch nur in Ausnahmesituationen ausschließlich durch den Mund, etwa wenn die Nase verstopft ist. Diese Form der Mundatmung ist also lebensnotwenig.

Ein Patient mit chronisch verstopfter Nase wird manchmal über Jahre hinweg nur durch den Mund atmen, vor allem nachts. Die Folgen: Durch die Mundatmung werden nicht nur Austrocknung und Entzündung Entzündung
Gewebeschädigung durch mechanische (z.B. Fremdkörper), physikalische (z.B. Hitze, Kälte, UV-Licht), chemische (z.B. bakterielle Gifte, Säuren, Laugen) Reize oder Erreger (Mikroorganismen, Würmer, Insekten) mit den fünf typischen Symptomen: Rötung, Schwellung, Schmerz, Hitze und gestörte Funktion.
der Mundschleimhäute verursacht. Dadurch, dass der Mund ständig geöffnet ist, lagert sich die Zunge Zunge
Auch Lingua oder Glossa; von Schleimhaut überzogener beweglicher Muskelkörper mit vielseitigen, unterschiedlichen Funktionen: ist ein Tastorgan, durch ihre Muskelkraft entscheidend am Herunterschlucken der Nahrung beteiligt, wichtig für den Saugakt und die Sprache und ein vielfältiges Geschmacksorgan. Sie ist in die Zungenspitze, den Zungenkörper und den Zungengrund oder -wurzel unterteilt und beim gesunden Menschen von einer blassroten Farbe. Ihre Schleimhaut besitzt zahlreiche Drüsen und trägt fadenförmige Papillen (Erhabenheiten der Schleimhaut), wobei die beiden letzteren Träger von Geschmacksknospen sind. Diese Papillen bieten jeder Art von Bakterien eine ideale Lebensgrundlage (warm, feucht und nahrhaft). Durch mechanischen Druck und Reiben der Zunge am Gaumen und an den Zähnen beim Sprechen und Kauen werden die vorderen zwei Drittel und ein Großteil der Seitenränder ständig "natürlich" gereinigt, das aus den Drüsen austretende Sekret optimiert diesen Prozess.
nicht hinter die oberen Schneidezähne Schneidezähne
Vier schaufelförmige Zähne, die beidseits der Kiefermittellinie stehen. Dabei sind die unteren Schneidezähne kleiner als die des Oberkiefers.
, sondern bleibt im Unterkiefer. Hierdurch fehlt im Oberkiefer der Wachstums fördernde Reiz.

Außerdem sorgt die angespannte Wangenmuskulatur für einen ständigen zusätzlichen wachstumshemmenden Reiz auf den Oberkiefer. Durch diese Faktoren bleibt der Oberkiefer in der Entwicklung zurück. Zu einer vollständigen kieferorthopädischen Untersuchung gehört deshalb auch eine Prüfung der Nasendurchlässigkeit. Gegebenenfalls muss der Patient vor einer KFO-Behandlung bei einem Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten vorsprechen, damit die Ursache für diese Fehlentwicklung beseitigt werden kann. Wird trotz freier Nase durch den Mund geatmet spricht man von einer "habituellen Mundatmung". Sie kann durch verschiedene herausnehmbare Apparaturen abgewöhnt werden.

Rückfall trotz abgeschlossener Behandlung

Trotz einer kieferorthopädischen Behandlung in der Kinder- und Jugendzeit kommen viele erwachsene Patienten erneut in die kieferorthopädische Sprechstunde, weil sich ihre Zähne wieder verstellt haben. Dieser Fall ist leider gar nicht so selten. Ist man mit einer KFO-Behandlung am Ziel angekommen, muss das erreichte Ergebnis stabilisiert werden. Hierfür ist es dringend notwendig, dass der Patient noch längere Zeit nach Abschluss so genannte Retentionsgeräte trägt. Retentionsgeräte können Schienen, herausnehmbare Zahnklammern oder auch festgeklebte Retainer sein. Durch die Retentionsgeräte "entwöhnt" man die Zähne von den kieferorthopädischen Geräten und stabilisiert die Zahnstellung dauerhaft.

Leider wurde diese "Retentionszeit" früher häufig zu kurz gehalten, in vielen Fällen ist gar keine Retention erfolgt. So bewegten sich viele Zähne mit der Zeit wieder in die alte Stellung zurück, die vorherige Behandlung war umsonst.

Die Quittung: Viele Patienten müssen nach Jahren erneut kieferorthopädisch behandelt werden.

Ein Viertel aller Patienten sind Erwachsene

Aktuell sind 25% aller Kieferorthopädie-Patienten Kieferorthopädie-Patienten
Teilgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit der Behandlungen von Zahn- und Kieferfehlstellungen befaßt. Solche Fehlstellungen werden mit herausnehmbaren oder festsitzenden -> Zahnspangen behandelt.
in Deutschland Erwachsene. Ein großer Teil war bereits im Kindesalter in kieferorthopädischer Behandlung. Da der Fehler der zu kurzen Retentionszeit mittlerweile bekannt ist, kann man jedoch auf einen Rückgang dieser Entwicklung hoffen