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Schiefe Zähne sind kein Kavaliersdelikt

Schiefe Zähne dagegen zeigt schon aus ästhetischen Gründen niemand gern. Schlimmer ist allerdings, dass schräg stehende Zähne krank machen können.

Wenn nicht gerade ein „arges Durcheinander“ im Mund herrscht, gelten schiefe Zähne landläufig häufig nur als Schönheitsfehler – nicht so beim Zahnarzt: „Das ist ein Irrtum, der sehr negative Folgen haben kann“, so Dr. Ifert. Denn Fehlstellungen können erhebliche Probleme breiten:

  • Zähne, die nicht korrekt aufeinanderbeißen, belasten die Kiefergelenke unnatürlich stark.
    Schiefe Zähne können die Lautbildung stören, dann kommt es zum Lispeln.
  • Auch mit viel Mühe lassen sich Zähne und Zahnzwischenräume nicht optimal säubern, was zu Karies und Zahnfleischentzündungen führen kann.
  • Sind die Schneidezähne betroffen und schließen die Lippen nicht mehr richtig, belastet das die Atemwege des Patienten: Er leidet häufig unter Erkältungen.
  • Mit schräg stehenden Zähnen kann man die Nahrung nicht richtig kauen und zerkleinern – und das kann zu Verdauungsproblemen führen.

Ursachen liegen oft in der Kindheit

Nur zum Teil sind schief stehende Zähne Veranlagung. Oft liegen die Ursachen für Fehlstellungen im frühen Kindesalter, denn hier werden die Weichen für die Gebissentwicklung gestellt. So kann das Daumenlutschen einen offenen Biss verursachen, der die Sprachentwicklung stört. Auch falsche Ernährung und schlechte Mundhygiene können für schiefe Zähne verantwortlich sein. Wird etwa das Milchgebiss nicht gut gepflegt und müssen infolgedessen Milchzähne frühzeitig entfernt werden, sind das denkbar schlechte Voraussetzungen für die bleibenden Zähne. Haltungsstörungen und neuromuskuläre Fehlsteuerungen des Bewegungssystems können ebenfalls erheblichen Einfluss auf die regelrechte bzw. gestörte Entwicklung der Zähne und der Kiefer nehmen.

Allerdings sind nicht nur Kinder betroffen, auch bei Erwachsenen – unabhängig vom Alter – können Zähne „wandern“, also ihre Stellung verändern. Ein Grund hierfür können ständige Fehlbelastungen oder u.a. auch Vorgänge sein, die mit dem Durchbruch der Weisheitszähne in Zusammenhang stehen. „Unsere Zähne sind nicht etwa im Kieferknochen festgewachsen. Sie sind vielmehr von Natur aus beweglich“, erläutert der ProDente-Experte. Genau darin liegt aber auch die Chance: Mit kieferorthopädischen Hilfsmitteln lassen sich die Zähne in die richtige Position bringen.

Mit sanftem Druck zum Idealgebiss

Der Kieferorthopäde kann herausnehmbare und festsitzende Geräte einsetzen. Beide üben Druck bzw. Zug auf die Zähne aus und bewegen sie so in die gewünschte Richtung. Eine Ausnahme stellen die abnehmbaren Geräte der Funktionsreglergruppe dar, die gezielt Wachstumsvorgänge der Kieferknochen auslösen und deshalb auch zeitlich vor den anderen Zahnspangen eingesetzt werden, nämlich im Milchgebiss oder zu Beginn des Zahnwechsels.

Die losen Spangen für Ober- und Unterkiefer werden aus Kunststoff und Draht hergestellt. Ihre Aufgabe ist es, im Kiefer für Bewegung zu sorgen, etwa um Platz für eng stehende Zähne zu schaffen oder um ganze Zahngruppen zu verschieben. Feste Klammern bestehen aus Brackets (engl. „Träger, Stütze“), die auf die Zähne geklebt werden, und einem Drahtbogen, der einen genau dosierten Druck auf die Zähne überträgt.
Außerdem dienen Hilfsmittel wie Gummiringe und feine Spiralfedern dazu, die Zähne wie gewünscht am Bogen entlang zu bewegen. „Nur mit einer solchen Apparatur lassen sich Zähne in alle Richtungen bewegen und in einen idealen Zahnbogen stellen“, so Dr. Ifert. Inzwischen können solche festen Spangen sogar fast unsichtbar gestaltet werden. Wichtig ist bei diesen Klammern die gute Zahnpflege, die wegen der festsitzenden Brackets aufwendiger ist als bei herausnehmbaren Spangen. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Schwere der Fehlstellung und dauert meist mehrere Jahre, insbesondere wenn Wachstumsvorgänge beeinflusst werden müssen.

Wie bei jeder Zahnbehandlung gilt auch für die Korrektur schiefer Zähne: Jeder Patient und jeder Fall ist einzigartig und wird vom Kieferorthopäden mit einer individuellen Lösung versorgt. „Der Zahnarzt ist der erste Ansprechpartner. Er berät den Patienten und vermittelt ihn weiter zum Kieferorthopäden“, erklärt der Experte. Gemeinsam sorgen beide dann für ein makelloses Gebiss, in dem schöne und gerade Zähne strahlen.